Die Wettermodelle stützen den Wettertrend der letzten Tage. So zeigt sich der Wettercharakter bis zum 7. April launisch aber mit einen insgesamt wärmer werdenden Temperaturcharakter. Anschließend wird es darauf ankommen, ob sich über Skandinavien ein Hochdrucksystem ausbilden kann.

Über Ostern stehen ein paar spannende Wettertage bevor, welche dem typischen Aprilwetter gerecht werden können. Binnen 48 Stunden ist von Schneefall bis zu frühlingshaft milden Temperaturen alles möglich. Örtlich können bis zum 4. April die Tageswerte schon über +20 Grad in den früh sommerlich warmen Bereich ansteigen. Somit könnte der Temperatursprung bis zu 20 Grad betragen, was selbst für das Wetter im April etwas außergewöhnliches ist.

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Frühlingshaft mild?

Der Trend der Wettermodelle war in den letzten Tagen klar in Richtung Frühlingswetter orientiert. Kühle oder gar winterliche Rückfälle konnten zwar nicht ausgeschlossen werden, waren aber als wenig wahrscheinlich einzustufen.

Schaut man sich die Entwicklung der Großwetterlage nach Ostern an, so zieht zum 4. und 5. April ein Tiefdrucksystem von England über das südliche Skandinavien und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen unbeständigeren Wettercharakter, welcher mit +7 bis +12 Grad auch wieder kühlere Luftmassen heranführen kann. Unter bestimmten Voraussetzungen wären in der Nacht auf den 6. April über den Gebieten nördlich der Linie von Köln und Dresden auch Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen. Bis zum 6. April aber verliert das Tiefdrucksystem über Skandinavien seinen Einfluss über Deutschland und zwischen dem Atlantik, England und Spanien positioniert sich schon das nächste Tiefdrucksystem.

Beide Wettermodelle berechnen das Tiefdruckgebiet vor Mitteleuropa, was auf seiner Vorderseite erneut sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Simuliert werden bspw. für den 7. April Tageshöchstwerte von +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad. Anders formuliert ist bis zum 7. April mit einem typisch abwechslungsreichen Aprilwetter zu rechnen und der Temperaturcharakter ist dem des Frühlings näher als dem Spätwinter.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: kräftige Südwestströmung © www.meteociel.fr

Frühsommerlich warm?

Im Zeitraum vom 8. bis 14. April berechnet das amerikanische Wettermodell die Ausdehnung des Kontinentalhochs über Russland nach Westen, gleichzeitig dehnt sich das Azorenhoch nach Osten aus, was zum 10. April zu einem autarken Hochdrucksystem im Bereich zwischen Skandinavien und Deutschland führen kann. Mit einem stabilen Wettercharakter würde die Niederschlagsneigung abnehmen und die Temperaturen weiter ansteigen können. Simuliert werden bspw. für den 13. April Tageswerte zwischen +18 bis +24 Grad. Von einem Sommertag ist man nicht mehr weit entfernt. Sollte sich diese Wetterentwicklung durchsetzen können, so wären diese Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von 4 bis 8 Grad viel zu warm.

Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, jedoch mit dem Unterschied, als dass sich bis zum 10. April von den Azoren bis über das westliche Russland eine Hochdruckbrücke ausbilden kann. Das Tiefdrucksystem vor Mitteleuropa wird quasi eingeschlossen und pumpt aus Afrika sehr warme Luftmassen nach Deutschland, was am 10. April zu Tageswerten von +17 bis +24 Grad und örtlich bis +26 Grad führen kann. In Summe also noch etwas wärmer als die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Hochdruckbrücke mit eingekapselten Tiefdrucksystem - frühsommerliche Temperaturen wäre bei solch einer Wetterlage sehr wahrscheinlich © www.meteociel.fr

Ein Frühlingshoch?

Hinter all den Fragezeichen der letzten Tage steht ein Wettertrend, welcher sich in den vergangenen Stunden zunehmend festigt und sich in Form eines Hochdrucksystems zwischen Skandinavien und Deutschland immer wieder in den Berechnungen zeigt. Sollte das Hochdrucksystem sich an dieser Stelle durchsetzen können, so wären frühsommerliche Werte noch im April sehr wahrscheinlich.

Die Kontrollläufe stützen die für die Jahreszeit zu warme Temperaturentwicklung mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 7. April zwischen +4 bis +22 Grad (Mittelwert: +14 Grad über dem Norden und +17 Grad über dem Süden) und am 14. April zwischen +1 bis +23 Grad (Mittelwert: +16 Grad). Kalte Wetterlagen bleiben zwar nicht auszuschließen, doch bestätigt sich heute der Wettertrend in Richtung Frühling erneut. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 31.03.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Seit Ende Februar erhält sich das gestörte Grundmuster weitgehend in einer ausgeprägten Erhaltungsneigung. Und sollten die Wettermodelle mit der Simulation eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa recht behalten, so wäre es gut möglich, dass im April sich das Ausgleichsverhalten zeigt.
Mit anderen Worten wäre in diesem Fall ein deutlich zu warmes Wetter im April 2018 zu erwarten. Die kommenden Tage werden für Gewissheit sorgen.
Das Langfristmodell jedenfalls reagiert bereits auf die aktuelle Entwicklung und so könnte der Süden von Deutschland mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm, der Rest von Deutschland mit -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu mild ausfallen. Die weiteren Frühlings- und Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
März 2018 -1,1 bis -0,9 Grad Trend: etwas zu trocken
April 2018 -0,5 bis +2 Grad Trend: leicht zu nass
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
Juni 2018 -0,5 bis +1Grad Trend: leicht zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 31.03.2018

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