Deutschland liegt in den kommenden Tagen weiterhin im Einflussbereich eines Tiefdruckkomplexes, welcher sich von Island, England bis zu den Azoren erstreckt und auf seiner Vorderseite frühlingshaft milde, aber auch sehr feuchte Luftmassen nach Norden führt. So ist am Wochenende über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem unbeständigen Märzwetter zu rechnen. Teils kräftige Niederschläge sind zu erwarten, welche örtlich auch mit Gewittern einhergehen können.
Mit dem Niederschlag sind Temperaturen zwischen +8 bis +13 Grad zu möglich. Dort wo es längere Zeit über trocken bleibt und die Märzsonne etwas zum Vorschein kommen kann, steigen die Temperaturen bis zum Sonntag auf +10 bis +15 Grad und örtlich auf bis +18 Grad. Manche Wettermodelle berechnen auch bis +20 Grad, ob das aber so kommen mag, darf bezweifelt werden, da ein Tiefdrucksystem das Wettergeschehen dominiert.

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Wettercharakter wird wieder dynamischer

Nach einer langen ruhigen Wetterphase kommt mit dem Tiefdrucksystem wieder etwas mehr Dynamik ins Spiel, was sich bis in das letzte März-Drittel hinein auswirken kann. Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 7. bis 17. März ein steuerndes Tiefdruckzentrum im Bereich zwischen Island und England. Da sich Tiefdrucksysteme gegen Uhrzeigersinn drehen liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz meist im Einflussbereich milder Luftmassen aus südwestlichen Richtungen. Gleichzeitig aber werden - bedingt durch die Drehung - weiter nördlich die kalten Luftmassen des Polarwirbels in Richtung Grönland und Kanada geführt.
Ab dem 18. März berechnet das amerikanische Wettermodell die Zufuhr kalter Luftmassen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Aus dieser Situation heraus sind unterschiedliche Wetterlagen möglich. Die wahrscheinlichste Variante ist eine Abwechslungsreiche Westwetterlage, bei der auf der Vorderseite mal mildere und auf der Rückseite kühlere Luftmassen herangeführt werden können.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: diese Tiefdruckposition spricht für einen milden und wechselhaften Wettercharakter © www.meteociel.fr

Der erste Frühlingsmonat könnte zu nass werden

Das europäische Wettermodell berechnet das steuernde Tiefdruckzentrum bis zum 16. März etwas südlicher über England. So ist auch hier mit einem relativ milden Wettercharakter zu rechnen, welcher aber zu viel Niederschlag führen kann. Simuliert werden bis zum 16. März Niederschlagssummen von 30 bis 80 l/m², wobei der Schwerpunkt über Nordrhein-Westfalen, Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz auszumachen ist. Über Bayern und Baden-Württemberg sind mit 10 bis 40 l/m weniger Niederschläge zu erwarten. Das zeigt aber, dass weite Teile der zweiten Märzdekade zu nass ausfallen und in einigen Regionen schon für die Erfüllung des Monatssolls von 57 l/m² sorgen können.

Wie sieht es mit einem Kälterückfall aus?

Typisch für den März sind auch kältere Wetterphasen, bei der kräftige Schauer nochmals bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen können - ist so eine Wetterentwicklung zu erkennen? Geht es nach den Kontrollläufen, so ist die Wahrscheinlichkeit einer kälteren Wetterperiode im zweiten Märzdrittel als sehr gering einzustufen. So liegt das Temperaturspektrum im kältesten Zeitraum vom 13. bis 15. März zwischen +3 bis +12 Grad bei einem Mittelwert von +8 bis +9 Grad.
Erst wenn sich das steuernde Tiefdrucksystem bei England weiter nach Osten bewegt, sind auch kühlere Wettervarianten möglich, deren Wahrscheinlichkeit dann im letzten März-Drittel ansteigen kann. Ein Rückfall in tief winterliche Wetterverhältnisse ist aber in den Kontrollläufen nicht zu erkennen. Vielmehr ein für den ersten Frühlingsmonat typisches Wetter.

Diagramm Temperaturen im März 2018 vom 07.03.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: März wird zunehmend wärmer berechnet

Die aktuell berechnete Tiefdruckposition bei England hat auch Auswirkungen auf die Wetterprognose des Langfristmodells. So werden die Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5 bis +0,5 Grad dem eines normalen März angepasst und können über dem Norden mit -1 bis +0,5 Grad etwas zu kühl und über dem Süden mit +1 bis +2 Grad zu warm ausfallen. Die weiteren Frühlings- und Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Temperatur Niederschlag
März 2018 -1 bis +2 Grad Trend: leicht zu nass
April 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: etwas zu trocken
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Juni 2018 -0,5 bis +1Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 07.03.2018

Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018.

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Update der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018 von 20:00 Uhr
Die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells veränderten sich heute Nachmittag und auch heute Abend kaum. So bleibt in diesen Berechnungen das steuernde Tiefdruckzentrum über Island und England erhalten. In diesem Fall bleibt der Wettercharakter im zweiten März-Drittel wechselhaft und ist für die Jahreszeit etwas zu nass einzustufen. Mit der entsprechenden Vorderseitenanströmung werden auch milde - teils frühlingshafte - Temperaturwerte nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Die berechneten Temperaturen liegen meist im Bereich von +8 bis +13 Grad und kommt die Sonne mal zum Vorschein, können auch +14 bis +18 Grad möglich sein.

Der März kann auch anders
Ganz ähnlich sind zunächst auch die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Auch hier ist das Tiefdruckzentrum zwischen Island und England bis zum 16. März mit einem milden und unbeständigen Charakter Wetterbestimmend. Das der März aber auch "Kälte" kann, zeigt sich in den Berechnungen ab dem 16. März. Ein Hochdruckkeil dehnt sich von der Karasee über die Barentssee bis über Skandinavien aus. Diese Wetterentwicklung könnte die atlantische Frontalzone frühzeitig vor Mitteleuropa blockieren und aus nördlichen Richtungen kalte Luftmassen polaren Ursprungs bis nach Deutschland führen. Statt frühlingshaft mild, eher spätwinterlich kalt mit Optionen auf Schneeschauer bis in tiefere Lagen.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im März nach dem europäischen Wettermodell - Kaltlufteinbruch Mitte März? © www.meteociel.fr


Zusammenfassung:
Die Kontrollläufe bestätigen für das zweite März-Drittel einen Temperaturtrend, welcher gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwas zu warm ausfallen kann. So liegt der Mittelwert über dem Norden und Osten meist zwischen +8 bis +9 Grad und über dem Süden und Westen zwischen +10 bis +11 Grad. Die Niederschlagsberechnungen sind über die gesamte zweite März-Dekade als mäßig hoch zu bewerten. Eine kalte Variante - wie es das europäische Wettermodell aktuell berechnet - ist für den März nichts außergewöhnliches, doch muss in den kommenden Tagen abgewartet werden, ob sich diese Wetterentwicklung bestätigen kann.

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