Vor allem über den östlichen Bundesländern ist heute mit zeitweiligem Niederschlag zu rechnen, welcher sich am Abend noch intensivieren und bei auf 0 Grad zurückgehenden Temperaturen bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen kann. So sind bis zu den Morgenstunden etwa östlich der Linie von Hamburg und München 0 bis 5 cm an Neuschneemengen möglich. Diese tauen aber mit den milder werdenden Temperaturen in den darauffolgenden 24 Stunden weitgehend wieder ab. Der vorläufige Höhepunkt der Milderung könnte mit verbreitet +13 bis +18 Grad und örtlich bis über die +20 Grad Grenze hinaus am Sonntag erreicht werden. Das März-Wetter geht vom Winter langsam in den Frühling über. Bleibt das aber so und wie realistisch sind die von den Wettermodellen berechneten +20 Grad am Sonntag?

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Frühsommerlich warm?

Ab Temperaturen von +20 Grad spricht man von früh sommerlichen Temperaturen, doch wie realistisch ist das noch in der ersten März-Hälfte, wo doch Werte zwischen +4 bis +8 Grad der Normalität entsprechen. Turbulenzen sind beim Wetter im März völlig normal und finden mit dem wechselhaften April ihren Höhepunkt, bevor sich die unterschiedlich temperierten Land- und Wassermassen angeglichen haben und wieder für einen ruhigeren Wettercharakter sorgen können. Insofern sind Temperaturen von bis +20 Grad im März nichts außergewöhnliches und wurden in der Vergangenheit so gut wie an jeder Messstation in Deutschland schon einmal registriert (mehr dazu in der Statistik zum März). Nur länger andauernde Warmphasen sind etwas ungewöhnlich und waren mit dem Rekordmärz von 2017 häufiger zu bestaunen.

Vom Grundsatz her sind Werte um +20 Grad nicht unmöglich, doch die kommende Wetterlage ist tiefdruckdominiert, was von Freitag bis Sonntag für teils kräftige Regenfälle und örtliche Gewitter sorgen kann. Mit entsprechender Niederschlagsaktivität wären dann mit +8 bis +12 Grad deutlich geringere Werte zu erwarten. Ob die +20 Grad Marke also bis zum Sonntag geknackt werden kann, bleibt noch abzuwarten. Frühlingshaft mild wird es aber bei einem unbeständigen Wettercharakter allemal.

Stellt sich die Wetterlage auf Frühling um?

Wenn es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodell geht, so ist diese Frage für den Zeitraum vom 10. bis 16. März mit ja zu beantworten. Die atlantische Tiefdruckrinne verläuft von Neufundland über Island und England und führt auf der Tiefdruckvorderseite unentwegt milde Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. So wären bei einem weiterhin unbeständigen und teils auch windigen Wettercharakter Tageswerte von verbreitet +10 bis +15 Grad und örtlich auch bis +17 Grad möglich. Das ist für die Jahreszeit etwa 4 bis 8 Grad zu warm.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: ein meridionales Strömungsmuster kann über Deutschland für frühlingshaft milde Temperaturen sorgen © www.meteociel.fr

Welche Chancen hat der März-Winter?

Kalte Luftmassen stehen über dem skandinavischen Raum noch zur Verfügung, um für Schneefall bis in tiefere Lagen zu sorgen und sei es nur in Form von Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer. Nur die Wetterlage passt für einen Zustrom der Kaltluftmassen bis nach Deutschland nicht so recht. Die Tiefdrucksysteme werden entweder zu weit westlich, oder direkt über Skandinavien berechnet. Das man aber mit der Verkündung des Frühlings noch etwas vorsichtig sein sollte, zeigen die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Auch hier wird es zum 10. bis 12. März für die Jahreszeit viel zu warm. Im nachfolgenden Zeitraum aber verlagert sich das Tiefdruckzentrum mehr über Skandinavien, was aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. So wären die Temperaturwerte mit +5 bis +10 Grad größtenteils als normal zu bewerten. Aber auch nach diesen Berechnungen ist der Wettercharakter unbeständig und wechselhaft.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Tiefdruckzentrum liegt weiter östlich, was die Zufuhr etwas kühlerer Luftmassen begünstigen kann © www.meteociel.fr

Der Frühling braucht seine Zeit

Auch wenn wir viele Anfragen erhalten, wann denn der Frühling Einzug halten wird, noch ist März - der Übergangsmonat vom Winter in den Frühling und 2017 war ein absolutes Ausnahmejahr. So etwas wird sich im März 2018 definitiv nicht noch einmal wiederholen können. Entsprechend verhalten sind auch die Kontrollläufe welche zwei Temperaturspitzen aufweisen. Einmal der Zeitraum vom 10. bis 12. März und dann noch einmal zur Monatsmitte. Sonst liegt der Mittelwert mit +6 bis +10 Grad in einem für die Jahreszeit-typischen Bereich. Aber auch nach den Kontrollläufen ist die Niederschlagsbewertung im zweiten März-Drittel als hoch zu bewerten. Der Natur tut es gut.

Diagramm Temperaturen im März 2018 vom 06.03.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Langfristmodell mit weiteren Korrekturen

Der aktuelle Temperaturmittelwert im März liegt bei -5,74 Grad im zu kalten Bereich. Vorgestern lag der Wert noch bei -7,4 Grad. Mit den deutlich zu warmen Temperaturen vom Wochenende sollte sich das in den kommenden Tagen weiter normalisieren können und auch so verhält sich der März bisweilen normal: kühler Start mit langsamer Milderung. So passen sich auch die aktuellen Wetterprognosen für den Frühling des Langfristmodells jeden Tag etwas weiter der Normalität an, wobei man über Deutschland die Abweichungen der Temperaturen unterscheiden muss. Über dem Süden wird diese zum aktuellen Stand zwischen +0,5 bis +2 Grad im zu warmen und über dem Norden mit -1 bis +0,5 Grad im zu kühlen Bereich berechnet. Unterm Strich wird wohl ein normaler Frühlingsmonat heraus kommen.

Für das Wetter im April berechnet das Langfristmodell eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +1 Grad im normalen Bereich mit dem Trend leicht zu mild auszufallen. Für den Mai wird eine Temperaturabweichung von +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich simuliert. In Summe ein normaler Frühling mit dem Trend etwas zu warm auszufallen.

In der Wetterprognose für den Sommer 2018 berechnet das Langfristmodell kaum Abweichungen gegenüber den letzten Tagen. So werden alle Sommermonate mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich berechnet.

In der Niederschlagssimulation wird der März etwas zu nass, der April zu trocken und der Mai normal berechnet - auch hier ein gegenüber dem Sollwert normaler Frühling. Der Sommer könnte demnach aber mit einen zu trockenen Juni und Juli und einem leicht zu nassen August im Wettertrend zu trocken ausfallen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 06.03.2018

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