Wetter Sommer 2018 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Frühling und Sommer 2018 aktuelle Wetterprognose vom 05.03.2018 - Mildes oder kaltes Wetter im ersten Frühlingsmonat?

Ein Tiefdrucksystem bei England dominiert in den kommenden Tagen das Wetter im März über Deutschland. So wird der Wettercharakter zunehmend unbeständiger und die sonnigen Anteile werden - mit Ausnahme vom Donnerstag - immer seltener. Dafür nimmt die Niederschlagstätigkeit weiter zu und kann zum kommenden Wochenende für kräftigen Niederschlag sorgen. Da das Tiefdrucksystem westlich von Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt und Tiefdruckgebiete sich gegen den Uhrzeigersinn drehen, werden aus südlichen Richtungen sehr warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Geht es nach den aktuellen Berechnungen, so liegen die Tageshöchstwerte am 10. März bei +12 bis +17 Grad und können mit entsprechender Niederschlagsaktivität etwas darunter und mit etwas Sonnenschein auch noch darüber liegen.

War es das mit dem Winter?

Wir sind in den letzten Tagen häufiger einmal gefragt worden: "War es das jetzt mit dem Winter - ist der vorbei, oder kommt da noch einmal ein Kälterückfall"? Der März ist der Übergangsmonat vom Winter in den Frühling. Das bedeutet, dass grundsätzlich milde bis warme Wetterlagen genauso wahrscheinlich sind, wie kältere Wetterphasen, welche nochmals Schnee bis in tiefere Lagen bringen können. Dabei sind längere frühlingshaft milde Wetterphasen genauso wenig wahrscheinlich, wie eine längere Winterperiode.

März 2018 bislang deutlich zu kalt

Was ist mit dem März-Winter? Nein, wirklich winterlich ist es derzeit mit den schon frostfreien Nächten über dem Süden und Tageswerten von +7 bis +12 Grad nicht. Lediglich über dem äußersten Norden kann man noch von so etwas wie nasskalten Witterungsverhältnissen sprechen. Nichtsdestotrotz startete der März eisig kalt und erst jetzt normalisieren sich die Temperaturen so langsam. In Folge daraus waren die ersten vier März-Tage gegenüber dem langjährigen Mittelwert um -7,3 Grad zu kalt. Das wird sich mit den außergewöhnlich warmen Temperaturen bis zum kommenden Wochenende normalisieren können, spiegeln aber wieder, wie groß der Einfluss der gestörten Zirkulation war/ist.

Was ist mit dem Major-Warming?

Auch diese Frage wurde und häufiger gestellt. Ist noch ein März-Winter zu erwarten? Das Major-Warming in Stratosphärenhöhe leistete im Februar ganze Arbeit und sorgte mit einer gestörten Zirkulation der unteren Luftschichten für den Kaltluftausbruch Ende Februar und Anfang März. Interessant sind in diesem Zusammenhang die zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades in rund 30 km Höhe, welche aktuell mit 36 km/h etwas niedriger als der Durchschnitt von rund 60 km/h sind. Das entscheidende aber ist, dass der Wert positiv ist. Warum? Massive Veränderungen in den unteren Luftschichten ist durch eine Ost-West Windumkehr vorerst einmal nicht zu erwarten.

So sind die Impulse des Polarwirbels als schwach zu bewerten. Deshalb spricht man auch gerne von einem gradientenschwachen Grundmuster - das Wetter dümpelt so vor sich hin. Grundsätzlich aber sind bei einem solchen Wetterumfeld Kaltluftausbrüche aus nördlichen Richtungen sehr wahrscheinlich, nur verhindert das fast schon stationäre Tief bei England die Kaltluftzufuhr und führt stattdessen mildere Luftmassen nach Deutschland. Erst wenn das Tiefdrucksystem sich weiter nach Osten verlagert, sind auch andere Wetterentwicklungen wieder möglich.

Frühlingshaft mild oder Jahreszeit-typisch kühl?

Wie geht das Wetter also weiter? Das amerikanische Wettermodell berechnet bis zum 14. März die Verlagerung des Tiefdruckzentrums in Richtung Skandinavien. Nachfolgend dehnt sich auf dem Atlantik ein Hochdruckkeil in Richtung Grönland aus und setzt den Impuls einer Meridionalisierung des Zirkulationsmusters. Ob das so kommen mag, bleibt abzuwarten, da der Impuls als schwach zu bewerten ist. Sollte sich aber ein Blockadehoch auf dem Atlantik positionieren können, so wäre ab dem 14. März über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem deutlich kühleren Wettercharakter zu rechnen. In den aktuellen Berechnungen kippt der Hochdruckkeil relativ rasch nach Osten weg, was über Deutschland im Zeitraum vom 14. bis 19. März zu einer nasskalten Nordwestwetterlage führen kann. Schnee- und Graupelschauer bis in tiefere Lagen wären in diesem Fall nicht auszuschließen.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Ansatz eines meridionalen Strömungsmusters? © www.meteociel.fr

Jahreszeit-typisches Wetter

Das europäische Wettermodell berechnet die Verlagerung des Tiefdruckzentrums bis zum 13. März über Skandinavien. Statt es dort aber seine Position festigt, driftet es bis zum 15. März nach Westen in Richtung Island. Gleichzeitig entsteht auch in dieser Simulation ein schwacher Hochdruckkeil von den Azoren bis nach Grönland. Da aber die Meridionalisierung der Grundströmung weit westlich von Mitteleuropa stattfindet, gelangt - zumindest der Süden von Deutschland - in den Einflussbereich einer mildern Vorderseitenanströmung.

Was ist mit einem Skandinavienhoch?

Ebenfalls typisch für den ersten Frühlingsmonat März sind Hochdrucksysteme über dem skandinavischen Raum. Im Ansatz ist solch ein Skandinavienhoch in den Berechnungen des europäischen Wettermodells zu erkennen. Welche Folgen hätte das auf das Wetter über Deutschland? Ein Hochdruckgebiet über Skandinavien kann in einem ohnehin schon gradientenschwachen Wetterumfeld zu einer sehr langlebigen Angelegenheit werden. Zudem bleibt das Zirkulationsmuster weitgehend gestört und die atlantische Frontalzone muss sich einen anderen Weg suchen. Meist geschieht das entweder über die Mittelmeerregion, oder die Tiefdrucksysteme werden einfach auf dem Atlantik blockiert. Wird die Zugbahn über die Mittelmeerregion genommen, wird das Hochdrucksystem unterwandert, was über Deutschland zu sog. Grenzwetterlagen führen kann. Kalt über dem Norden, mild und regnerisch über dem Süden.

Kontrollläufe: Normales Übergangswetter vom Winter in den Frühling

Welche der möglichen Wetterentwicklungen aber ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe zeigen es recht deutlich. Das zweite März-Drittel hat eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von Tiefdrucksystemen dominiert zu werden. So ist ein nachhaltiges Frühlingswetter wie auch ein kräftiger Kaltluftausbruch mit winterlichen Wetterverhältnisse weniger wahrscheinlich. Vielmehr einfach nur Jahreszeit-typisches Wetter. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 15. März im Bereich von +2 bis +17 Grad bei einem Mittelwert von +8 bis +10 Grad. Weder winterlich, noch frühlingshaft mild.

Diagramm Temperaturen im März 2018 vom 05.03.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018:Langfristmodell mit weiteren Korrekturen

Vor allem im März wird das Temperaturdefizit der letzten Tage von -2 bis -0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zunehmend korrigiert. Die Wetterprognose des Langfristmodells im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Temperatur Niederschlag
März 2018 -2 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
April 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: etwas zu trocken
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
Juni 2018 -0,5 bis +1Grad Trend: etwas zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 05.03.2018

Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018.

Update der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018 von 20:00 Uhr
Zum Wochenende wird es vor allem über Süddeutschland frühlingshaft mild und mit bis zu +20 Grad entlang des Alpenrandes können sich auch schon frühsommerlich warme Temperaturen bemerkbar machen. Weiter über dem Norden bleibt es mit +6 bis +12 Grad verhältnismäßig normal temperiert. Die Ursache für diesen ungewöhnlichen Warmluftschub ist die Konstellation der Wettersysteme zu einander.
Der Tiefdruckwirbel bei England bekommt von Neufundland her Nachschub und trogt über den Azoren nach Süden aus. Im Verbund mit einem Hochdruckrücken über der Mittelmeerregion holt das Tief mächtig weit nach Süden aus und führt warme Luftmassen aus Afrika über die Mittelmeerregion bis nach Deutschland.

Im zweiten März-Drittel berechnet das amerikanische Wettermodell auf dem Atlantik eine höhere Tiefdruckaktivität, welche in Intervallen Tiefdrucksysteme in Richtung Skandinavien entsendet. Das geschieht nicht in einer stringenten West-Ost Strömung, sondern in einem meridionalen Strömungsmuster, bei dem das steuernde Tiefdrucksystem meist im Bereich zwischen Island und England liegt. So verbleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz überwiegend im Zustrom der sehr milden Frühlingsluft aus südwestlichen Richtungen. Simuliert werden bspw. für den 15. März erneut Werte im Bereich zwischen +12 bis +17 Grad.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im März nach dem amerikanischen Wettermodell - Meridionales Strömungsmuster - Deutschland liegt auf der frühlingshaft milden Trogvorderseite? © www.meteociel.fr


Eine andere Variante berechnet das europäische Wettermodell. Zwar kann es auch hier im Zeitraum vom 10. bis 12. März richtig mild werden, doch nachfolgend verlagert sich das Tiefdruckzentrum mehr in Richtung Skandinavien, was eine Südwestanströmung der Luftmassen verhindert und eine westlich bis nordwestliche wahrscheinlicher macht. Temperaturen von +5 bis +10 Grad wären demnach vom 13. bis 15. März möglich.

Zusammenfassung:
Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells gehört weiterhin zu den wärmeren Varianten der Kontrollläufe. Die Advektion der Warmluftmassen ist zwar imposant, doch kommt es zugleich auch zu kräftigen Niederschlägen - teils auch länger andauernd. Statt der +20 Grad wären bei Dauerregen nur +8 bis +12 Grad zu erwarten. Wie auch immer die Temperaturwerte in den kommenden Simulationen ausfallen werden - sie sind dem Frühling näher als dem Winter. Zudem ist in der zweiten März-Dekade eine Tiefdruckdominanz über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem unbeständigen Wettercharakter sehr wahrscheinlich.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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