Die hochwinterliche Kälte erreicht mit dem letzten Wintertag auch schon ihren Höhepunkt, bevor es in den ersten Tagen des meteorologischen Frühlingsbeginns von Südwesten her langsam milder werden kann. Der Grund hierfür ist ein Tiefdrucksystem, welches sich bis zum 4. März nach England verlagert und auf seiner Vorderseite mildere Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Etwas länger kann sich die kalte Luft noch über dem Norden halten, aber auch dort ist bis zum 4. März mit einer Milderung zu rechnen. Die Temperaturen werden für den 4. März über dem Süden mit +6 bis +12 Grad und über dem Norden zwischen +2 bis +7 Grad simuliert. Der Dauerfrost geht als die Luft aus und selbst die Nächte können über weite Teile vom Westen und Süden weitgehend frostfrei ausfallen, während es über dem Norden und Osten mit -5 bis 0 Grad noch mäßigen Nachtfrost geben kann. Weitere Detail in der aktuellen Wettervorhersage März 2018.

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Niederschläge der unterschiedlichsten Art und Intensität

Die milde Luft schiebt sich in den kommenden Tagen über die kalten Luftschichten am Boden. Der Wind schwächt sich allgemein ab und dreht auf südliche Richtungen und so ist mit einer raschen Durchmischung der Luftschichten nicht zu rechnen, was die Milderung etwas zäh macht. Mit Hilfe des Tiefdrucksystems wird es in den ersten März-Tagen auch zu Niederschlägen kommen, welche teils als Schnee, als Eisregen, gefr. Regen oder einfach nur als Regen niedergehen können. Als besonders kritisch ist die jeweilige Übergangsphase zu bewerten, wenn Regentropfen auf den gefrorenen Boden auftreffen, kann sich binnen kürzester Zeit eine Eisschicht bilden.

Welche Chancen hat der Frühling?

Die Berechnungen der Wettermodelle sind klar strukturiert und berechnen die Simulationen der letzten Tage heute erneut, was die kommende Großwetterlage zunehmend wahrscheinlicher macht. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen demnach zwischen einer hochwinterlichen Wetterlage über dem Norden und einer frühlingshaft milden über dem Süden von Europa. Getrennt werden die unterschiedlich temperierten Luftmassen durch Tiefdrucksysteme und Deutschland liegt inmitten der Gegensätze. Auffällig dabei ist, dass die Dynamik weitgehend fehlt und die Wettervorgänge - trotz der hohen Temperaturgegensätze - eher gemäßigt ablaufen. Nichtsdestotrotz ist im ersten März-Drittel mit einem wechselhaften Wettercharakter zu rechnen. Ein raschen Einzug des Frühlingswetters ist somit nicht zu erwarten, doch können die Tageswerte im Verlauf der ersten März-Dekade in Richtung der +10 Grad Marke ansteigen, was für die Jahreszeit absolut typisch ist.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Weder Frühling noch Winter © www.meteociel.fr

Gestörte Zirkulation immer für Überraschungen gut

Betrachtet man die Entwicklung der Großwetterlage, so liegt im Bereich vom östlichen Kanada bis nach Grönland ein Hochdrucksystem, was die atlantische Tiefdrucksysteme weit nach Süden über die Azoren zwingt. Normalweise dominieren ein Islandtief und ein Azorenhoch das Wetter über Mitteleuropa. Hier sind die Verhältnisse nun umgekehrt (negativer NAO-Index) und deshalb spricht man auch von einer gestörten Zirkulation. Sollte es nun den Tiefdrucksystemen gelingen weiter nach Osten voranzukommen, so wäre Rückseitig die Zufuhr kalter Luftmassen polaren Ursprungs möglich. Anders formuliert ist der Winter nicht allzu weit entfernt und ein Rückfall in eine nasskalte Wetterlage ist nicht auszuschließen. Eine winterliche Wetterlage wird aber mit fortscheitender Zeit und zunehmend höheren Sonnenstand unwahrscheinlicher.

Kontrollläufe: Wettermodelle zu optimistisch

Sowohl das amerikanische, wie auch europäische Wettermodell sind in ihren Brechungen jeweils etwas zu warm gegenüber den Kontrollläufen. Das liegt zum einen daran, dass Kaltluftmassen recht zäh sein können und zum anderen passt die Zirkulation noch nicht so recht für frühlingshaft milde Temperaturen. Ganz gut zeigt sich das am Temperaturspektrum der Kontrollläufe, welche bspw. am 10. März zwischen -4 bis +13 Grad bei einem Mittelwert von +3 Grad über dem Norden und +6 Grad über dem Süden liegen können. Klassische Übergangsphase - weder winterlich kalt, noch frühlingshaft mild.

Diagramm Temperaturen im März 2018 vom 27.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Zusammenfassung:

Das Wetter befindet sich in der ersten März-Hälfte in einer Übergangsphase vom Hochwinter in den Frühling. So sind sowohl Temperaturen von über +10 Grad, als auch bis nahe an die 0 Grad nichts außergewöhnliches. Eine länger andauernde frühlingshaft milde, als auch winterliche Wetterlage ist aber nicht in Sicht. Vielmehr pendelt sich der Mittelwert bei einem unbeständigen Wettercharakter auf einen für die Jahreszeit typischen Wert ein. Was ist Jahreszeit-typisch? Werte von +4 bis +8 Grad.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Langfristmodell nur mit wenigen Korrekturen

Das Langfristmodell veränderte seine Berechnungen für die Frühlings- und Sommermonate nur geringfügig - nachfolgend die Übersicht:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Temperatur Niederschlag
März 2018 -2 bis +0,5 Grad Trend: leicht zu trocken
April 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: leicht zu nass
Mai 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: normal
Juni 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 27.02.2018

Gegen 20:45 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle ein kurzes Update der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:51 Uhr
Beide Wettermodelle berechnen weiterhin eine Großwetterlage, bei der sich Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten des Frühlings und des Winters bewegen. Getrennt werden die unterschiedlich temperierten Luftmassen durch Tiefdrucksysteme, welche in der ersten März-Hälfte überwiegend über Deutschland hinwegziehen.

Milderung?
Daraus ergeben sich grundsätzlich zwei unterschiedliche Wetterentwicklungen. Ziehen die Tiefdrucksysteme nur sehr langsam von West nach Ost, so hat die Vorderseitenanströmung genügend Zeit, um warme Luftmassen aus südlichen Richtungen bis nach Norden zu führen. Temperaturen von +8 bis +13 Grad und örtlich noch darüber hinaus wären in den ersten 15. März-Tagen sicherlich nicht auszuschließen.

Nasskalte Übergangswetterlage!
Ziehen die Tiefdrucksysteme aber rasch über Deutschland hinweg und positionieren sich anschließend über dem östlichen Europa, so gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die kalte Rückseite, was auch die Zufuhr kalter Luftmassen polaren Ursprungs zur Folge haben kann. Typisch für den März wären bei +0 bis +5 Grad Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen. Mit richtigen Winterwetter hätte das aber genauso wenig gemeinsam wie Frühlingswetter.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im März nach dem amerikanischen Wettermodell - Weder frühlingshaft mild, noch winterlich kalt - typisches März-Wetter © www.meteociel.fr


Temperaturspektrum normalisiert sich
Der Trend zur Milderung wird weiterhin konstant von den Wettermodellen berechnet und erreichen in den ersten März-Tagen ein Niveau, welches für die Jahreszeit-typisch ist und könnten über Süddeutschland auch im leicht zu warmen Bereich liegen. So liegt das Temperaturspektrum am 7. März zwischen 0 bis +12 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden und +8 Grad über dem Süden) und am 14. März zwischen -2 bis +15 Grad (Mittelwert: +5 bis +7 Grad).

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose erfolgt am 28. gegen 09:00 Uhr in einer neuen Wettervorhersage für das Wetter März 2018.

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