Nach den hochwinterlichen Tagen positioniert sich nach den Berechnungen beider Wettermodelle Anfang März ein Tiefdrucksystem zwischen den Azoren, England und Spanien. Diese Position ist zu weit nördlich, als dass sich die winterlich kalten Luftmassen über Deutschland halten können und so erfolgt in den ersten März-Tagen eine Umstellung der Großwetterlage, bei der aus südlichen Richtungen mildere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Als kritisch erweist sich die Übergangsphase, in der auch Niederschläge zu erwarten sind - teils als Schnee, teils als Regen, Eisregen oder gefr. Regen. Die Milderung setzt sich nur sehr langsam durch, sorgt aber am 1. März über dem Süden schon für Plusgrade, während es über dem Norden noch hochwinterlich kalt bleiben kann. Bis zum 3. März erreichen die Werte über dem Süden +4 bis +8 Grad und über dem äußersten Norden ist mit Werten um 0 Grad noch Dauerfrost zu erwarten. Mehr zu den Detail in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter März 2018.

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Frühling im ersten März-Drittel?

Schaut man sich die Temperaturentwicklung an, so liegen die Tageswerte aktuell etwa um 10 Grad unter dem langjährigen Mittelwert. Anfang März steigen die Werte relativ rasch an und normalisieren sich gegenüber dem vieljährigen Mittelwert, was einen Temperatursprung von binnen weniger Stunden von 10 bis 15 Grad zur Folge haben kann. Doch wie nachhaltig ist diese Milderung - führt sie zum Frühling, oder hat der März-Winter noch seine Chance?

Grenzwetterlage

Das amerikanische Wettermodell ist da aus der Sicht der Winterfreunde rigoros. So kann sich nach dieser Simulation bis zum 7. März das Tiefdrucksystem über England behaupten, welches unentwegt mildere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz pumpt. Gleichzeitig aber versucht die Kombination aus hohem Luftdruck über Grönland und tiefer Luftdruck über der Barentssee kalte Luftmassen nach Süden zu führen. Da das Tief bei England aber näher an Deutschland liegt, ist dessen Einfluss höher zu bewerten und die Milderung - zumindest auf Jahreszeit-typische Werte - erscheint nach diesen Berechnungen durchaus plausibel. Wie mild kann es werden? Bspw. werden für den 9. März über dem Süden +7 bis +13 Grad und über dem Norden -2 bis +2 Grad berechnet. Das ist also eine Grenzwetterlage, auch wenn diese weit nördlich verläuft. Zudem ist mit zeitweilig kräftigen Niederschlägen zu rechnen, welche südlich einer Linie Meppen - Hannover und Berlin überwiegend als Regen und nördlich davon als Schnee niedergehen können.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Grenzwetterlage © www.meteociel.fr

Heftige Gegenreaktion

Die Kaltluft hat Deutschland erreicht und nun erfolgen die entsprechenden Gegenreaktionen. Das eine Milderung Anfang März kommt, ist sehr wahrscheinlich. Allein schon aus dem Grund, dass sich die aktuellen Tageswerte von -9 bis -4 Grad im Spätwinter nicht ewig halten können und dafür besondere Wetterkonstellationen notwendig sind. Entsprechend kräftig sind die Reaktionen auf dem Atlantik und es wird sich zeigen müssen, was im Anschluss passiert. Häufiger ist es so, dass sich zwar kurzzeitig eine Milderung durchsetzen kann, diese aber nicht nachhaltig genug ist.
Etwas weiter geht das europäische Wettermodell und berechnet zum 5. März eine durchgreifende Milderung über ganz Deutschland, bei der die Tageswerte auf +8 bis +15 Grad ansteigen können.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Milde Südwestwetterlage © www.meteociel.fr

Die Luft ist raus - normaler bis leicht zu kühler März

Ist die Gegenreaktion vorüber, so zeigte sich in der Vergangenheit nach einem Major-Warming in Stratosphärenhöhe (welches für den aktuellen Kaltluftvorstoß mit verantwortlich ist) eine wenig dynamische Wetterentwicklung. Der Grund hierfür ist der hohe Luftdruck über Kanada und Grönland, wo normalerweise Kaltluftmassen auf den Atlantik strömen und bei Neufundland die Wetterküche für Mitteleuropa anheizen. Da passiert nach dem 5. März nicht allzu viel, was die Dynamik raus nimmt und die Luftmassen zur Ruhe bringt. Anders formuliert könnte es nach dem 5. März wieder etwas kühler werden - nasskalt, nicht winterlich.

Trotz der Unsicherheiten in der Wetterentwicklung stützen die Kontrollläufe jedenfalls einen weitgehend normalen Temperaturtrend in der ersten März-Hälfte, welcher über dem Norden leicht zu kühl und über dem Süden etwas zu warm ausfallen kann. Der Mittelwert schwankt über dem Norden um die +5 Grad und über dem Süden um +7 Grad - nicht frühlinghaft, normal eben.

Diagramm Temperaturen im März 2018 vom 25.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose Frühling und Sommer: Langfristmodell auf normalem Kurs

Dass das mit dem Frühling eine zähe Angelegenheit werden könnte, zeigt auch das Langfristmodell in seiner aktuellen Berechnung, bei der der März gegenüber seinem langjährigen Mittelwert zu kühl ausfallen könnte. Der April, Mai, Juni, Juli und August werden weiterhin normal berechnet und im Trend etwas zu warm. Die einzelnen Berechnungen im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Temperatur Niederschlag
März 2018 -2 bis +0,5 Grad Trend: leicht zu trocken
April 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: leicht zu nass
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Juni 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: leicht zu nass
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu nass
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 25.02.2018

Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle ein kurzes Update der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:02 Uhr
Die Milderung für die ersten März-Tage wurden nach dem amerikanischen Wettermodell heute Nachmittag und auch heute Abend erneut bestätigt. Ein Tiefdrucksystem kann sich zum meteorologischen Frühlingsbeginn über England positionieren und somit aus südlichen Richtungen warme Luftmassen über die Mittelmeerregion und die Alpen bis nach Deutschland führen. Dieser Prozess geschieht relativ zügig, was am 1. März noch verbreitet für Dauerfrost, am 2. März aber die Temperaturen über dem Süden schon in Richtung der +10 Grad Marke ansteigen lassen kann, während die Werte über dem Norden noch im Dauerfrostbereich liegen können. Bis spätestens 5. März haben sich nach diesen Berechnungen die milden Luftmassen dann über ganz Deutschland durchgesetzt und dominieren das erste März-Drittel weitgehend. Neben der Milderung sorgt das Tiefdrucksystem auch für eine ansteigende Niederschlagstätigkeit. Besonders in der Übergangphase können sich chaotische Wetterverhältnisse einstellen und zu unbeliebten und gefährlichen Straßenzuständen in Form von Schnee und Eis führen.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im März nach dem amerikanischen Wettermodell - Frühlingshaft milde Luftmassen aus südwestlichen Richtungen © www.meteociel.fr


Grenzwetterlage
Das europäische Wettermodell berechnet eine im ersten März-Drittel größtenteils anhaltende Grenzwetterlage, welche kalte Luftmassen über dem Norden von gemäßigt milden über dem Süden trennt. Die Zugbahn der Tiefdrucksysteme verläuft demnach etwas südlicher und nach diesen Berechnungen wäre der Norden dem Winter näher als dem Frühling.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell - mit Hilfe einer Grenzwetterlage dem Winter näher als dem Frühling © www.meteociel.fr


Normalisierung der Temperaturen
Die Kontrollläufe bleiben in ihren Mittelwert relativ stabil und berechnen im ersten März-Drittel einen Temperaturmittelwert, welcher für die Jahreszeit etwas zu warm ist. So liegt das Temperaturspektrum exemplarisch für die erste Dekade am 6. März zwischen 0 bis +13 Grad bei einem Mittelwert von +8 Grad über dem Süden und Westen und +6 Grad über dem Osten und Norden. Klassisches Übergangswetter vom Winter in den Frühling.

Aber wer nun denkt, der Frühling hätte ein leichtes Spiel, der sei "gewarnt" - das Zirkulationsmuster bleibt zunächst noch gestört. Ein neuerlicher Kaltluftausbruch bleibt in den Berechnungen möglich. Ob dieser aber den Winter nochmals bringen kann, ist aufgrund des mittlerweile hohen Sonnenstandes mehr als fraglich. Aber +0 bis +5 Grad wären zum Beginn des zweiten März-Drittels für die meisten von Ihnen eher unangenehme Temperaturen. Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose erfolgt am 26.02. gegen 09:00 Uhr in einer neuen Wettervorhersage für das Wetter März 2018.

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