Im Verbund eines Hochdrucksystems über dem europäischen Nordmeer und einem Tiefdruckwirbel über dem östlichen Europa bis über die Mittelmeerregion reichend, werden in den kommenden Tagen Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden geführt. So sind nach dem 24. Februar kaum mehr positive Tageswerte zu erwarten und die Tageshöchsttemperaturen pendeln sich bis zum Ende des meteorologischen Winters auf -7 bis -1 Grad ein und können in den Nächten mit -12 bis -5 Grad richtig eisig werden. Örtlich sind bei Aufklaren und über Schnee auf Werte von bis zu -20 Grad nicht auszuschließen. Als besonders kalt wird aber wohl der eisige Nordostwind empfunden werden können, welcher die gefühlten Temperaturen (Wind Chill) tagsüber im Bereich auf -10 bis -20 Grad absinken lassen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Winter.

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Hochwinter zum meteorologischen Frühlingsbeginn?

Diese Möglichkeit ist zum heutigen Stand absolut in Betracht zu ziehen. Im Detail aber wird es auf verschiedene Faktoren ankommen, ob sich der März-Winter tatsächlich durchsetzen kann.

So berechnete das amerikanische Wettermodell in den letzten Stunden häufiger einmal Varianten, welche noch im ersten März-Drittel zu einer raschen Milderung führen könnten. Schaut man sich die simulierte Großwetterlage für den 1. März an, so ist das normale Zirkulationsmuster vollständig gestört. Ein Hochdrucksystem erstreckt sich von Grönland über Island bis nach Skandinavien. Gleichzeitig werden die atlantischen Tiefdrucksysteme weit nach Süden weggedrückt und positionieren sich über den Azoren. Dabei gelingt es dem Hochdrucksystem über Grönland nicht, diese Tiefdruckgebiete zu blockieren. Es kommt lediglich zu einer Verschiebung der Verhältnisse.
Das Islandtief liegt über den Azoren, das Azorenhoch liegt über Island. Somit kehrt sich der sonst positive NAO-Index in den negativen Bereich um und beschreibt genau dieses Verhältnis zueinander. Apropos NAO-Index: dieser wird ab dem 25. Februar bis weit in das erste März-Drittel hinein negativ berechnet.

Somit bleibt den atlantischen Tiefdrucksystemen der Spielraum, das Hochdrucksystem zu unterwandern und auf ihrer Vorderseite sehr warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Norden zu führen. Somit sind drei Wetterlagen im ersten März-Drittel möglich.

  • Allmählich Frühlingshaft milde Südwestwetterlage: Die Tiefdrucksysteme setzten sich nicht bis über die östliche Mittelmeerregion durch und kommen Deutschland, Österreich und der Schweiz von Spanien und Frankreich her näher, was zu einer milden Vorderseitenanströmung führen kann.
  • Grenzwetterlage: Die Tiefdrucksysteme pumpen aus südlichen Richtungen warme Luftmassen nach Norden bis über die Alpen, gleichzeitig aber strömen aus nördlichen Richtungen die kalten Luftmassen nach Süden und treffen sich direkt über Deutschland. So kann es über dem Süden mild und über dem Norden eisig kalt bleiben. Dort wo die Luftmassengrenze verläuft ist mit länger andauernden und ergiebigen Niederschlägen zu rechnen - teils als Schnee, teils als Regen. Diese Wetterlage hätte das höchste Potential für Unwetter.
  • Märzwinter:Die Tiefdrucksysteme setzen sich bis über die östliche Mittelmeerregion durch und sorgen für einen Erhalt der nordöstlichen Grundströmung, was die erste März-Dekade größtenteils winterlich gestalten könnte.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Gestörte Zirkulation und trotzdem eine milde Südwestwetterlage über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Welche Wetterentwicklung ist wahrscheinlicher?

Das amerikanische Wettermodell berechnet zum 1. und 3. März kurzzeitig eine Grenzwetterlage, bei der die Temperaturen über dem Norden auf -4 bis 0 Grad und über dem Süden auf -3 bis +4 Grad ansteigen können. So wäre in diesem Zeitraum etwa südlich Der Mittelgebirge auch mit Schneefällen zu rechnen, welche in Richtung der Alpen in tieferen Lagen auch in Regen übergehen können. Nachfolgend setzt sich aber wieder die nördliche Grundströmung durch und sorgt bis zum Ende des ersten März-Drittels mit Tageswerten um 0 Grad für einen typischen März-Winter.

Anders die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Hier liegen die Tiefdrucksysteme etwas nördlicher und können sich bis zum 4. März über England positionieren. Somit würde es Anfang März zu einer Grenzwetterlage kommen können, wobei sich - im Gegensatz zum amerikanischen Wettermodell - nachfolgend die milden Luftmassen durchsetzen können. Die Tageshöchstwerte könnten bspw. am 3. März über dem Süden zwischen +7 bis +13 Grad und über dem äußersten Norden um die 0 Grad herum bewegen. Zumindest der Süden wäre dem Frühling näher als dem Winter.

Die Kontrollläufe schwanken derzeit noch, aber auch hier ist seit Tagen ein Milderungstrend ab dem 1./2. März auszumachen. Das amerikanische Wettermodell ist insbesondere für den Süden und Osten als kalter Ausreißer zu bewerten. So liegt das Temperaturspektrum am 2. März zwischen -6 bis +10 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Norden und Osten und +2 bis +3 Grad über dem Süden und Westen) und am 8. März zwischen -4 bis +15 Grad!!! (Mittelwert: +6 Grad über dem Süden und Westen und +3 bis +4 Grad über dem Osten). Allein schon die mögliche Temperaturspanne von 19 Grad zeigt, was da noch alles an Möglichkeiten offen steht. Und ja, die Zeichen drehen sich im März so langsam auf Frühling - sollte aber niemand so wirklich verwundern. Bis es aber soweit ist, steht in den kommenden 7 bis 12 Tagen eine hochwinterliche Wetterlage bevor.

Diagramm Temperaturen im März 2018 vom 22.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettervorhersage Langfristmodell: Wetter im Frühling und Sommer 2018 normal

Kaum Veränderungen zeigt das Langfristmodell in seinen Berechnungen. Die einzelnen Berechnungen im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Temperatur Niederschlag
März 2018 -2 bis +0,5 Grad Trend: leicht zu trocken
April 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: leicht zu nass
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
Juni 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: zu nass
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu nass
August 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: normal

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 22.02.2018

Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend eine weitere Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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