Nach einem turbulenten Wetterverlauf und einer Abkühlung der Temperaturen am kommenden Augustwochenende bleibt die weitere Wetterentwicklung spannend. Gelingt der Aufbau einer Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa und sorgt für einen spätsommerlichen Wettercharakter, oder greifen atlantische Tiefdrucksysteme nach Mitteleuropa über und sorgen mit einer nordwestlichen Grundströmung für frühherbstliche Gefühle?

Stabiler Spätsommer, oder labiler Frühherbst?

Es zeigte sich in den letzten Tagen eine Differenz in den Simulationen der Wettermodelle über den Aufbau einer Hochdruckbrücke über Mitteleuropa. Allen voran die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells mit einer schönen spätsommerlichen Wetterentwicklung, welcher aber gegenüber den Kontrollläufen als zu optimistisch ausfielen. Das europäische Wettermodell war in seinen Simulationen zurückhaltender, hatte aber den gleichen Ansatz.

Heute berechnet das amerikanische Wettermodell eine gegenteilige Wetterentwicklung, bei der zwischen dem 20. und 21. August nur kurzzeitig eine Hochdruckbrücke über Mitteleuropa zustande kommen kann. Im weiteren Verlauf gelingt es einem Tiefdrucksystem bei England sich zu intensivieren und auf einer südlicheren Zugbahn über die Nord- bis zur Ostsee abzuziehen. In Folge daraus könnte das Wetter im Zeitraum vom 21. bis 31. August von diesem Tiefdruckzentrum über Skandinavien beeinflusst werden, was vor allem über Norddeutschland einem frühherbstlichen Wettercharakter entspräche. Wie kalt könnte es werden? Berechnet werden bspw. für den 27. August Tageshöchstwerte im Bereich zwischen +14 bis +18 Grad.

Wenn man so will, springt das amerikanische Wettermodell von einem "Extrem" in das Andere. Das europäische Wettermodell ist da etwas konservativer und bleibt dem durchwachsenen Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen des Sommers 2017 treu. Weder das Tiefdrucksystem, noch das Hochdruckgebiet kann sich maßgeblich über Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsetzen, was eine Wetterprognose nicht gerade vereinfacht.

Kontrollläufe: Mittelmäßiger Verlauf des Restsommers

Die Simulationen der amerikanischen Wettermodells waren in den letzten Tagen als "warmer Ausreiser" zu bezeichnen und heute gilt das in umgekehrter Richtung. Der Hauptlauf gehört zu den kältesten Varianten. Die Mehrheit der Kontrollläufe folgt dem nicht und berechnet im Zeitraum vom 20. bis 27. August über Süddeutschland eine Hochdruckdominanz, bei der die Niederschlagsneigung als gering einzustufen ist und darüber hinaus etwas zulegt.
Über Norddeutschland sieht die Entwicklung etwas anders aus. Hier macht sich der Tiefdruckeinfluss stärker bemerkbar, was die Niederschlagsneigung vom 22. bis 24. August und vom 26. bis 31. August im mäßig hohen Bereich belässt.
In der Temperaturberechnung zeigt sich über Süddeutschland ein Mittelwert des Temperaturspektrum von +20 bis +22 Grad im weitgehend Jahreszeit typischen Bereich, während über Norddeutschland mit einem Mittelwert von +18 bis +20 zu kühle Werte erreicht werden können.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 16.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Zusammengefasst zeigt sich weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Aufbau einer Hochdruckbrücke. Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen hat zum heutigen Stand die atlantische Frontalzone eine südlichere Zugbahn, was das Wetter über dem Norden mehr als über dem Süden beeinflussen kann. Veränderungen der Simulationen sind in den kommenden Stunden und Tagen noch sehr wahrscheinlich.

Anzeige

 

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!