Vom kühlen Regenwetter geht es im Verlauf des Wochenendes und zum Start in die neue Augustwoche wieder in den sommerlichen bis hochsommerlichen Bereich und die Neigung zu Schauern nimmt allgemein ab. Allerdings ist der sommerliche Wettercharakter nicht von langer Dauer, denn bereits zum Mittwoch erreicht eine Tiefdruckvorderseite Deutschland und sorgt von West nach Ost für teils kräftige Schauer und Gewitter mit örtlichen Potential für Unwetter (Details s. Wetter August 2017).

Tiefdruckaktivität rund um Grönland

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 13. bis 16. August eine rege Tiefdruckaktivität vom östlichen Kanada, Island und England bis nach Skandinavien. Gleichzeitig aber gelingt es einem Hochdruckkern sich über der Ostsee zu positionieren, während die Tiefdruckaktivität kurz vor Mitteleuropa sich weiter intensivieren kann.

Im Detail gibt es nun drei unterschiedliche Wetterentwicklungen, welche zum heutigen Stand die höchsten Eintreffwahrscheinlichkeiten haben.

  • Das Hochdrucksystem weitet sich über der Ostsee und dem östlichen Europa aus und hält dem Anrennen der Tiefdrucksysteme Stand. In Folge daraus würde Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen die Fronten der beiden Wettersysteme gelangen, was zwar zu warmen Temperaturen führen, aber auch die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann.
  • In der zweiten Variante verliert das Hochdrucksystem seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland und zwischen dem Kontinentalhoch über dem westlichen Russland und dem Azorenhoch entsteht über Mitteleuropa eine Lücke, in welche Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone aus nordwestlichen Richtungen vordringen können. Ein regnerischer, teils windiger und kühler frühherbstlicher Wettercharakter wäre aus dieser Konstellation heraus zu erwarten.
  • In der dritten Variante gelingt es den beiden Hochdrucksystemen quer über Mitteleuropa eine Hochdruckbrücke aufzubauen, was die Tiefdrucksysteme schon bei England daran hindert, weiter nach Mitteuropa vordringen zu können. Bei dieser Variante wäre über Deutschland, der Schweiz und auch Österreich mit einer sommerlich warmen Südwestwetterlage zu rechnen.

Zwischen Sommer und Frühherbst

Der Sommer neigt sich mit dem August seinem meteorologischen Ende entgegen und wir wurden die letzten Tage häufiger gefragt, ob der Hochsommer nun vorbei wäre. Häufiger zeigt sich nach der Statistik ab Mitte August ein zunehmend wechselhafter Wettercharakter, bei dem die Temperaturen nur noch sporadisch an die +30 Grad Marke heranreichen. Insofern ist ein länger andauernder hochsommerlicher Wettercharakter 2017 kaum mehr zu erwarten. Was aber in der letzten Augustdekade weiterhin möglich erscheint, ist eine stabile Sommerwetterlage, bei der die Temperaturen sich mit +22 bis +27 Grad im spätsommerlichen Bereich einpendeln können.

Die Kontrollläufe berechnen in ihrer heutigen Wetterprognose aber nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine stabile Wetterlage. Zwar steigen die Temperaturen im Zeitraum vom 14. bis 16./17. August in den sommerlich warmen Bereich an, sinken darüber hinaus bis zum 26. August auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ab, welcher im Trend auch leicht zu kühl ausfallen kann. In der Niederschlagserwartung zeigt sich vom 16. bis 26. August eine von Nord nach Süd abnehmende Niederschlagsneigung. Anders formuliert: eine stabile Wetterlage sieht anders aus und ist zum heutigen Stand zwar nicht auszuschließen, aber weniger wahrscheinlich.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 11.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: kühler Norden von Deutschland

Bereits seit einigen Tagen berechnet das Langfristmodell in seiner Wettervorhersage für den Norden mit einer Abweichung von -0,5 bis -1 Grad eine gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kühle Temperaturentwicklung im August 2017.
Über dem Süden liegt die Differenz mit +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen und sonst liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich. Die ersten 10 Tage vom August sind vorüber und schaut man sich den Temperaturmittelwert der vergangenen Tage an, so zeigt sich ein Temperaturüberschuss von rund +2 Grad im zu warmen Bereich (mit einem deutlichem Südost-Nordwest Gefälle). Dieser Temperaturüberschuss sollte sich gemäß der aktuellen Wetterprognose nun weiter normalisieren können.

In der Niederschlagsprognose zeigt sich mit den bevorstehenden und teils unwetterartigen Niederschlagsereignissen eine positive Entwicklung über dem Osten und Nordosten von Deutschland, während es über dem Westen und Südwesten kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert gibt.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 11.08.2017

Blickt man auf Europa, so wird das nördliche Spanien, Frankreich, sowie die gesamte Mittelmeerregion deutlich zu trocken berechnet, während über Skandinavien, dem westlichen Russland und dem östlichen Europa eine erhöhte Niederschlagsaktivität simuliert wird. Bei den Temperaturen zeigt sich von England, über das nördliche Frankreich, dem nördlichen Deutschland und Skandinavien eine leicht zu kühle Temperaturentwicklung gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Möchte man dies interpretieren, so ergibt sich daraus eine nach Süden verschobene Tiefdruckrinne, welche zeitweilig das Wetter über Mitteleuropa beeinflussen kann.

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