Nach den Hitzetagen folgt zum Start in die neue Woche am Montag noch ein recht angenehmer Sommertag in fast ganz Deutschland, bevor zum 8. und 9. August sich ein Wetterwechsel mit spürbar kühleren Temperaturen durchsetzen kann. Der Wetterwechsel erfolgt entsprechend turbulent, so dass mit unwetterartigen Wetterereignissen am Dienstag und Mittwoch gerechnet werden kann.

Wie lange hält sich die kühle und wechselhafte Wetterphase?

Das kommt auf verschiedene Faktoren an. Die Großwetterlage verändert sich in den kommenden Tagen in der Form, als dass auf dem Atlantik sich das Azorenhoch weiter nach Norden aufwölben kann. So meridionalisiert sich das Zirkulationsmuster über Mitteleuropa, was mit einem Tief bei England zum 8. und 9. August kühlere Luftmassen von Atlantik nach Deutschland, Österreich und auch die Schweiz führen kann. Folgende Optionen können sich hieraus ergeben:

  • Ist die atlantische Tiefdruckrinne stark genug, so kann eine Austrogung über Mitteleuropa verhindert werden
  • Trogt das Tiefdruckgebiet weiter nach Süden aus, so ist die Initialisierung eines Alpentiefs möglich, was weiterhin kühle Luftmassen bei einem äußerst regnerischen Wettercharakter über Deutschland hinwegführen kann
  • Ist das Tief bei England zu schwach, löst es sich relativ rasch auf und der Weg für das Azorenhoch in Richtung Mitteleuropa wird frei. Einigermaßen stabiles Sommerwetter bei sommerlich warmen Temperaturen wäre hieraus die Folge

Wenig sommerliche Varianten mit höherer Wahrscheinlichkeit

Soweit die Optionen, welche sich aus der aktuellen Großwetterlage entwickeln könnten. Das amerikanische Wettermodell berechnet heute die Variante eines Alpentiefs im Zeitraum vom 8. bis 14. August, was vor allem über Süddeutschland für ordentliche Niederschlagsmengen sorgen könnte. Ob das so kommt, bleibt aber abzuwarten, da solche eine Wetterlage im gradientenschwachen Umfeld sehr schwer vorherzusagen ist und sich in den kommenden Tagen durchaus Veränderungen in der Wettervorhersage ergeben können. Für den nachfolgenden Zeitraum berechnet das amerikanische Wettermodell die Verlagerung des Hochdrucksystems über Mitteleuropa, was die Niederschlagsneigung abklingen und die Temperaturen wieder in den sommerlich warmen Bereich ansteigen lassen kann.

Das europäische Wettermodell stützt die Abkühlung im Zeitraum vom 9. bis 11. August mehrheitlich, was die Eintreffwahrscheinlichkeit erhöht, allerdings findet ein Alpentief keine Unterstützung, sodass nach diesen Berechnungen nur von einer kurzen Abkühlung auszugehen ist.

Kontrollläufe: nichts Halbes und nichts Ganzes

Der durchwachsene Wettercharakter im Sommer 2017 bei einem Auf und Ab der Temperaturen wird wohl bis zum 20. August anhalten und somit eine stabile Sommerwetterlage verhindern können. Das bestätigen die Kontrollläufe, welche die für den Sommer deutlich zu kalten Temperaturen im Zeitraum vom 9. bis 12. August unterstützen. So kann am voraussichtlich kältesten Tag, den 11. August, der Mittelwert um 4 bis 8 Grad unter dem langjährigen Mittelwert liegen und sich erst darüber hinaus normalisieren und ab dem 15. August wieder im leicht zu warmen Bereich positionieren.

Die Niederschlagsneigung ist im Zeitraum vom 9. bis 13. August als hoch und darüber hinaus als schwach zu bewerten. Mit anderen Worten ist zum heutigen Stand nur von einer kurzen, aber kräftigen Abkühlung zum Beginn der zweiten Augustdekade zu rechnen.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 04.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Restlicher Verlauf des Sommers

Die Hitzewelle über dem Süden und Osten wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit beendet und der meteorologische Sommer selbst neigt sich mit dem August so langsam seinem Ende entgegen. Hitzewellen werden allein schon von dieser Betrachtung weniger wahrscheinlich werden, was aber das letzte Augustdrittel noch bringen kann, ist eine stabile Sommerwetterlage, bei der sich die Temperaturen bei +22 bis +27 Grad einpendeln können. Man wird sehen.

Das Langfristmodell jedenfalls berechnet in seiner heutigen Wetterprognose für die restlichen Sommertage mit einer Abweichung von -0,5 bis -1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert einen zu kalten Norden und mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad einen zu warmen Süden von Deutschland. Dazwischen liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich.
Aber auch in der Niederschlagsentwicklung zeigt sich der restliche Sommerverlauf unauffällig gegenüber dem vieljährigen Sollwert. Im Wettertrend könnte er leicht zu nass ausfallen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 04.08.2017

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