In den kommenden Tagen dominiert voraussichtlich bis zum 3./4. August eine Hitzewelle das Wetter über Deutschland, bei der im Verbund mit einem Tiefdrucksystem bei England und einem Hochdruckgebiet über dem östlichen Europa sehr heiße Luftmassen aus Afrika über die Mittelmeerregion bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden kann. In Folge dessen steigen die Temperaturen über dem Süden verbreitet auf +25 bis +30 Grad und örtlich bis +35 Grad und über dem Norden auf +24 bis +28 Grad und örtlich bis an die +30 Grad Marke heran. Da das Tiefdrucksystem sich langsam nach Osten verlagert, ist im Zeitraum vom 1. bis 5. August mit einer Neigung zu Schauern und Gewittern zu rechnen, welche örtlich auch Unwetterpotential erreichen können.

Wie lange hält sich die hochsommerliche Hitze?

Temperaturen um, bzw. jenseits der +30 Grad Marke sind für die meisten Menschen nicht angenehm und so kann man wieder die Definition von "schönem Wetter", oder "Supersommer" - wie sie aktuell von den Massenmedien publiziert wird - anführen. Dabei ist "schön" ein relatives und subjektives Empfinden und viele unserer Leser wünschen sich ein stabiles Sommerwetter bei Temperaturen zwischen +22 bis +27 Grad - also weit weg, von dem was kommt.

Damit eine stabile Sommerwetterlage eintreten kann, muss sich aber die Großwetterlage verändern und blickt man auf die aktuellen Simulationen des amerikanischen Wettermodells, so verlagert sich die Tiefdruckaktivität vom 5. bis zum 7. August über die Nordsee bis nach Skandinavien, was die Hitzewelle mit hoher Wahrscheinlichkeit beenden und in der Übergangsphase zu kräftigen Schauern und Gewittern führen kann.

Im Zeitraum vom 7. bis 11. August zeigt sich nach diesen Berechnungen eine langsame, aber dennoch stetige Veränderung der Hochdruckstruktur über Mitteleuropa, was unter bestimmten Voraussetzungen zu einer stabilen Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa führen könnte. Stand heute ist aber auch das nur eine vorübergehende Erscheinung, denn dazu wird die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik als zu hoch bewertet, was den Wettercharakter des Sommers 2017 mit einem durchwachsenen Wetter bei einem Auf und Ab der Temperaturen aufrecht erhalten kann.

Im Detail wird es aber auch darauf ankommen, wie sich die Wettersysteme in Form eines Hochdrucksystems über der Mittelmeerregion und einer Tiefdruckrinne von Neufundland über Island/England bis nach Skandinavien reichend zueinander positionieren werden. In den heutigen Simulationen des amerikanischen Wettermodells verlagert sich das Hoch etwas weiter nach Norden, was über Süddeutschland die Temperaturen bis zum 5. August im hochsommerlichen und darüber hinaus im Jahreszeit typischen Bereich absinken lassen kann. Für Norddeutschland sieht das etwas anders aus. Auch hier zeigt sich bis zum 4. August eine sommerliche Wetterphase, kippt aber im nachfolgenden Zeitraum unter vermehrten Tiefdruckeinfluss in den gegenüber dem langjährigen Mittelwert leicht zu kalten Bereich.

Warm, kalt oder normal?

Die Kontrollläufe bestätigen die im Detail hohen Unsicherheiten für den Zeitraum zwischen dem 5. und 12. August, bei der über Norddeutschland kühlere und über dem Süden wärmere Temperaturwerte erwartet werden können. Die Niederschlagsneigung bleibt im Zeitraum vom 1. bis 4. August hoch (Schauer und Gewitter), sinkt darüber hinaus bis zum 12. August über dem Süden ab und bleibt über dem Norden mäßig bis leicht erhöht. Wie die Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland aktuell berechnet werden, zeigt der Mittelwert des Temperaturspektrums, welcher am 9. August über dem Süden mit +23 bis +24 Grad im sommerlichen und über dem Norden mit +19 bis +20 Grad in leicht zu kühlen Bereich liegen kann.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 29.07.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: restlicher Sommerverlauf "normal"

Die gegenüber dem langjährigen Mittelwert Anfang August deutlich zu heißen Temperaturen könnten im weiteren Verlauf durch zu kühle Werte im ersten Augustdrittel ausgeglichen werden. Für den restlichen Verlauf des Sommers 2017 berechnet das Langfristmodell in seiner heutigen Wettervorhersage mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert über dem Norden einen normalen Temperaturverlauf, welcher über dem Süden mit einer Abweichung von bis +1 Grad leicht zu warm simuliert wird.

Im Niederschlagsverhalten simuliert das Langfristmodell keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem vieljährigen Sollwert und kann im Wettertrend leicht zu nass ausfallen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 29.07.2017

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