Deutschland befindet sich Anfang August in einer nicht einfach vorherzusagenden Wetterlage, bei der die Großwetterlage an sich klar strukturiert ist, aber wenige km Verschiebung der Wettersysteme zu komplett anderem Wetter führen kann - auch sind die Positionen darüber entscheidend, wie heiß es werden und wie stark das Potential für Unwetter ausfallen kann.

Wildes Südwestwetter, oder einfach nur heiß?

Zum aktuellen Stand liegt nach den Berechnungen der Wettermodelle Deutschland in den ersten Augusttagen zwischen einem Tiefdruckkomplex zwischen Island und England, welches versucht, sich bis zum 5. August weiter nach Skandinavien zu verlagern. Gleichzeitig baut sich von der Mittelmeerregion ein Hochdruckkeil bis über das östliche Europa auf und so sorgen beide Wettersysteme für eine Südwestwetterlage, deren Luftmassengrenze quer über Deutschland verlaufen kann.

Wie bei Südwestwetterlagen häufig zu beobachten, ist über dem Nordwesten mit einer höheren Niederschlagsneigung bei kühleren Temperaturen (+20 bis +25 Grad), als über dem Südosten (+25 bis +30 Grad) zu rechnen. Zwischendurch schieben sich immer wieder Feuchtpakete, welche eine generelle Schauer- und Gewitterneigung aufrecht erhält und am 1. August und auch am 4. und 5. August das Potential für Unwetter erhöhen kann.

Gradientenschwache Zustände - wer setzt sich durch: Sommerhoch oder turbulentes Tiefdruckwetter?

Auch wenn die Wettervorhersage Im Detail nicht einfach ist, ist nachfolgend mit drei wesentlichen Wetterentwicklungen zu rechnen. Nicht selten setzt sich im Sommer ein südwestlich orientiertes Strömungsmuster durch und sorgt im weiteren Verlauf für einen insgesamt sommerlichen Wettercharakter.

Im anderen Fall gelingt es der atlantischen Frontalzone sich bis Skandinavien durchzusetzen und eine Tiefdruckrinne von Neufundland über Island, England bis nach Skandinavien zu initialisieren. Die daraus entstehende Wetterlage wäre westlich und von Wind, Regen und kühleren Temperaturen geprägt.

Die dritte Variante ist eine "Entscheidungslose" - Deutschland verbleibt im Einflussbereich beider Fronten und mit einem durchwachsenen Sommerwetter bei einem Auf und Ab der Temperaturen setzt sich das Wetter der letzten Wochen fort.

Kontrollläufe: es wird kühler und wenig sommerlich

Um die Frage zu beantworten, was zum heutigen Stand die wahrscheinlichere Wetterentwicklung wäre, so bestätigen die Kontrollläufe heute erneut den Wettertrend der letzten Tage. Demnach ist eine Hitzewelle im Zeitraum vom 1. bis 4. August sehr wahrscheinlich, vor allem über Süd- und Ostdeutschland. Darüber hinaus geht es mit einem markanten Wetterwechsel mit dem Temperaturtrend nach unten, welcher im Zeitraum vom 6. bis 12. August auch unter dem langjährigen Mittelwert im leicht zu kalten Bereich liegen können. Die Niederschlagsneigung ist nach den Kontrollläufen über dem Norden leicht bis mäßig erhöht und über dem Süden leicht erhöht zu bewerten. Mit anderen Worten ist nach den Kontrollläufen vom 1. bis 12. August nicht mit einem stabilen Sommerwetter zu rechnen.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 28.07.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Zusammenfassend:

  • Sommerlich heißer Start in den August
  • Neigung zu Schauern und Gewittern mit Potential für Unwetter bleibt erhalten
  • Entwicklung der Großwetterlage in der ersten Augustdekade noch wenig sicher
  • Wettertrend geht nach den Kontrollläufen in einen wechselhaften und relativ kühlen Wettercharakter über
  • Wetterwechsel wird im Zeitraum zwischen dem 5. und 6. August berechnet
  • Trotz der teils hochsommerlichen Werte Anfang August hat ein stabiles Sommerwetter wenig Chancen sich bis zur Monatsmitte durchzusetzen

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