Den kühlsten Tag beschert die frische Atlantikbrise und am heutigen Samstag. Mit vermehrten Auflockerungen macht sich bereits von Süden her ein Hochdruckkeil bemerkbar, um das Wetter in den kommenden Julitagen zu beeinflussen. Dabei gelingt sogar die Absplittung des Hochdruckkeils, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz im Verlauf der kommenden Woche für einen hochsommerlich warmen Grundcharakter sorgen kann. Gleichzeitig aber sorgt ein Tiefdrucksystem mit Kern zwischen Island, England und Skandinavien im Verbund mit dem Hoch zum einen für die Anströmung sehr warmer Luftmassen, zum anderen aber auch für feuchte Luftmassen, was im Verlauf der neuen Woche die Neigung zu Schauern und Gewittern aufrecht erhält, wobei ab Mittwoch das örtliche Unwetterpotential ansteigen kann (Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Juli 2017).

Setzt sich das Sommerhoch durch?

In den letzten Tagen war es fraglich, inwieweit sich das labile, aber autarke Hochdrucksystem über Mitteleuropa positionieren kann. Verstärkt es sich, oder wird es von der atlantischen Frontalzone nach Osten weggedrückt? Die Kontrollläufe hatten da eine klare Antwort - der Wettercharakter bleibt wie gehabt: durchwachsen bei einem Auf und Ab der Temperaturen.

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute den Hochdruckeinfluss noch bis zum kommenden Donnerstag, dann schwächt sich das Hoch ab und geht wieder in einen Hochdruckkeil des Azorenhochs über. So gelangt Deutschland zum nächsten Wochenende an den östlichen Hochdruckgradienten, was aus nördlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland führen kann. Simuliert werden bspw. für den 23. Juli Tageshöchstwerte im Bereich zwischen +18 bis +24 Grad. Sommertemperaturen sehen anders aus. Hinzu kommt noch der zunehmende Einfluss der atlantischen Frontalzone, so dass mit weiteren Niederschlägen gerechnet werden kann.
Im Zeitraum vom 24. bis 31. Juli unternimmt der Sommer einen weiteren Anlauf, sich in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz durchzusetzen. So dehnt sich das Azorenhoch erneut in Richtung Mitteleuropa aus und könnte die Temperaturen mit +22 bis +27 Grad wieder in den sommerlich warmen Bereich ansteigen lassen. Als stabile Sommerwetterlage ist das aber auch nicht zu bezeichnen, da dieses Sommerhoch zu labil berechnet wird, als dass es sich gegen die Feuchtpakete der Tiefdrucksysteme durchsetzen könnte. Mit anderen Worten: sommerlich warm ja, aber durchwachsen.

Das europäische Wettermodell berechnet einen ganz ähnlichen Ansatz, bei der die sommerliche Hitzeperiode im Verlauf der kommenden Woche bereits am Donnerstag wieder beendet sein könnte und nachfolgend die atlantische Frontalzone das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem windigen, kühlen und wechselhaften Grundcharakter beeinflussen kann.

Wie wahrscheinlich ist ein Wetterumschwung?

Die Kontrollläufe bestätigen auch heute wieder ein beständiges Auf und Ab der Temperaturen. So ist die sommerliche Hitze im Zeitraum vom 18. bis 22. Juli zu erwarten. Darüber hinaus normalisiert sich das Temperaturspektrum bis zum 24. Juli und kühlt sich bis zum 31. Juli weiter ab, so dass der Zeitraum vom 25. bis 31. Juli gegenüber dem langjährigen Mittelwert auch leicht zu kühl ausfallen könnte.

Diagramm Temperaturen im Juli 2017 vom 15.07.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Juli 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wie entwickelt sich der restliche Sommer?

Kommt noch einmal eine stabile Sommerwetterlage, oder macht der Sommer gerade so weiter wie er es seit Juni schon macht? Nicht nur der Siebenschläferzeitraum vom 27. Juni bis 10. Juli ließ schon Rückschlüsse auf einen durchwachsenen, aber durchaus normalen bis zu warmen Sommer zu, nein, es scheint sich auch dieses Mal zu bestätigen, dass wenn es in diesem Zeitraum keine stabile Sommerwetterlage gibt, im Sommer mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine mehr nachfolgt.
Schaut man sich die Kontrollläufe und deren aktuelle Wettervorhersage für den August 2017 an, so zeigt sich eine berechnete Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich, mit der Tendenz leicht zu warm auszufallen. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich die Wetterprognose unauffällig gegenüber dem Sollwert, könnte aber in der Tendenz über dem Süden Deutschlands und dem Alpenraum von Österreich und der Schweiz leicht zu nass ausfallen. Das Fazit zum heutigen Stand: Ein normaler bis leicht zu warmer, aber auch durchwachsender Sommer 2017.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 15.07.2017

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen