Wenn der Sommer 2017 was kann, dann ist es die Beständigkeit beim Auf und Ab der Temperaturen bei einem wechselhaften Wettercharakter. Ein stabiles Sommerwetter gab es bisweilen nicht, dafür aber zahlreiche Hitzetage mit Temperaturen von mehr als +30 Grad. Auch in den kommenden Julitagen ändert sich daran nichts. So bleiben die Temperaturen über dem Süden im hochsommerlichen (+25 bis +33 Grad) und über dem Norden im sommerlichen Bereich (+20 bis +25 Grad). Dazu gibt es Phasenweise immer wieder mal etwas Niederschlag in Form von Schauern und Gewittern, welche insbesondere am Freitag und auch am Montag das örtlichem Unwetterpotential erhöhen können (Details: Wettervorhersage Juli 2017).

Wird das Sommerwetter im zweiten Juli Drittel beständiger?

Schaut man sich die Simulationen der Großwetterlage beider Wettermodelle an, so lässt es das Konstrukt aus der atlantischen Tiefdruckrinne von Neufundland bis nach Skandinavien und einem ortsfesten Azorenhoch eine stabile Wetterlage nicht zu und im Detail ob die Temperaturen sommerlich warm oder frühlingshaft frisch ausfallen werden, hängt davon ab, wie sich das Azorenhoch verhalten wird.

Hochsommer mit stabiler Sommerwetterlage möglich

Im Zeitraum vom 12. bis 16. Juli erfolgt nach den Berechnungen beider Wettermodelle ein Wetterumschwung und hält das bisherige Grundmuster vom Auf und Ab der Temperaturen aufrecht. So wird die Sommerhitze im Verlauf der kommenden Woche mit frischeren Luftmassen aus nordwestlichen Richtungen wohl beendet werden können. Der Grund hierfür ist das Azorenhoch, welches weit weg von Mitteleuropa liegt, es aber an seinem östlichen Gradienten ermöglicht, dass die Tiefdrucksysteme der atlantischen Tiefdruckrinne über Mitteleuropa aus nordwestlichen Richtungen "abrutschen" können.
So gleichen sich die Berechnungen gegenüber den letzten Tagen, was die Abkühlung insgesamt wahrscheinlicher macht. Mit was für einem Wettercharakter wäre zu rechnen? Mit viel Niederschlag, windigem Wetter bei Temperaturen, welche mit Werten zwischen +17 bis +23 Grad für die Jahreszeit etwas zu kühl ausfallen können.
Im weiteren Verlauf berechnet das amerikanische Wettermodell aber eine grundlegende Änderung, bei der die Tiefdrucksysteme schon bei Grönland nach Süden abtropfen und das Azorenhoch die Möglichkeit erhält, sich nach Osten in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz auszudehnen. Etwa zur gleichen Zeit entsteht über der Barentssee ein weiteres Hochdrucksystem, so dass sich eine imposante Hochdruckbrücke von den Azoren über Mitteleuropa bis zur Barentssee und Karasee entwickeln kann. Sollte dieser Aufbau der Hochdruckbrücke im Zeitraum vom 16. bis 21. Juli gelingen, so wäre mit einer ersten stabilen Wetterlage im Sommer 2017 zu rechnen.

Kontrollläufe: wenig Sommer im zweiten Juli Drittel

Ob die sommerlich stabile Großwetterlage tatsächlich so kommt, wie sie vom amerikanischen Wettermodell berechnet wird, darf zum heutigen Stand noch bezweifelt werden und muss sich in den kommenden Stunden und Tagen erst noch bestätigen. Rein statistisch würde die Wetterentwicklung ganz gut zur Wettersingularität der sog. Hundstage passen, bei der im Zeitraum vom 23. Juli bis 13. August sich der Hochsommer häufig mit einer stabilen Wetterlage über Deutschland durchsetzen kann.
Die Kontrollläufe jedenfalls stützen die Sommertemperaturen noch bis zum 11. Juli und anschließend geht es markant abwärts. Die Temperaturen können im Zeitraum vom 12. Juli bis 18. Juli um 3 bis 8 Grad zurückgehen und sich auf einen Mittelwert von +18 bis +19 Grad über dem Norden und +20 bis +21 Grad über dem Süden einpendeln. Das wäre gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 1 bis 3 Grad zu kühl. Zudem berechnen die Kontrollläufe vom 10. bis 20. Juli eine über dem Norden mäßige und über dem Süden leicht erhöhte Niederschlagsentwicklung, was eine stabile Sommerwetterlage in der zweiten Julidekade wenig wahrscheinlich macht. Erst zum Beginn des letzten Juli Drittels zeigt sich eine normale bis sommerliche Temperaturentwicklung.

Diagramm Temperaturen im Juli 2017 vom 06.07.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Juli 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Das Wetter Sommer 2017 hat ein hohes Potential zu warm auszufallen

Die bevorstehende hochsommerlichen Temperaturen lassen den Temperaturmittelwert deutlich ansteigen, sodass bis zum 12. Juli ein Temperaturüberschuss von rund +1,5 Grad aufgebaut werden könnte. Mit den etwas kühleren Tagen im zweiten Juli Drittel sollte sich der Mittelwert wieder normalisieren können. Entscheidend, ob der Juli zu warm, zu kalt oder normal ausfallen wird, ist also die Wetterentwicklung der letzten Julidekade.
Das Langfristmodell nimmt in seiner heutigen Wettervorhersage für den Juli eine weitere Korrektur vor und berechnet eine Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend im normalen Bereich und über dem Norden mit einer Abweichung von bis -1 Grad leicht zu kühl und über dem Südwesten mit +1 Grad leicht zu warm.
Für das Wetter im August bleibt die Berechnung mit -0,5 bis +1 Grad normal und kann im Trend etwas zu warm ausfallen.
In der Niederschlagsentwicklung wird der Juli deutlich zu trocken und der letzte Sommermonat August leicht zu trocken gegenüber dem Sollwert berechnet.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 06.07.2017

Zusammenfassung der Wetterprognose Sommer 2017

  • Eine hochsommerliche Hitzephase ist bis zum 11. Juli vor allem über Süddeutschland wahrscheinlich
  • Die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern bleibt bis zum 13. Juli hoch und örtliches Potential für Unwetter ist nicht auszuschließen
  • Ab dem 12. Juli ist mit einer markanten Abkühlung zu rechnen
  • Niederschlagsneigung bleibt im zweiten Julidrittel über dem Norden hoch und über dem Süden leicht erhöht
  • Eine stabile Sommerwetterlage ist in der zweiten Julidekade weniger wahrscheinlich
  • Amerikanisches Wettermodell stellt zum Beginn der Hundstage eine stabile Wetterlage in Aussicht, welche in den kommenden Tagen noch bestätigt werden muss
  • Der Wettertrend für den Sommer 2017 bleibt normal, durchwachsen und kann im Trend zu warm ausfallen

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