Das Wetter im zweiten Sommermonat Juli startet durchwachsen und mit Temperaturen von +15 bis +20 Grad und örtlich bis +22 Grad gegenüber den Jahreszeit typischen Werten deutlich zu kühl. Der Juli ist statistisch der wärmste Monat der Sommermonate und besticht hauptsächlich durch seine hochsommerliche Wetterphase, welche häufig ab der zweiten Juli Hälfte beginnt. Aktuell ist von Sommerwetter in den aktuellen Wettervorhersagen der Wettermodelle wenig zu erkennen. Ja, ab und an erreichen die Temperaturen mit Werten zwischen +22 bis +27 Grad auch sommerliche Werte, aber der Wettercharakter bleibt bis zur Wochenmitte weitgehend unbeständig. Stabiles Sommerwetter ist bis zum 4. Juli nicht zu erwarten.

Sorgt ein Hochdruckkeil für stabile Wetterverhältnisse?

Der Grund für das wechselhafte und auch etwas unterkühlte Wetter ist die atlantische Frontalzone, welche weit nach Süden reicht und das Azorenhoch auf den Atlantik zurücktreibt. Etwa um den 3. Juli erfolgt vom Azorenhoch der nächste Vorstoß zum Aufbau eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa, was zunächst in Form eines labilen Hochdruckkeils gelingen mag, aber über Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum vom 5. bis 9. Juli mit einer südwestlichen Grundströmung sommerlich warme Luftmassen heranführen kann. Simuliert werden in diesem Zeitraum Temperaturen zwischen +24 bis +28 Grad über dem Süden und +18 bis +24 Grad über dem Norden, was durchaus der Jahreszeit entsprechen mag. Gleichzeitig werden aber auch feuchte Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern aufrecht erhalten kann.
Auch das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, so dass die eingangs gestellte Frage nach stabilen Wetterverhältnissen im ersten Juli Drittel zum aktuellen Stand mit nein beantwortet werden kann.

Wettertrend bis Mitte Juli 2017

Die Großwetterlage ist nach den aktuellen Berechnungen von einer kräftigen und nach Süden verlagerten Tiefdruckrinne und einem Hoch über den Azoren dominiert. Das sind die "Zutaten", welche für ein westlich orientiertes Zirkulationsmuster benötigt werden und selten ein Garant für stabile und sommerliche Wetterverhältnisse sind. Vielmehr sind sie ein Garant für abwechslungsreiche Wetterlagen, bei der sich Regen- und Sommertage rege abwechseln können. So ist auch der aktuelle Wettertrend nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells vom 10. bis 15. Juli zu bewerten. Der Hochdruckkeil des Azorenhochs kann sich nicht über Deutschland, Österreich und der Schweiz behaupten und kann zum 10. Juli von weiteren Tiefdrucksystemen der atlantischen Frontalzone nach Westen weggedrückt werden. Der Wettercharakter bleibt demnach wechselhaft und unbeständig, aber mit einer nordwestlichen Grundströmung könnten von Nordwesten mit +15 bis +22 Grad wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden.

Kontrollläufe: Sommer 2017 bleibt unbeständig

Ob die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells tatsächlich so eintreten werden, bleibt noch zu bezweifeln. Warum? Wenige hundert Kilometer in der Positionierung der Wettersysteme zueinander können nach dem 5. Juli entscheidend darüber sein, ob sich sommerliche Temperaturen oder frühlingsfrische Luftmassen durchsetzen können und so verwundert es auch nicht, dass das amerikanische Wettermodell zwar grundsätzlich die gleiche Großwetterlage berechnet, aber im Ergebnis derzeit für Deutschland jeden Tag eine andere Variante berechnet.
Die Kontrollläufe bestätigen heute eine nur kurze kühle Wetterperiode im Zeitraum vom 30. Juni bis 4. Juli. Darüber hinaus zeigt sich ein ansteigendes Temperaturspektrum, welches im Zeitraum vom 5. bis 8. Juli knapp über und vom 9. bis 15. Juli um den langjährigen Mittelwert herum pendelt. Anders formuliert sind vom 5. bis 15. Juli Jahreszeit typische Temperaturwerte zu erwarten, welche in der Tendenz auch leicht zu kühl ausfallen können - Hochsommer Fehlanzeige. So liegt das Temperaturspektrum am 8. Juli zwischen +16 bis +28 Grad (Mittelwert: +19 Grad über dem Norden und +22 Grad über dem Süden) und am 15. Juli zwischen +14 bis +29 Grad (Mittelwert: +20 bis +22 Grad).
Zu den gemäßigten Temperaturen berechnen die Kontrollläufe über den gesamten Zeitraum hinweg eine mäßig hohe Niederschlagserwartung, was klassisches Sommerwetter bis Mitte Juli wenig wahrscheinlich macht.

Diagramm Temperaturen im Juli 2017 vom 30.06.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Juli 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Sommer 2017: Langfristmodell reagiert auf die aktuelle Entwicklung

Das Langfristmodell hatte in den letzten Tagen im Trend mit einer Abweichung von bis -1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert einen zu kühlen Juli berechnet und bestätigt diesen Trend heute mit einer Abweichung von -1 bis +0,5 Grad, was zum heutigen Stand eine normale bis leicht zu kühle Temperaturentwicklung im Juli 2017 wahrscheinlicher als eine zu warme macht. Das bestätigt die oben beschriebenen Berechnungen der Wettermodelle eines durchwachsenen Wettercharakters bis Mitte Juli. Für den August 2017 berechnet das Langfristmodell eine Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich, welche mit einer Abweichung von +1 Grad auch leicht zu warm ausfallen kann. Zusammen mit dem deutlich zu warmen Juni (viertwärmster Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen) ergibt sich im Schnitt über die Sommermonate nach den Berechnungen des Langfristmodells ein leicht zu warmes Wetter im Sommer 2017.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 30.06.2017

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