Das Wetter im Sommer war bisweilen geprägt durch die unbeständige Großwetterlage bei sehr warmen Temperaturen im Juni. Eine beständiges Sommerhoch war nicht zu beobachten und auch die weiteren Aussichten auf das Wetter im Juli zeigen weiterhin ein Auf und Ab der Temperaturen, wobei es gerade in den ersten Julitagen auch empfindlich kühl werden kann.

Siebenschläferzeit kann über den weiteren Wetterverlauf im Sommer entscheidend sein

In den Medien wird das Thema in den kommenden Tagen sicherlich hoch gekocht werden, aber tatsächlich zeigt sich in der Großwetterlage, welche sich im Siebenschläferzeitraum vom 27. Juni bis 11. Juli einstellt, vor allem über Süddeutschland eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese das Wetter im Sommer maßgeblich beeinflussen kann. Insofern ist es von großem Interesse, wie nachhaltig der Wetterwechsel Anfang Juli ist. Ist es nur ein kurzes laues Lüftchen, oder setzt sich die atlantische Frontalzone mit voller Wucht über Deutschland, Österreich und der Schweiz durch?

Das amerikanische Wettermodell berechnet in seinen heutigen Simulationen eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen nur kurzen Kaltlufteinbruch Anfang Juli, welcher darüber hinaus sich bis zum 10. Juli wieder in den sommerlich warmen Bereich entwickeln kann. Aber: die Berechnung der Großwetterlage zeigt ein weiterhin beständiges Auf und Ab der Temperaturen, bei der die Tiefdrucksysteme der Frontalzone, sowie ein Hochdruckkeil des Azorenhochs um die Vormachtstellung über Mitteleuropa "kämpfen". Zum heutigen Stand gelingt es weder dem Hoch sich mit einer Sommerwetterlage, noch dem Tiefdrucksystem mit Dauerregen über Deutschland durchzusetzen. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen demnach zwischen den Fronten, sodass bei Temperaturen von +20 bis +25 Grad mit einem unbeständigen Wettercharakter und einer Neigung zu Gewittern gerechnet werden kann.

Das europäische Wettermodell stützt die kühle Temperaturphase Anfang Juli und auch in diesen Berechnungen zeigt sich nach dem 4. Juli mit der nächsten Tiefdruckvorderseite eine ansteigende Tendenz der Temperaturen in Richtung sommerlich "normale" Werte.

Sommer, Sonne, Strand im Panoramablick
So schön kann ein Sonnenaufgang im Sommer am Strand sein

Wetterentwicklung im Sommer: Hop oder Top

Bereits Mitte Juni stand die Entwicklung der Großwetterlage vor einer ähnlich unsicheren Wetterentwicklung, bei der nicht ganz klar war, wie sich das letzte Juni Drittel entwickeln könnte. Letztlich war es dann deutlich zu warm, wenngleich auch durchwachsen. So hat der Juni gegenüber dem langjährigen Mittelwert aktuell einen deutlichen Temperaturüberschuss von rund +2,6 Grad vorzuweisen, welcher bis Ende Juni voraussichtlich nur noch geringfügig abgebaut werden könnte. So startet der Sommer 2017 gegenüber dem vieljährigen Mittelwert viel zu warm und umso spannender ist die Frage, ob der Juli und August diesen Temperaturüberschuss mit zu kaltem Wetter abbauen, oder mit sommerlich heißen Temperaturen sogar noch ausbauen kann? Geht es nach dem Langfristmodell, so herrscht mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine Neutralität vor, was den Sommer mit dem Temperaturüberschuss vom Juni zu warm ausfallen lassen kann. Im Wettertrend simuliert das Langfristmodell für den Sommer eine positive Abweichung von bis +1 Grad, so dass die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Sommer zum heutigen Stand maßgeblich gestützt wird.
In der Niederschlagsprognose gibt es kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert. Im Wettertrend zeigt sich über dem Norden eine leicht positive (zu nass) und über Süddeutschland leicht negative Abweichung (zu trocken).

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 24.06.2017

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