Die Simulationen der Wettermodelle bestätigen heute einen Wetterwechsel zum zweiten Sommermonat Juli hin und stützen damit die Berechnungen der letzten Tage, was die Eintreffwahrscheinlichkeit zunehmend erhöht. So könnten Anfang Juli die Temperaturen spürbar kühler, der Wind zunehmen und der Wettercharakter insgesamt unbeständiger werden. Der Mittelwert des sog. Temperaturspektrums liegt im Zeitraum vom 1. bis 5. Juli etwa um 3 bis 5 Grad unter dem Niveau, was für die Jahreszeit sonst üblich wäre.

Ausgleichsverhalten, oder nur eine kurze Störung des Sommerwetters?

Spielt sich eine Wetterlage ein, wie es bspw. im Juni mit einem steten Auf und Ab der Temperaturen der Fall war, so spricht man von einer Wiederholungsneigung. Bleibt die Wetterlage über einen längeren Zeitraum bestehen, so spricht man von einer Erhaltungsneigung, welche sich - wie der Name schon sagt - gerne selbst durch die immer wiederkehrenden Großwetterlagen erhält. Das Gegenteil der Erhaltungsneigung ist das Ausgleichsverhalten, welches eben eine andere - gegenteilige - Großwetterlage zur Folge haben kann und ebenfalls für längere Zeit anhalten und wiederum in eine Erhaltungsneigung übergeht, usw..

Für den Wetterablauf über den Sommer ist es also durchaus von Bedeutung, wie lange der zwischenzeitlich wahrscheinliche Wetterwechsel Anfang Juli durchsetzen kann. Handelt es sich nur um eine kurze Störung, welche die Erhaltungsneigung nur Phasenweise unterbricht, oder steckt doch mehr dahinter? "Kritisch" ist zudem der Zeitraum des möglichen Wetterwechsels zu bewerten, denn eigentlich pendelt sich Anfang Juli die Großwetterlage allmählich auf stabile Sommerwetterlagen ein und bereitet sich quasi auf den Hochsommer vor. Nicht umsonst hat der sog. Siebenschläferzeitraum mit einer Eintreffwahrscheinlichkeit von 60 bis 80 Prozent eine für den Süden so hohe Bedeutung. Und genau in diesen Zeitraum fällt nun also möglicherweise der markante Wetterwechsel.

Mögliche Auswirkungen auf das Wetter im Sommer

Bereits vor ein paar Wochen haben wir über die Sonnenaktivität geschrieben und dass diese sich bis zum Jahre 2010 einem Zyklusminimum nähert. Häufiger zeigte sich in den Jahren kurz vor Erreichen des Minimums eine erhöhte Niederschlagsaktivität und auch der Trend zu "normalen" Temperaturen. Es sei aber an dieser Stelle auch bemerkt, dass der letzte "normale" Sommer zwischenzeitlich schon 20 Jahre zurückliegt und eine annähernde Normtemperatur für viele Menschen subjektiv als zu kalt empfunden werden kann.

Sonnenaktivität und Sonnenzyklus 2017
Sonnenfleckzyklus © NASA

Das Langfristmodell berechnet die Sommermonate Juli und August mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert weitgehend normal und könnte in der Tendenz mit einer Abweichung von +1 Grad auch zu warm ausfallen. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich für den Juli und August kaum Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Mittelwert und können über dem Süden im Trend etwas zu trocken und über dem Norden etwas zu nass ausfallen.

Insofern passen die Signale ganz gut zu einem durchwachsenen, aber durchaus normalen Wetterverlauf im Sommer. Dabei zeigt sich der Juni mit seinen Hitzeperioden durchaus außergewöhnlich und hat zwischenzeitlich ein Temperaturüberschuss von rund +2,2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert aufbauen können. Mit anderen Worten legt der Sommer mit dem Juni schon mal ordentlich vor und dass die folgenden Sommermonate im Schnitt jeweils um 1 Grad zu kühl ausfallen werden, ist zum heutigen Stand nicht zu erwarten. So hat der Sommer 2017 bereits heute schon eine hohe Wahrscheinlichkeit zu warm auszufallen - und das nicht nur wegen der Statistik und des Klimawandels.

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen