Der Wettercharakter bleibt in den kommenden Tagen durchwachsen und reicht von hochsommerlich warm am Donnerstag (Fronleichnam) bis zu kühl am Freitag und teils auch noch am Samstag, bevor zum Sonntag die Temperaturen von Süden her wieder in den sommerlichen Bereich ansteigen können. Der Grund hierfür ist die Konstellation aus einem Hochdruckkeil des Azorenhochs, welches bis knapp nach Deutschland reicht und einem Tiefdrucksystem über der Ostsee. Im Verbund der beiden Wettersysteme gelangen aus nordwestlichen Richtungen kurzzeitig kühlere Luftmassen nach Deutschland.

Sommerliche Erwärmung am Wochenende nur von kurzer Dauer

Der Hochdruckkeil des Azorenhochs ist nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells nicht stark genug, um sich weiterhin über Mitteleuropa positionieren zu können. Stattdessen greift zum 18. und 19. Juni ein Tiefdrucksystem der atlantischen Frontalzone auf Skandinavien über und "drückt" das Hoch nach Westen weg. So kann über Deutschland, Österreich und der Schweiz ein meridionales Strömungsmuster entstehen, bei dem aus nördlichen Richtungen wenig sommerliche Luftmassen herangeführt werden können.
Wie kalt kann es werden?Simuliert werden am kältesten Tag, dem 21. Juni, Tageshöchstwerte zwischen +14 bis +18 Grad und örtlich bis +22 Grad. Sommerwetter sieht definitiv anders aus.

Meridionales Strömungsmuster mit Chancen auf Hochsommer im letzten Juni Drittel

Bei einem meridionales Zirkulationsmuster kommt es immer darauf an, wo das Tiefdruckzentrum liegt. Befindet sich dies über Skandinavien, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, als dass es über Deutschland kühler werden kann. Liegt das Tief über Osteuropa, so könnte es sogar noch kühler werden. Verlagert sich das Tiefdrucksystem aber nach Westen - was im Sommer häufiger der Fall ist - so gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die sommerlich warme, aber auch feuchte Vorderseite des Tiefdrucksystems. Das amerikanische Wettermodell berechnet solch eine Wetterentwicklung im Zeitraum vom 25. bis 28. Juni 2017, zuvor bleibt es im Zeitraum vom 19. bis 25. Juni mit höherer Wahrscheinlichkeit kühl.

Das europäische Wettermodell folgt den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells nicht und simuliert eine östliche Verlagerung der Hochdrucksystems zwischen Deutschland und dem östlichen Europa, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum vom 19. bis 23. Juni 2017 eine erste hochsommerliche Hitzewelle zur Folge haben kann.

Kontrollläufe: kühle Temperaturphase zum Beginn des letzten Juni Drittels wahrscheinlich

Wie bereits in den letzten Tagen stützen die Kontrollläufe auch heute einen Temperaturrückgang im Zeitraum vom 19. bis 22. Juni, welcher mit seinem Mittelwert auch unter dem langjährigen Mittelwert - im leicht zu kalten Bereich - liegen kann. Darüber hinaus kann sich der Temperaturtrend vom 22. bis 28. Juni normalisieren, aber eine hochsommerliche Wetterlage hat demnach genauso viele Wahrscheinlichkeiten vorzuweisen, wie eine deutlich zu kalte Variante. Das zeigt zum einen wie komplex die kommende Wetterentwicklung ist und zum anderen, wie sehr es im Detail darauf ankommt, wie sich die Wettersysteme zueinander positionieren können. Veränderungen sind in der Wetterprognose in den kommenden Tagen möglich. Deutlicher zeigt sich die Unsicherheiten im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen im Juni 2017 vom 13.06.2017

Die Verhältnisse der Kontrollläufe im Juni 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: ein normaler Sommer 2017

Auch heute berechnet das Langfristmodell in seiner Wettervorhersage für den Sommer 2017 eine durchschnittliche Temperatur, welche gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad berechnet wird. Im Trend zeigt sich mit einer Abweichung von bis +1 Grad eine leicht zu warme Temperaturentwicklung im Sommer. Was ist normal? Diese Frage haben wir in den letzten Tagen des Öfteren gestellt bekommen, welche Temperaturen denn in einem durchschnittlichen Sommer normal sind: +20 bis +25 Grad, häufiger bis +27/+28 Grad, seltener bis +30 Grad und darüber hinaus, dazu ein wechselhafter Wettercharakter, seltener stabile Sommerwetterlagen.
In der Niederschlagssimulation berechnet das Langfristmodell über die Sommermonate von Juni, Juli und August eine zunehmend deutlich zu trockene Tendenz. Blickt man auf Europa, so erstreckt sich die zu trockene Linie von England, Deutschland bis über das östliche Europa. Über Skandinavien und auch über der Mittelmeerregion zeigt sich eine positive Niederschlagstendenz (etwas zu nass), was zum heutigen Stand auf eine überwiegende Hochdruckdominanz Mitteleuropa schließen lässt.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 13.06.2017

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