Der leicht wechselhafte Wettercharakter mit einem Auf und Ab der Temperaturen bleibt bis einschließlich Mitte der kommenden Woche erhalten, wobei nach einem Temperaturrückgang zum Montag und Dienstag die Werte am Mittwoch wieder eine ansteigende Tendenz aufweisen und bis zum Donnerstag (15.06.2017, Fronleichnam) sommerliche Werte erreichen können.

Die Wetterentwicklung bleibt im zweiten Juni Drittel komplex

Ob das zweite Juni Drittel letztlich sommerlich warm, oder doch unterkühlt ausfallen wird, hängt unweigerlich damit zusammen, wie sich ein Tief- und ein Hochdrucksystem zueinander positionieren werden. Drei wesentliche Varianten sind zum heutigen Stand im Zeitraum vom 14. bis 22. Juni nach den Simulationen des amerikanischen und europäischen Wettermodells möglich.

  • In der ersten Variante verlagert sich die Tiefdruckaktivität mehr und mehr über den skandinavischen Raum und bildet dort ein zentral steuerndes Tiefdrucksystem aus. In Folge dieser Entwicklung gelingt es dem Hochdrucksystem sich im Bereich westlich von Deutschland zwischen den Azoren, England und dem europäischen Nordmeer auszudehnen. So können im Zeitraum vom 15. bis 22. Juni aus nördlichen Richtungen recht frische und wenig sommerliche Luftmassen nach Deutschland geführt werden. Wenn man so möchte, kann man diesen Zeitraum im Falle eines Eintretens noch der Wettersingularität der sog. Schafskälte zuordnen, deren statistische Häufung im Zeitraum vom 4. bis 20. Juni liegt.
  • In der zweiten Variante bleibt die Hochdruckbrücke zwischen den Azoren über England und Deutschland bis über das östliche Europa intakt und den Tiefdrucksystemen gelingt die Einflussnahme auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht. Diese Wetterentwicklung ist zugleich auch eine sommerliche Variante, bei der die Temperaturen im Bereich von +20 bis +28 Grad schwanken können.
  • In der dritten Variante gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen die Fronten der Wettersysteme. Das bedeutet, dass die Hochdruckbrücke südlicher verläuft und die Tiefdruckrinne mehr an Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa nehmen kann. Anders formuliert resultiert aus dieser Variante eine durchaus sommerlich warme, aber auch durchwachsene und zu Schauern und Gewittern neigende Südwestwetterlage.

Kontrollläufe: kein stabiles Sommerwetter

Das Auf und Ab der Temperaturen im Sommer 2017 geht nach den Kontrollläufen mit höherer Wahrscheinlichkeit bis zum 23. Juni 2017 so weiter. Immer wieder kommt es auf der Vorderseite eines Tiefdrucksystems zu einer Anströmung sehr warmer Luftmassen aus südlichen bis südwestlichen Richtungen und nachfolgend strömen mit Abzug des Tiefdrucksystems kühlere Luftmassen nach Deutschland. Den nächsten Temperaturanstieg in den sommerlichen Bereich berechnen die Kontrollläufe im Zeitraum vom 13. bis 17. Juni, sinkt darüber hinaus bis zum 20. Juni auf ein Jahreszeit typisches Niveau ab und könnte zwischen dem 20. und 22. Juni sich sogar gegenüber dem langjährigen Mittelwert im leicht zu kühlen Bereich bewegen.
Juni 2017 zu warm, normal oder zu kalt? Rückblickend haben die bereits vergangenen Juni Tage einen Temperaturüberschuss von rund +0,6 Grad im leicht zu warmen Bereich vorzuweisen. Aufgrund der aktuellen Prognosen könnte das zweite Juni Drittel insgesamt die leicht positive Abweichung für die bereits vergangenen Sommertage noch bekräftigen, so dass am Ende ein normaler bis zu warmer Temperaturverlauf im Juni wahrscheinlicher als zu kalte Werte im ersten Sommermonat sind. Deutlicher zeigt sich das im Verhältnis von zu kalt, normal und zu warm im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen im Juni 2017 vom 10.06.2017

Die Verhältnisse der Kontrollläufe im Juni 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter im Sommer 2017: Langfristmodell weiterhin auf normalen Kurs

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose für den Sommer 2017 einen normalen Temperaturverlauf über die Sommermonate von Juni bis August 2017, welche im Trend jeweils leicht zu warm ausfallen können. So liegen die Abweichungen meist zwischen -0,5 bis +0,5 Grad und können gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von bis +1 Grad auch etwas zu warm ausfallen.
Betrachtet man die Simulation der zu erwartenden Niederschläge des Langfristmodells, so ist zum heutigen Stand ein normaler Sommer zu erwarten, welcher in der Tendenz - vor allem im August - auch zu trocken ausfallen kann. Möchte man ein Fazit aus diesen Berechnungen ziehen, so bleibt die Wetterprognose des Langfristmodells bei einem normalen und durchschnittlichen Sommer, welcher im Trend zu warm und zu trocken ausfallen kann.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 10.06.2017

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