Als Sommer könnte man in den kommenden Tagen allenfalls die Temperaturen am Donnerstag und Sonntag durchgehen lassen, sonst bleibt sich der durchschnittliche und durchwachsene Wettercharakter im Sommer 2017 bislang treu. Eine stabile und sommerliche Großwetterlage ist derzeit bis zum 11. Juni nicht zu erkennen.

Ein Hochdrucksystem verhindert stabiles Sommerwetter

Vom östlichen Kanada, über Neufundland, England und dem westlichen Skandinavien erstreckt sich bis zum 9./10. Juni die Tiefdruckrinne der atlantischen Tiefdruckaktivität und sorgt von den Azoren über die Mittelmeerregion bis über das östliche Europa für den Aufbau von hohem Luftdruck. Mit einer südwestlichen Grundströmung können somit warme aber auch feuchte Luftmassen mit Schauern und Gewittern nach Deutschland geführt werden.
Das ändert sich aber nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells im Zeitraum vom 11. bis 15. Juni 2017 in der Form, als dass sich über dem skandinavischen Raum ein Tiefdrucksystem zentralisieren kann. In Folge daraus entsteht auf dem Atlantik mehr Entwicklungsspielraum für ein Hochdrucksystem sich zwischen den Azoren, England und Island entsprechend positionieren zu können. Die Auswirkungen auf das Sommerwetter könnten in solch einer Konstellation "verheerend" sein, da über einen längeren Zeitraum hinweg zwischen beiden Wettersystemen kühlere Luftmassen nach Süden bis nach Deutschland geführt werden können. Wie kalt könnte es werden? Simuliert werden zum heutigen Stand bspw. für den 15.06.2017 (Fronleichnam) Tageshöchstwerte im Bereich zwischen +15 bis +22 Grad bei einem durchwachsenen Wettercharakter.

Das europäische Wettermodell berechnet noch eine weitere Variante, bei der die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik hoch bleibt und dadurch eine Ausdehnung des Azorenhochs nach Norden verhindert. So wäre zwar auch hier mit einem wenig stabilen Sommerwetter zu rechnen, dafür könnten aber die Temperaturen mit +18 bis +24 Grad und örtlich bis +26 Grad bis zum 16. Juni durchaus im angenehmen Bereich verbleiben.

Kontrollläufe: Temperatursturz am 13./14. Juni

Das Auf und Ab der Temperaturen geht weiter. Durchaus sommerliche Temperaturen können am 9. Juni und 11. Juni erreicht werden, bevor zum 13. Juni die Temperaturen um 7 bis 10 Grad zurückgehen können. Das gilt durchaus als signifikant und wird von den Kontrollläufen mehrheitlich gestützt. Allerdings sinkt das Temperaturniveau auf ein für die Jahreszeit normales Niveau ab und liegt im Temperaturspektrum im Bereich zwischen +14 bis +26 Grad bei einem Mittelwert von +16 bis +17 Grad über dem Norden und +19 bis +20 Grad über dem Süden. Darüber hinaus berechnen die Kontrollläufe ein wieder ansteigendes Temperaturniveau, welches bspw. am 19. Juni zwischen +16 bis +29 Grad bei einem Mittelwert von +21 bis +22 Grad über dem Norden und +23 Grad über dem Süden durchaus wieder als sommerlich warm bezeichnet werden kann. In der Niederschlagssimulation bleibt der Wettercharakter bis zum 14. Juni als durchwachsen und darüber hinaus als leicht wechselhaft zu bezeichnen. Eine länger andauernde und wechselhafte "Kältewelle" sieht anders aus und ist als weniger wahrscheinlich zu bewerten.

Diagramm Temperaturen im Juni 2017 vom 7. Juni

Die Verhältnisse der Kontrollläufe im Juni 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Entscheidend wird die Position sein

Nein, in Stein gemeißelt ist ein wenig sommerlicher Temperaturabschnitt im zweiten Juni Drittel nicht und schon gar nicht beim Wetter. Ob warm oder kühl hangt ganz davon ab, ob sich die atlantische Frontalzone überhaupt bis nach Skandinavien durchsetzen kann. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist zwar zum heutigen Stand hoch, aber auch der Hochdruckkeil hat nicht gerade wenige Chancen, sich im zweiten Juni Drittel mit einem durchaus sommerlichen Temperaturcharakter durchzusetzen.

Sommer 2017: Langfristmodell reagiert auf die aktuelle Simulation der Wettermodelle

Der Juni wurde - nicht nur Aufgrund des fulminanten Starts des Sommers Ende Mai und Anfang Juni - vom Langfristmodell mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5 bis +1 Grad zu warm (über dem Süden bis +2 Grad zu warm) berechnet. Aktuell liegt die Temperaturabweichung der bereits vergangenen Juni Tage bei +1,30 Grad noch im zu warmen Bereich und könnte sich in den kommenden Tagen weiter normalisieren.
Sollte sich nun das zweite Juni Drittel normal entwickeln, müsste sich im letzten Juni Drittel eine stabile Sommerwetterlage einstellen um den Juni 2017 - wie ursprünglich einmal berechnet - deutlich zu warm ausfallen zu lassen. Das scheint aber nach den jüngsten Berechnungen des Langfristmodells nicht der Fall zu sein und so wird der Juni mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich simuliert. Das entspräche in etwa dem Temperaturcharakter der letzten Tage.
Der Juli und August wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend normal, mit dem Trend leicht zu warm auszufallen simuliert. Grundlegend ändert sich an der normalen und durchwachsenen Sommerprognose 2017 nach dem Langfristmodell nichts, welcher im Trend weiterhin leicht zu warm ausfallen kann.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 7. Juni 2017

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