Die Wetterentwicklung bis zum kommenden Wochenende zeigt es ganz gut, wie durchwachsen der Sommer 2017 über Deutschland bislang verläuft und auch noch verlaufen kann. Eine stabile sommerliche Großwetterlage hat sich bislang nicht einstellen können, die Durchschnittstemperatur der bereits vergangenen Juni Tage liegt aber mit einer Abweichung von +2,11 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Zudem zeigt sich der Wettercharakter bisweilen durchwachsen und könnte auch zum kommenden Wochenende für ein Auf und Ab der Temperaturen sorgen.

Wenig Stabilität in der Wetterentwicklung für den Sommer

Der Grund für den wechselhaften Wettercharakter ist schnell ausgemacht. Die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik drängen regelrecht in Richtung Mitteleuropa, werden aber von einem Hochdrucksystem daran gehindert, weiter nach Osten voranzukommen. So liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz bis zum 11./12. Juni überwiegend zwischen den Fronten des Tiefdruck- und des Hochdrucksystems in einer relativ warmen und über dem Süden auch sommerlichen Südwestanströmung der Luftmassen.

Sommerlich warmer oder kühler Verlauf des zweiten Juni Drittels?

Die Wettermodelle berechnen weiterhin unterschiedliche Entwicklungen für das zweite Juni Drittel. Im Wesentlichen unterscheiden diese sich in den Temperaturen, welche empfindlich kühl oder sommerlich warm ausfallen können. In der kalten Variante gelingt es der atlantischen Frontalzone sich zum 12. Juni 2017 über Skandinavien in Form eines Zentraltiefs zu positionieren. Gleichzeitig verlagert sich das Hoch über den Atlantik und positioniert sich dort zwischen Island, England und den Azoren in einer weit nördlichen Position. In Folge daraus fehlt der hohe Luftdruck über der Mittelmeerregion, was aus nördlichen Richtungen kalte Luftmassen über Deutschland bis nach Österreich und der Schweiz führen kann. Tageswerte zwischen +11 bis +19 Grad wären bspw. am 15. Juni 2017 (Fronleichnam) zum heutigen Stand nicht auszuschließen.

In der zweiten Variante bleibt alles wie gehabt. Das Hoch östlich von Deutschland, die Tiefdruckaktivität westlich davon, was den sommerlichen bis hochsommerlichen Temperaturcharakter bei einem zu Schauer und Gewittern neigenden Wettercharakter erhalten kann.

Sommerwetter: Hop oder Top!?

Der mögliche Kaltlufteinbruch wäre schon eine Hausnummer und in der Entwicklung der Großwetterlage könnte dieser den Großteil des zweiten Juni Drittel mit beeinflussen. Wie wahrscheinlich sind aber die Verhältnisse zueinander? Die Kontrollläufe berechnen ein Temperaturspektrum am 13. Juni von +13 Grad bis +26 Grad (Mittelwert: +16 bis +17 Grad) und am 18. Juni von +14 Grad bis +27 Grad (Mittelwert: +18 bis +20 Grad). Der Mittelwert entspricht nicht gerade einem Sommerkriterium ist aber durchaus ein typischer Wert für den ersten Sommermonat, doch die zu kalten Varianten sind nicht von der Hand zu weisen, was sich besser im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse zueinander darstellen lässt.

Diagramm Temperaturen im Juni 2017 vom 6. Juni

Die Verhältnisse der Kontrollläufe im Juni 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: typisch deutscher Sommer

Das Langfristmodell berechnet den ersten Sommermonat Juni mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich. Der Juli und August 2017 werden mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend normal, mit dem Trend leicht zu warm auszufallen berechnet.
Im Niederschlagsverhalten zeigt sich nach der Wetterprognose des Langfristmodells ein durchwachsenes Wetter im Sommer, bei der im Juni und August die Niederschlagsaktivität gegenüber dem Sollwert leicht erhöht und im Juli leicht zu trocken ausfallen kann.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 6. Juni 2017

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