Die Wetterentwicklung in den kommenden Tagen zeigt sich in einem gradientenschwachen Umfeld durchaus dynamisch, bei der sich labile Schichtungen in den Luftmassen ergeben und für kräftige Schauer und Gewitter sorgen können. In den ersten Juni Tagen beruhigt sich dann das Wetter und sorgt vor Pfingsten für eine nachlassende Niederschlagstätigkeit bei zunehmender Sonnenscheindauer und ansteigenden Temperaturen. Mit anderen Worten: durchaus sommerlich war und durchwachsen.

 

Um Pfingsten erneut kräftige Schauer und Gewitter möglich

Das Zwischenhoch, welches kurz vor Pfingsten für ein mehr an Sonnenschein sorgen kann, schwächt sich nach den aktuellen Wetterprognosen der Wettermodelle über Pfingsten ab und ein Tiefdrucksystem kann seinen Einflussbereich auf Deutschland ausweiten. In Folge dessen ist mit erneuten Schauern und Gewittern zu rechnen, wobei ein örtliches Unwetterpotential zum heutigen Stand nicht ausgeschlossen werden kann. Ein stabiles Sommerhoch ist bis über Pfingsten über Deutschland in den Simulationen nicht zu erkennen, wobei die Temperaturen mit +20 bis +25 Grad und örtlich bis +27 Grad sich durchaus im sommerlichen Bereich bewegen können.

 

Wie wird das Wetter nach Pfingsten - setzt sich der Sommer durch?

Betrachtet man die unterschiedlichen Simulationen der Wettermodelle, so ist diese Frage mit ja und nein gleichermaßen zu beantworten.

 
  • Das europäische Wettermodell berechnet z.B. den Durchbruch der atlantischen Frontalzone von Nordwest nach Südost und führt wenig sommerliche Temperaturen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, so dass die Werte im Zeitraum vom 6. bis 10. Juni auf +13 bis +20 Grad zurückgehen könnten. Dabei ist mit viel Niederschlag und einem unangenehmen Wind zu rechnen. Kurzum: der Sommer macht nach diesen Berechnungen eine Pause und die sog. Schafskälte könnte Einzug halten.
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  • Anders sind die Simulationen des amerikanischen Wettermodells, welches ein Tiefdrucksystem zwischen Island und England und einen Hochdruckkeil zwischen den Azoren quer über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis nach Skandinavien berechnet. Das hätte zur Folge, dass die atlantische Frontalzone nicht weiter nach Osten vorankommen und auf der Vorderseite - im Verbund mit dem Hochdruckkeil - warme und sommerliche Luftmassen nach Deutschland führen kann. Diese Luftmassen aus südwestlichen Richtungen sind aber entsprechend feucht, so dass im Zeitraum vom 6. bis 12. Juni mit einer erhöhten Neigung zu Schauern und Gewittern gerechnet werden kann. Anders formuliert: sommerliche Temperaturen ja, ein stabiles Sommerwetter eher nein.
 

Superzellen im Sommer: Faszinierend, "schön" und gefährlich - in dieser Art in Deutschland aber unwahrscheinlich.

   

Sommer 2017 noch in der Orientierungsphase

So gilt es auch für den Sommer im Juni, wie auch für das Pfingstwetter: Hop oder Top. Was aber ist am wahrscheinlichsten für den Juni, bzw. den Zeitraum vom 6. bis 12. Juni - kommt die Schafskälte, oder bleiben die Temperaturen sommerlich warm? Die Kontrollläufe berechnen noch ein differenziertes Bild von der Wetterentwicklung im ersten Sommermonat. So sind die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells als leicht zu warm und die des europäischen Wettermodells als zu kühl zu bewerten. Der Mittelwert liegt nach den Kontrollläufen vom 1. Juni bis 12. Juni im Bereich der Jahreszeit typischen Temperaturen und sind im Trend auch etwas zu warm zu bewerten. Mit anderen Worten durchwachsener aber durchaus normaler Start in den Sommer.

 

Diagramm Temperaturen im Juni 2017 vom 29. Mai

Die Verhältnisse der Kontrollläufe Juni 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

 

Wetterprognose des Langfristmodells: Sommer zu warm

In der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells zum Sommer 2017 wird der Monat Juni mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert leicht zu warm berechnet, wobei über Süddeutschland die Abweichung auch bis +2 Grad betragen kann. Im Juli 2017 liegt die Abweichung mit -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich und auch für den August tut sich was gegenüber den letzten Wochen. So liegt die Abweichung nun zwischen -0,5 bis +0,5 Grad ist im Trend aber mit einer Abweichung von bis zu +1 Grad als leicht zu warm zu interpretieren.
Im Niederschlagsverhalten wird der Sommer vom Langfristmodell im Juni und Juli zu trocken und im August normal, mit einer etwas zu trockenen Tendenz gegenüber dem Sollwert simuliert.

 

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 29. Mai 2017

Vergleich Sommerprognose Langfristmodell mit Abweichung zum Mittelwert

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