Mit einem Tiefdrucksystem zwischen Island und England gelangen in den kommenden Tagen sommerlich warme Luftmassen nach Deutschland, was die Temperaturen bis Donnerstag und Freitag auf +20 bis +25 Grad und örtlich bis auf +28 Grad ansteigen lassen kann. Der erste Sommertag mit Temperaturen von über +25 Grad ist also in einigen Regionen durchaus möglich.

Wie wird das Wetter zum Vatertag / Christi Himmelfahrt am 25. Mai 2017?

Das Tiefdrucksystem zieht weiter nach Osten und positioniert sich zum 18. und 19. Mai im Bereich zwischen England und Skandinavien, was die Warmluftzufuhr über Deutschland noch intensivieren kann, gleichzeitig werden aber feuchte Luftmassen herangeführt, was die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern wieder ansteigen lassen kann - erneutes Unwetterpotential ist im Zeitraum von Donnerstag bis Samstag nicht auszuschließen. Das Tiefdrucksystem kommt aber nicht sonderlich weiter nach Osten voran, zumindest nicht nach den Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells. Stattdessen blockiert zunehmend hoher Luftdruck über Skandinavien das Tiefdruckgebiet, was über Deutschland zu einer leichten Abkühlung bei einem grundsätzlich unbeständigen Wettercharakter führen kann. So werden die Tageshöchstwerte im Zeitraum vom 20. bis 23. Mai im Bereich zwischen +15 bis +20 Grad berechnet und können bei länger andauerndem Niederschlag mit +12 bis +16 Grad auch darunter liegen.

Zum nächsten verlängerten Wochenende rund um den Vatertag bestätigt sich aber der Wettertrend der letzten Tage. Dem Tiefdrucksystem gelingt es nicht, sich so über Skandinavien zu positionieren, um mit einem Hochdrucksystem über dem Atlantik kühlere Luftmassen nach Deutschland zu führen. Stattdessen simulieren die Wettermodelle zwei unterschiedliche Varianten, welche aber durchaus einen ähnlichen Wettercharakter an Christi Himmelfahrt zur Folge haben können.

  • Das amerikanische Wettermodell berechnet eine Tiefdruckachse von den Azoren, über England bis nach Skandinavien verlaufend, während sich zum 25. Mai über Deutschland ein Hochdrucksystem aufbauen kann. Das zu Grunde liegende Strömungsmuster ist südwestlich orientiert, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu warmen Sommerwetter führen kann, welches bei Temperaturen von +20 bis +25 Grad, örtlich bis +28 Grad von kräftigen Schauern und Gewittern begleitet werden kann.
  • Das amerikanische Wettermodell berechnet für den Vatertag einen Hochdruckkomplex zwischen dem östlichen Kanada, Grönland und Skandinavien und drückt dadurch die atlantischen Tiefdrucksysteme weit nach Süden. Passend zum 25. Mai liegt Deutschland aber noch auf der wärmeren Vorderseite des Tiefdrucksystems und auch hier zeigt sich der Aufbau eines Hochdruckkeils in Richtung Mitteleuropa. So können die Temperaturen nach diesen Berechnungen mit +17 bis +23 Grad als früh sommerlich warm bezeichnet werden, bei einer leicht erhöhten Niederschlagsneigung .

Das ist derzeit aber nur eine Momentaufnahme, welche sich Aufgrund der komplexen Wetterentwicklung noch verändern. Bestätigt wird ein sommerlich warmer Wettertrend von den Kontrollläufen zum heutigen Stand noch nicht und liegen mit ihrem Mittelwert auch knapp unter dem langjährigen Durchschnittswert. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm:
Diagramm Temperaturen Vatertag 2017 vom 15. Mai

Welche Auswirkungen hat das auf das Wetter im Sommer 2017?

Nach dem viel zu kalten Start in den Mai, welcher aktuell noch ein Defizit gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -1,4 Grad aufzuweisen hat, wird es in den kommenden Tagen nun sommerlich warm, was das Defizit weiter abbauen und bis zum letzten Mai Drittel unter Umständen auch normalisieren könnte. Entscheidend wird für den Mai dann das letzte Drittel sein und schaut man sich die Kontrollläufe an, so liegt der Mittelwert im letzten Mai Drittel weitgehend unter dem langjährigen Mittelwert und steigt erst zum Ende Mai in den positiven Bereich an. Somit ist für den Mai also noch alles möglich.

Auffällig aber bleibt in den Simulationen die Positionierung von Hochdrucksystemen über Nordeuropa und Grönland. Ein stabiles Azorenhoch ist derzeit nicht zu erkennen, was auch die ersten Sommertage im Juni und damit auch das Wetter an Pfingsten noch mit beeinflussen könnte. Warum? "Fehlt" das Azorenhoch, so ist die Wahrscheinlichkeit für die Tiefdrucksysteme höher, sich vor Mitteleuropa nach Süden ausdehnen zu können. Ist das der Fall, so steigt ebenfalls die Wahrscheinlichkeit von hohem Luftdruck über dem östlichen Europa an, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer teils sommerlich warmen Südwestwetterlage führen kann, bei der über dem Nordwesten die Niederschlagsneigung höher als über dem Südosten eingestuft werden kann. Als eine stabile Sommerwetterlage wäre das aber nicht zu bezeichnen, da die Tiefdrucksysteme über kurz oder lang nach Osten vorankommen können.

Geht es nach den Langfristmodell, so wird der erste Sommermonat mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal und in der Tendenz leicht zu warm berechnet. Im Niederschlagsverhalten wird der Juni über dem Norden von Europa zu trocken und der Süden deutlich zu nass simuliert. Deutschland liegt zwischen den Bereichen, was den Juni über dem Süden und Westen zu nass und den Norden und Osten zu trocken ausfallen lassen kann.
Der Juli 2017 wird nach dieser Prognose mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm und der August mit -0,5 bis +0,5 normal mit der Tendenz leicht zu kühl auszufallen simuliert. In der Niederschlagserwartung zeigt sich der Juli - zum heutigen Stand - zu trocken und der August leicht zu nass. Zieht man das Fazit aus den Berechnungen des Langfristmodells zum heutigen Stand, so verändert sich gegenüber den letzten Tagen kaum etwas: ein normales Wetter ist im Sommer 2017 zu erwarten, welches tendenziell etwas zu warm aber durchaus auch durchwachsen ausfallen kann.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 15. Mai 2017

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