Turbulente Wettertage stehen von Donnerstag bis einschließlich Montag kommender Woche mit kräftigen Schauern und Gewittern und örtlichem Unwetterpotential bevor. Der Grund hierfür ist ein Tiefdrucksystem zwischen Island und England welches auf seiner Vorderseite früh sommerlich warme aber auch feuchte Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland führt, was die Neigung zu Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann. Da die Schauer und Gewitter in einem dynamischen Umfeld auftreten, ist eine Wettervorhersage wann, wo und wie stark im Detail noch nicht möglich und wird sich meist auf den sog. Nowcastbereich beziehen.

Hochdruckwetter im Verlauf der kommenden Woche mit sommerliche Temperaturen?

Seit Tagen berechnen die Wettermodelle im Zeitraum vom 14. bis 18. Mai den Aufbau einer Hochdruckbrücke, welche sich von den Azoren, der Mittelmeerregion, über Deutschland sich bis nach Skandinavien erstrecken kann. Gleichzeitig "pumpt" aber das Tief bei Island weiterhin warme und feuchte Luftmassen nach Norden. Deutschland liegt aber nach der Simulation des amerikanischen und auch europäischen Wettermodells weitgehend im Einflussbereich des Hochdrucksystems, was die Temperaturen im Zeitraum vom 16. bis 18. Mai auf +20 bis +25 Grad, örtlich bis +28 Grad noch weiter ansteigen lassen könnte. Der erste Sommertag mit Werten von über 25 Grad wäre demnach möglich. Schauer sind dann seltener und begrenzen sich meist auf den Norden und Nordwesten.

Wetterausblick auf Christi Himmelfahrt am 25. Mai (Vatertag)

Bleibt das Wetter jetzt sommerlich warm, oder ist das nur eine kurze Episode? Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so ist der Zustrom sehr warmer Luftmassen wohl nur eine vorübergehende Erscheinung, denn im Zeitraum vom 18. bis 25. Mai verlagert sich das Tiefdrucksystem von Island und England weiter nach Osten bis über Skandinavien. Das bis dahin über Skandinavien liegende Hochdrucksystem weicht nach Osten aus und spielt für die Wetterentwicklung zunächst keine Rolle mehr. Auf dem Atlantik entsteht aber ein weiteres Hochdruckgebiet und positioniert sich nach den aktuellen Berechnungen am 22./23. Mai zwischen Grönland und den Azoren als Blockadehoch auf dem Atlantik. So fehlt über der Mittelmeerregion das "stützende" Hochdruckgebiet, was dazu führen kann, dass das Tief über Skandinavien nach Süden - über Mitteleuropa - austrogen kann. In Folge daraus wäre vom 19. bis 25. Mai mit zurückgehenden Temperaturen zu rechnen. Wie kalt könnte es an Christi Himmelfahrt 2017 werden? Simuliert werden - zum heutigen Stand - nach dem amerikanischen Wettermodell Werte im Bereich zwischen +9 bis +15 Grad, was für die Jahreszeit zu kalt ist und mit Sommerwetter weniger was zu tun hat.

Ob das aber so kommen mag, bleibt abzuwarten. Warum? Das Hochdrucksystem ist nicht zu unterschätzen und gerne neigen die Wettermodelle auch dazu, das vorherige Muster noch einmal erneut zu berechnen. Der Blick auf die Kontrollläufe lässt die Wahrscheinlichkeit für eine wenig sommerliche Temperaturphase im letzten Mai Drittel gegenüber gestern aber etwas ansteigen, nachdem das zweite Mai Drittel gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen kann. So liegt das Temperaturspektrum am 18. Mai zwischen +14 bis +28 Grad (Mittelwert: +20 bis +22 Grad über dem Norden, Westen und Osten und bis +24 Grad über dem Süden) und am 25. Mai (Vatertag) zwischen +10 bis +25 Grad (Mittelwert: +16 bis +17 Grad). Deutlicher zeigt sich nach der zu warmen Phase die Normalisierung mit Trend für leicht zu kühlen Werten im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm:
Diagramm Temperaturen Vatertag 2017 vom 10. Mai

Erhaltungsneigung mit Auswirkungen auf den Sommer?

Sollte sich das Hochdrucksystem im letzten Mai Drittel tatsächlich westlich von Europa in Form eines Blockadehochs positionieren können, so wäre über Mitteleuropa eine erneut meridionale Grundströmung zu erwarten (Nord-Süd, Süd-Nord) und würde eine beachtliche Erhaltungsneigung darstellen. Warum Erhaltungsneigung? Das meridionale Strömungsmuster ist seit Mitte April aktiv und dominiert weitgehend seit Oktober 2016 das Wettergeschehen (wobei meridional nicht immer mit zu kalten Temperaturwerten gleichzusetzen ist). Das Langfristmodell stützt zum Sommeranfang im Juni die Annahme von einem Hochdrucksystem über dem nördlichen Europa mit einer Abweichung der Temperaturen von -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich vor allem der skandinavische Raum deutlich zu trocken, was dort für ein Hochdrucksystem spricht. Weiter nach Süden nimmt die Niederschlagsneigung zu, was vor allem über der Mittelmeerregion zum heutigen Stand zu einer positiven Niederschlagsbewertung führt (zu nass). Deutschland liegt im Bereich zwischen dem Hoch über dem Norden und den Tiefdrucksystemen über dem Süden, was zu einer leicht positiven Niederschlagsabweichung führen könnte. Das Sommerwetter könnte demnach also durchwachsen in den Juni starten.

Das Wetter im Juli wird nach dem Langfristmodell mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad ebenfalls normal bis leicht zu warm berechnet, wobei über dem Norden und Nordosten die kühleren Werte simuliert werden. Der Sommermonat August bleibt mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber den letzten Tagen "normal" mit dem Trend auch leicht zu kühl auszufallen. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich der Juli leicht zu trocken und der August leicht zu nass gegenüber ihren Sollwerten. Zusammenfassend ist zum heutigen Stand und nach den Berechnungen des Langfristmodells ein normales und durchwachsenes Wetter im Sommer 2017 zu erwarten.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 10. Mai 2017

Was bedeutet "normal", wie ist das zu bewerten? Die Temperaturen bewegen sich meist im Bereich zwischen +22 bis +27 Grad, seltener bis +30 Grad und darüber hinaus. Was spricht gegen einen "normalen" Sommer? Der Klimawandel - es ist mittlerweile schon 20 Jahre her, als dass ein Sommer normal, bzw. leicht zu kalt ausfiel.

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