Die Eisheiligen setzen sich in den kommenden Tagen mit kühleren Temperaturen und einem wechselhaften Wettercharakter durch. Terminlich etwas verfrüht, können aber dennoch als solche bewertet werden. Der Grund hierfür liegt in der Konstellation von einem Hochdrucksystem zwischen Island und Grönland und einem Tiefdrucksystem über der Barentssee, welche im Verbund zueinander die kalten Luftmassen nach Süden führen und am Montag und Dienstag Deutschland überqueren können. Nachtfrost ist vor allem in der Nacht auf Dienstag und auf Mittwoch in einigen Regionen nicht auszuschließen. Ein drittes Wettersystem wird aber das Wetter in den darauf folgenden Tagen bis einschließlich Freitag dominieren können und liegt zum aktuellen Zeitpunkt noch in Form eines kräftigen Tiefdrucksystem auf dem Atlantik über den Azoren.
Dieses Tiefdrucksystem kommt im Verlauf der Woche weiter nach Osten voran und positioniert sich zum Mittwoch zwischen den Azoren, England und Spanien und führt auf seiner Vorderseite milde Luftmassen nach Norden, was über Deutschland zu ansteigenden Temperaturen, aber gleichzeitig auch zu einem unbeständigen Wettercharakter mit Schauer und Gewittern führen kann.

Aufwärtstrend der Temperaturen bestätigt sich

Mit dem Tiefdrucksystem wird die Hochdruckachse des Hochdruckgebietes zwischen Grönland und Island in Richtung Neufundland weggedrückt und hat somit kaum mehr Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa. Stattdessen sorgt der Kaltluftzustrom bei Grönland für die Initialisierung weiterer Tiefdrucksysteme über dem isländischen Raum, was im Zeitraum vom 12. bis 20. Mai im Wesentlichen zu zwei unterschiedlichen Wetterentwicklungen führen kann.

  • In der ersten Entwicklung festigt sich die atlantische Frontalzone über Island. Gleichzeitig entsteht aber von den Azoren, über die Mittelmeerregion bis über das östliche Europa eine Hochdruckbrücke, was im Verbund beider Wettersysteme zu einer warmen, teils schon sommerlich warmen Südwestzirkulation führen kann, bei der es über dem Nordwesten etwas unbeständiger als über dem Südosten von Deutschland sein kann.
  • Die zweite Entwicklung ist im Aufbau zunächst ähnlich. Anstatt einer Hochdruckbrücke bildet sich aber zur Monatsmitte ein Hochdruckgebiet über dem skandinavischen Raum, welches die atlantische Frontalzone bei Island blockieren kann. Deutschland würde bis zur Monatsmitte und auch darüber hinaus im Einflussbereich des Hochdrucksystems liegen, was mit einer östlichen Grundströmung durchaus zu Jahreszeit typischen Temperaturen führen kann.

Die Gemeinsamkeiten beider Varianten liegen im Tiefdrucksystem auf dem Atlantik und einem Hochdruckgebiet zwischen Mitteleuropa und Skandinavien. Im Ergebnis hat das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Ende der zu kalten Temperaturen zur Folge, da sich das Zirkulationsmuster aufgrund dieser Konstellation allmählich normalisieren kann. Ob sommerliche Temperaturen von bis zu +25 Grad erreicht werden können, lässt sich zum heutigen Stand noch nicht beantworten, aber auch nicht ausschließen. Deutlicher zeigt sich der normalisierende bis leicht zu warme Temperaturtrend im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse von zu kalt / normal / zu warm.

Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 7. Mai

Der Ausblick auf den Sommer

"Wie wird der Sommer 2017?" bzw. "wann kommt der Sommer?". Solche und ähnliche Anfragen erhalten wir derzeit per E-Mail gehäuft und liegt vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Pfingstferien in 2017 im Juni und damit in den ersten Sommermonat fallen. Speziell für Pfingsten erfolgt heute gegen 17:00 Uhr ein erster Wettertrend für das Pfingstwetter.

Was aber lässt sich über den Sommer sagen? Es gibt zwei konträr zueinander wirkende Randfaktoren, welche das Wetter beeinflussen könnten. Zum einen ist da die abnehmende Sonnenaktivität, was dazu führen kann, dass die Tiefdruckaktivität zu und die Temperaturen abkühlen können. Der dazu konträr wirkende Randfaktor ist die Klimaerwärmung, welche den Effekt ausgleichen, oder gar in das Gegenteil - einem zu warmen Sommer - führen kann (schließlich ist es nun schon 20 Jahre her, als ein Sommer letztmalig gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt ausgefallen ist). Was und ob sich letzten Endes durchsetzen kann, ist zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Auffällig ist jedoch die Anzahl der Hochdrucksysteme seit Oktober letzten Jahres in einer nördlicheren Position, was häufiger (und wie auch seit Mitte April andauernd) zu "gestörten" Zirkulationsmustern führen kann. Mit anderen Worten ist seit Monaten eine meridionale Grundströmung (Nord-Süd, Süd-Nord) häufiger als eine West-, oder Südwestwindströmung zu beobachten.
Das kann - hypothetisch - in den Sommermonaten Juni, Juli und August dazu führen, dass die "normale" Zirkulationsstruktur von West nach Ost sich durchsetzen kann. In Folge daraus wäre mit einem durchwachsenen und mäßig warmen Wetter im Sommer 2017 zu rechnen.

In gewisser Weise stützt das Langfristmodell diese Annahme. So soll nach der aktuellen Wetterprognose der Juni mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm und örtlich mit bis +2 Grad zu warm ausfallen. Der Juli wird mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm und der August mit -0,5 bis +0,5 Grad normal, mit der Tendenz leicht zu kalt auszufallen berechnet.
In der Niederschlagsberechnung zeigt sich der Juni gegenüber dem Sollwert normal, der Juli leicht zu trocken und der August etwas zu nass. Nimmt man alle Sommermonate zusammen und bildet den Durchschnitt, so kommt es zu einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad bei einer gegenüber dem Sollwert unauffälligen Niederschlagsentwicklung. Zum heutigen Stand und nach den Berechnungen des Langfristmodells also ein etwas zu warmer, aber durchwachsener Sommer.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 07. Mai 2017

Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem ersten Wettertrend für das Pfingstwetter.

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