Die Eisheiligen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ab Sonntag und Montag über Deutschland Einzug halten und mit kühlen Temperaturen das Wetter bis zum Mittwoch beeinflussen können. Örtlicher Nachtfrost - insbesondere bei Aufklaren - ist im Schwerpunkt südlich der Mainlinie in der Nacht auf Dienstag und Mittwoch nicht auszuschließen. Schaut man sich die Berechnungen der Niederschlagssummen an, so sind etwa nördlich der Linie Köln - Dresden mit 1 bis 8 l/m² deutlich weniger Regensummen zu erwarten, als mit 8 bis 20 l/m² über dem Süden, wo im Stau der Alpen - also südlich der Linie Stuttgart und Regensburg - auch 20 bis 40 l/m² und örtlich 60 bis 80 l/m² an Regensummen erwartet werden können.

Eisheilige nur von kurzer Dauer

Die Niederschläge tun der Vegetation nach der längeren Trockenperiode sicherlich gut und könnte darüber hinaus mit ansteigenden Temperaturen für ein richtiges "Wachstumswetter" sorgen. Nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle werden die Eisheiligen ihren Ruf gerecht und sind knackig, aber nur von kurzer Dauer. So sorgt ein Tiefdruckgebiet zwischen Island, England und Spanien zum 11. Mai auf seiner Vorderseite für einen Warmluftschub aus südlichen Richtungen nach Norden, was die Temperaturen über Deutschland, Österreich und der Schweiz langsam aber stetig in den frühlingshaft milden Bereich ansteigen lassen kann.

Man darf aber zum heutigen Stand noch skeptisch sein, ob das frühlingshaft milde Wetter von Dauer ist. Denn mit dem Tiefdrucksystem vor Mitteleuropa ist eine stabile Wetterlage weniger wahrscheinlich und dann ist da noch die Kaltluft, welche über dem skandinavischen Raum liegt. So sind die Berechnungen der Wettermodelle ab dem 14. Mai differenziert zu betrachten und zeigen zwei unterschiedliche Wetterentwicklungen auf.

  • Das amerikanische Wettermodell berechnet einen langsamen aber steten Umbau der Großwetterlage von einem meridionalen (Nord-Süd, Süd-Nord) auf ein zyklonales Strömungsmuster (West-Ost) um. So strebt zum 13. Mai zunächst ein Hochdruckkeil von den Azoren über Mitteleuropa in Richtung Skandinavien und blockiert die atlantische Frontalzone, was über Deutschland den frühlingshaften Wettercharakter bis zum 16. Mai erhalten könnte. Darüber hinaus wird der hohe Luftdruck über Skandinavien und Deutschland abgebaut und die ersten Tiefdruckausläufer der Frontalzone können sich bis Mitteleuropa durchsetzen. Das Hoch zieht sich zurück und wird im Zeitraum vom 17. bis 21. Mai auf dem Atlantik im Bereich zwischen den Azoren und England berechnet. Somit steigt die "Gefahr", dass die Tiefdrucksysteme am nordöstlichen Hochdruckrand nach Südosten ziehen und über Deutschland für einen unbeständigen und mäßig milden Wettercharakter sorgen (West- bis Nordwestwetterlage).
  • Das europäische Wettermodell berechnet vom 11. bis 15. Mai einen Temperaturanstieg auf Werte, welche bis über die +20 Grad Marke ansteigen können. Allerdings zeigt sich auch nach diesen Berechnungen die Kaltluft über Skandinavien nicht weit entfernt und wie nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells baut sich auch in diesem Zeitraum eine Hochdruckbrücke von den Azoren ausgehend bis nach Skandinavien aus. Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist entsprechend hoch (Kerndruck von bis zu 965 hPa), was über Deutschland bis zum 16. Mai zu einem südwestlich orientierten Strömungsmuster führen könnte. Spannend bleibt die Frage, ob sich nach diesen Berechnungen des europäischen Wettermodells das Skandinavienhoch behaupten kann, wäre dies der Fall, so könnte die Wetterentwicklung im letzten Mai Drittel weitgehend von diesem Hochdrucksystem beeinflusst werden.

Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe bestätigen Trend der letzten Tage für eine nach den Eisheiligen normale Temperaturentwicklung, welche gegenüber dem langjährigen Mittelwert auch leicht positiv ausfallen könnte. Schaut man sich die aktuelle Temperaturabweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert der bereits vergangenen Mai Tage an, so liegt die Abweichung mit knapp 3 Grad im zu kalten Bereich. Würde nun das zweite Mai Drittel "normal" ausfallen, so könnte das Defizit nur leicht abgebaut werden können. Ob der Mai dann letztlich zu kalt, normal oder zu warm ausfallen wird, würde also von der Wetterentwicklung im letzten Mai Drittel abhängen. Das Langfristmodell berechnet den Mai über dem Norden mit einer Abweichung von -1 bis +0,5 Grad leicht zu kalt bis normal und über dem Süden mit +0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm. Man geht also nach diesen Berechnungen davon aus, als ob das Defizit nach den Eisheiligen nun Stück für Stück abgebaut werden kann. Mit anderen Worten stützt das Langfristmodell zum heutigen Stand einen wärmer werdenden Temperaturtrend, welcher sich im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm verdeutlichen lässt:
Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 6. Mai

Langfristmodell konstant in seinen Berechnungen für den Sommer 2017

Wenig Veränderungen berechnet das Langfristmodell gegenüber den letzten Tagen für den Wettertrend zum Sommer. So liegen zum heutigen Stand im Juni und Juli die Abweichungen der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich und sinken zum August mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad in den Normalbereich ab.

In der Niederschlagsberechnung ergibt sich für den Sommer aber eine Veränderung. So wird im Juni der skandinavische Raum deutlich zu trocken berechnet, während rund um die Mittelmeerregion eine deutlich höhere Niederschlagsaktivität simuliert wird. So liegt die Hypothese nahe, welche ein Skandinavienhoch im Mai entstehen lässt und weite Teile vom Juni beeinflussen könnte. Für den zweiten Sommermonat Juli sieht das schon etwas anders aus, da kann sich in der Simulation das Niederschlagsdefizit, bzw. der Überschuss über Skandinavien und der Mittelmeerregion normalisieren, während es über Mitteleuropa zu trocken werden könnte (Hoch Mitteleuropa), während im letzten Sommermonat im August die Niederschlagsneigung in ganz Europa leicht im positiven Bereich berechnet wird (leicht zu nass). Man darf also gespannt sein, wie sich das Hoch über Skandinavien in den kommenden Tagen entwickeln und auch verhalten wird.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 06. Mai 2017

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