Am heutigen Mittwoch und auch noch am Donnerstag gibt es teils kräftige Schauer und Gewitter über Deutschland zu erwarten, bevor am Freitag und Samstag sich das Tiefdrucksystem zunehmend auflösen und des Öfteren die Sonne zum Vorschein kommen kann. Am Sonntag wird der Süden dann nochmals von einem Tiefdruckausläufer mit kräftigen Niederschlägen überquert, bevor zum Montag der Wind auf nördliche Richtungen drehen und die Niederschlagsneigung abklingen lassen kann. Die Temperaturen steigen allgemein langsam an und erreichen bis zum Wochenende frühlingshaft milde Werte.

Kaltluftzustrom setzt sich in Gang

Im Zeitraum vom 8. bis 12. Mai - welcher durchaus schon der Wettersingularität der Eisheiligen zugesprochen werden kann - wird im Verbund zwischen einem Hoch über Grönland und Island und einem Tief über der Barentssee Kaltluft arktischen Ursprungs nach Süden geführt werden können. Gleichzeitig aber kommt ein Tiefdrucksystem zwischen den Azoren, Island und England weiter nach Osten voran und "pumpt" von Süden warme Luft nach Norden. So ist zum heutigen Stand noch immer nicht geklärt, welche der Luftmassen Deutschland erreichen können. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so kommt es direkt über Deutschland zu einer sog. Luftmassengrenze, welche warme Luftmassen über dem Süden von Kalten über dem Norden trennt. Bei einer leicht erhöhten Schauerneigung könnten die Temperaturen über dem Norden +7 bis +12 Grad und über dem Süden +14 bis +18 Grad und örtlich auch bis +20 Grad erreichen. Die Grenze zwischen warm und kühl verläuft nach diesen Berechnungen etwa entlang der Mittelgebirge.

Im zweiten Mai Drittel zunehmend wärmer

Das Hochdrucksystem zwischen Grönland und Island verlagert sich ab dem zweiten Mai Drittel weiter nach Westen und verliert zunehmend an Einfluss auf das Wettergeschehen über Mitteleuropa. So können die Kaltluftmassen über Grönland auf den Atlantik strömen und dort die Tiefdruckproduktion aufgrund der Temperaturgegensätze unterstützen. Gleichzeitig aber liegt zum 12. Mai noch immer das Tiefdrucksystem zwischen Portugal, Spanien und England vor Deutschland und führt aus südlichen Richtungen warme Luftmassen nach Norden. So wird es mit höherer Wahrscheinlichkeit zunehmend wärmer werden können, aber mit der Ostwärtsverlagerung des Tiefdrucksystems auch unbeständiger. Bis zum 18. Mai berechnet das amerikanische Wettermodell dann den Übergang zu einem "normalen" - von West nach Ost verlaufenden - Zirkulationsmuster, welches eine höhere Niederschlagsneigung bei Jahreszeit typischen Temperaturen zur Folge haben kann.

Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 3. Mai

Kontrollläufe stützen eine wärmeres zweites Mai Drittel

Zum einen zeigt sich auch in den Kontrollläufen von Nord nach Süd eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen "Kaltlufteinbruch", bei der die Temperaturen vom 9. bis 12. Mai über dem Norden einen Mittelwert von +10 bis +12 Grad und über dem Süden von +14 bis +16 Grad erreichen können. Nach dem 12. Mai geht die Temperaturtendenz aber in ganz Deutschland in die positive Richtung, so dass der Mittelwert gegenüber dem langjährigen Mittelwert um 2 bis 4 Grad auch im leicht zu warmen Bereich liegen kann.

Langfristmodell: Frühling zu warm, Sommer zu warm

Der Mai startete klar zu kalt, wird nun aber zunehmend wärmer, so dass das letzte Mai Drittel darüber entscheiden wird, ob der Mai normal oder zu warm ausfallen wird. So liegt die Abweichung der Temperaturentwicklung nach den aktuellen Wetterprognosen des Langfristmodell im Mai zwischen -0,5 bis +1 Grad im normalen Bereich mit der Tendenz leicht zu warm auszufallen. Der März 2017 zeigte sich mit einer Rekordüberschuss von +3,7 Grad deutlich zu warm, der April mit einem leichten Überschuss von +0,1 Grad normal, so dass man schon zum heutigen Stand sagen kann, dass der Frühling 2017 insgesamt zu warm ausfallen wird. Warum? Aktuell ist in den Simulationen der Wettermodelle nichts zu erkennen, was zu einer nachhaltigen Kälteperiode im Mai führen und damit den Temperaturüberschuss abbauen kann.

Für die Sommermonate Juni, Juli und August ergeben sich keine sonderlichen Veränderungen gegenüber den letzten Tagen. Der Juni und Juli hat demnach eine Abweichung von +0,5 bis +1 Grad, während der August mit -0,5 bis +0,5 Grad normal und im Trend leicht zu kühl ausfallen könnte. Fasst man die Sommermonate zusammen, so sind diese mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad als leicht zu warm zu bewerten mit dem Trend auch normal ausfallen zu können.
In der Niederschlagsberechnung des Langfristmodells hat der Mai, Juni und August eine leicht positive Tendenz vorzuweisen (zu nass), während der Juli normal mit dem Trend auch leicht zu trocken ausfallen könnte. In der Zusammenfassung zeigt sich zum heutigen Stand ein durchwachsener Sommer.

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 03. Mai 2017

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