Ein Tiefdrucksystem nähert sich am 1. Mai Deutschland und erreicht zu den Abendstunden die östlichen Landesteile. Das Tiefdrucksystem positioniert sich darüber hinaus von Dienstag bis einschließlich Donnerstag direkt über Deutschland und sorgt bei wechselnder, vielfach jedoch starker Bewölkung für zeitweilige Niederschläge unterschiedlichster Intensität. Kurze Gewitter können dabei nicht ausgeschlossen werden. Je nach Niederschlagsdauer, Intensität und Sonnenscheindauer können die Temperaturen auf +9/+14 Grad, bzw. auf +14/+18 Grad, örtlich bis +20 Grad ansteigen. Die größten Chancen auf Sonnenschein hat der Süden von Deutschland. Erst zum Freitag schwächt sich das Tiefdrucksystem ab und von Süden setzt sich vermehrt die Sonne mit weiter ansteigenden Temperaturen durch.

Temperaturtrend positiv, wenn da nicht die Eisheiligen wären/p> Ein kräftiges Hochdrucksystem liegt zum 4. Mai im Bereich zwischen Skandinavien und Island und erreicht zeitweilig einen Kerndruck von bis zu 1040 hPa. Im Zeitraum vom 4. bis 10. Mai verlagert das Hochdruckgebiet nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells seine Position weiter nach Westen und kann zum 10. Mai zwischen Island und Grönland liegen. Gleichzeitig versucht die atlantische Frontalzone weiterhin in Richtung Mitteleuropa voranzukommen, was ihr aber nicht so recht gelingen mag. Stattdessen gelingt ihr aber entlang der südlichen Gradienten die Zufuhr wärmerer Luftmassen bis zum 8. Mai in Richtung Deutschland. So ist der Temperaturtrend im ersten Mai Drittel gegenüber dem April durchweg als positiv zu bewerten und der Mittelwert steigt langsam aber stetig in Richtung der Jahreszeit typischen Werte an. Das europäische Wettermodell berechnet diese Wetterentwicklung ganz ähnlich, so dass ansteigende Temperaturen bis zum 7. und 8. Mai sehr wahrscheinlich sind.

Die Eisheiligen sind vom 11. bis 15. Mai und haben - statistisch betrachtet - eine Wettersingularität zur Folge, bei der die Grundströmung in diesem Zeitraum nochmals auf nördliche Richtungen drehen und für spürbar kühlere Temperaturen sorgen kann. Wie ist das in 2017 - kommt es nochmal zum Kaltlufteinbruch im zweiten Mai Drittel? Die Chancen stehen mit der Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems nicht schlecht. So begünstigt der östliche Hochdruckgradient über dem europäischen Nordmeer grundsätzlich den Zustrom kühlerer Luftmassen in Richtung Süden. Ob Deutschland allerdings zum heutigen Stand davon betroffen sein wird, bleibt noch abzuwarten. Das amerikanische und auch europäische Wettermodell berechnen jedenfalls einen Trend zu kälteren Temperaturen im Zeitraum vom 7. bis 13. Mai, was ganz gut in die Zeitspanne der Eisheiligen passt. Die Großwetterlage lässt aber noch viel Spielraum für andere Wetterentwicklungen zu.

  • Zunächst die kalte Variante, bei der sich über Skandinavien ein Tiefdrucksystem ausbilden und im Verbund mit dem Hochdruckgebiet westlich davon kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden führen kann.
  • In der zweiten Variante ist die Konstellation ähnlich, jedoch kommt das Tiefdrucksystem auf dem Atlantik über den Azoren weiter nach Osten voran und führt von Süden her sehr warme Luftmassen nach Norden, so dass es direkt über Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Ausbildung einer Luftmassengrenze kommen kann.
  • In der dritten Variante dehnt das Hochdrucksystem über Grönland seine Achse von Nord nach Süd bis über die Azoren aus und drückt dabei das Tief über die Mittelmeerregion, was über Deutschland warmes, aber unbeständiges Wetter zur Folge haben kann.

Kontrollläufe stützen einen über dem Norden kühleren Temperaturtrend

Eine nicht gerade unerhebliche Anzahl von den Kontrollläufe berechnet eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit der Varianten 1 und 2 und ein Kaltlufteinbruch über dem Norden ist höher als über dem Süden einzustufen. So liegt das Temperaturspektrum am 7. Mai zwischen +12 bis +22 Grad bei einem Mittelwert von +16/+17 Grad und am 11. Mai zwischen +6 bis +24 Grad (!!!) bei einem Mittelwert von +18/+19 Grad über dem Süden und +13/+14 Grad über dem Norden. Hop oder Top oder doch mittendrin? Auch wenn es nochmals zu einem Kaltlufteinbruch kommen sollte, lange hält sich dieser im Mai - statistisch gesehen - nicht mehr. Und auch die Kontrollläufe berechnet darüber hinaus einen weiterhin Jahreszeit typischen Temperaturtrend.

Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 30. April

Langfristmodell: kaum Veränderungen für den Sommer

Nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells fällt der Mai im Schnitt mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert leicht zu warm aus. Da der März deutlich zu warm und der April normal ausgefallen ist, so müsste es im Mai schon sehr kalt werden, damit der Frühling insgesamt noch normal ausfallen könnte. Mit anderen Worten besteht zum heutigen Stand eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Temperaturverlauf im Frühling 2017. Für den Sommer berechnet das Langfristmodell gegenüber den letzten Tagen kaum Abweichungen. So könnten zum heutigen Stand der Juni und der Juli mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad leicht zu warm und der August 2017 mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad normal, mit der Tendenz auch leicht zu kalt auszufallen. Aber auch in der Niederschlagsentwicklung zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert, lediglich der August könnte im Trend leicht positiv (zu nass) werden.

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 30. April 2017

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