Zwar gibt es bei den Wettermodellen noch unterschiedliche Berechnungen hinsichtlich des Wetters in den ersten Mai Tagen, die Tendenz ist jedoch bei beiden gleich: es wird wärmer. Wie warm es tatsächlich werden kann, hängt ganz davon ab, wie sich ein Hochdrucksystem über Skandinavien und ein Tiefdruckkomplex auf dem Atlantik zueinander positionieren können. Je nachdem wäre eine mäßig milde und unbeständige, oder eine warme und trockene Wetterlage möglich. Die höheren Wahrscheinlichkeiten haben zum heutigen Stand Anfang Mai Temperaturen zwischen +15/+20 Grad bei einem leicht wechselhaften Wettercharakter.

Die Simulationen des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag zeigen aber auch, dass es durchaus noch Varianten in der Wetterentwicklung geben kann, welche den nachhaltigen Temperaturanstieg im ersten Mai-Drittel in Frage stellen können. So baut sich das Hoch Anfang Mai im Bereich über Skandinavien auf, gleichzeitig aber drückt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik das Hoch von den Azoren in Richtung England, so dass dieses sich bis zum 2. Mai wieder westlich von Europa verstärken und auf seinem östlichen Gradienten wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland führen könnte. Im weiteren Verlauf verlagert sich das Hochdrucksystem zum 4./7. Mai in Richtung Island und Grönland, was den Weg über Mitteleuropa für kalte und wechselhafte Trogwetterlagen frei machen könnte. Zeitlich gesehen wäre man dann auch schon im Bereich der Eisheiligen, welche als Wettersingularität meist im Zeitraum zwischen dem 9./13. Mai auftreten können. Das würde zumindest vom Aufbauschema her ganz gut passen.

Es wird sich zeigen müssen, ob im Mai die Sonne oder die Schauer überwiegen werden

Wie wahrscheinlich ist aber so ein gemäßigt kaltes Wetter im ersten Mai-Drittel? Nach den Kontrollläufen weniger wahrscheinlich, denn der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells gilt weiterhin als "kalter Ausreißer", welcher etwa um 10 Grad kälter als der Durchschnitt ist. Wahrscheinlicher sind im Zeitraum vom 1./8. Mai Temperaturen, welche sich im Jahreszeit-typischen Bereich herum bewegen können, was Tageshöchstwerte zwischen +15/+20 Grad wahrscheinlicher macht.

Diagramm Temperaturen im letzten April Drittel vom 23. April 2017

Das Langfristmodell berechnet für den letzten Frühlingsmonat Mai zum heutigen Stand ein deutliches Niederschlagsdefizit, welches sich von Skandinavien über Deutschland, Österreich und die Schweiz bis über die östliche Mittelmeerregion erstreckt. Eine überwiegende Hochdruckdominanz wäre in diesem Bereich also nicht auszuschließen. Hinsichtlich der Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert zeigt sich über Deutschland mit -0,5/+0,5 Grad ein normaler Temperaturverlauf. Der Blick auf Europa zeigt generell wenig Abweichungen gegenüber den Sollwerten. Lediglich über dem südwestlichen Europa und dem nördlichen Skandinavien könnt der Mai im Trend auch leicht zu kalt ausfallen.

Sommerprognose: In seiner aktuellen Wetterprognose für das Wetter im Sommer 2017 berechnet das Langfristmodell vor allem den Juni mit einer Abweichung von +1/+2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert deutlich zu warm und leicht zu trocken. Der Juli wird mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad leicht zu warm und im Trend leicht zu trocken berechnet, während der August mit -0,5/+1 Grad normal mit der Tendenz leicht zu warm auszufallen simuliert wird. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich im August 2017 zum heutigen Stand eine leicht positive Entwicklung (leicht zu nass).

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 23. April 2017

Schaut man auf die Wetterentwicklung im Sommer auf Europa, so erkennt man im Juni und Juli über Skandinavien, Mitteleuropa und dem östlichen Europa eine negative Niederschlagsentwicklung, was ein Hochdrucksystem in diesen Regionen wahrscheinlicher macht. Für Deutschland, Österreich und auch die Schweiz wären demnach Südwest- bis Südwestwetterlagen wahrscheinlicher als zu kalte West- bis Nordwestwetterlagen.

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