Am Freitag kann es kurzzeitig etwas wärmer werden, bevor zum Samstag sich das Strömungsmuster erneut meridionalisieren und kalte Luftmassen nach Deutschland führen kann. Eine Änderung ergab sich aber in den letzten Stunden in der Detailprognose. Ein Tiefdrucksystem zwischen Island und England wird kräftiger berechnet, so dass auf dessen Vorderseite zum Start in die neue Woche spürbar mildere Temperaturwerte herangeführt werden können. Temperaturen von +10/+15 Grad, örtlich bis +17 Grad wären zum Start in die neue Woche nicht auszuschließen.

Auch wenn die Großwetterlage nur wenig Spielraum zulässt, so zeigt es doch auch wie sehr kleine Details zu Veränderungen beim Wetter führen können. Beide Wettermodelle berechnen die Milderung Anfang der kommenden Woche aber nur kurzzeitig, denn das Tiefdrucksystem setzt seinen Weg weiter nach Skandinavien fort und da weiterhin das Hochdrucksystem westlich von Europa simuliert wird, sind die Wahrscheinlichkeiten für ein erneutes meridionales Grundmuster sehr hoch. Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so liegt am 26./27. April das Tiefdruckzentrum über Skandinavien, während das Hochdruckgebiet sich von den Azoren über England und Island bis über das europäische Nordmeer erstrecken kann. Bedingt durch die Kaltluftzufuhr entstehen über der warmen Mittemeerregion weitere Tiefdrucksysteme, welche als "Ansaugmotor" für die kalte Luft dienlich sein können. Mit anderen Worten: kurze Milderung ja, anschließend sind wieder kalte Temperaturen wahrscheinlicher und nach den aktuellen Berechnungen wird sich daran bis Ende April auch nichts großartiges verändern.

Wie kalt kann es werden? Nach dem relativ warmen Start in die neue Woche sinken die Temperaturen bis zum 27. April wieder auf +5/+10 Grad ab und können örtlich auch knapp darunter, bzw. auch darüber liegen. Schnee- und Graupelschauer bis auf mittlere Lagen herab wären dann wieder ein Thema. Wie wahrscheinlich ist diese Wetterentwicklung? Dieses kleine, aber dennoch kräftige Tiefdrucksystem zeigt wie schnell sich Veränderungen im Detail beim Wetter ergeben können und in der Tat könnte dieses Tiefdrucksystem die Entwicklung der Großwetterlage nachhaltiger beeinflussen, als dass es heute den Anschein haben mag. Zwar bleibt bis Ende April ein meridionales Grundmuster erhalten, was die Temperaturen gegenüber den Jahreszeit-typischen Werten auf einem niedrigen Niveau halten kann, es gibt aber auch Variationen, welche Ende April für deutlich wärmere Temperaturen verantwortlich sein können. Zusammengefasst: auch wenn zu kalte Temperaturvarianten derzeit überwiegen, so bestätigt sich der positive Temperaturtrend der letzten Tage erneut, wie sich aus dem nachfolgenden Diagramm der Temperaturentwicklung besser erkennen lässt:
Diagramm Temperaturen im letzten April Drittel vom 18. April 2017

Wettertrend: Frühling und Sommer werden zu warm berechnet

Im Wettertrend haben sich nach den Simulationen des Langfristmodells in den letzten Tagen durchaus Korrekturen ergeben, welche den Mai von leicht zu warm auf normal herabstufen. So liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Mai zwischen -0,5/+0,5 Grad und hat im Trend die Neigung leicht zu kühl auszufallen. Für das Wetter im Sommer 2017 berechnet das Langfristmodell mit einer Abweichung von +1/+2 Grad einen deutlich zu warmen Juni, mit +0,5/+1 Grad einen leicht zu warmen Juli und mit -0,5/+1 Grad einen eher durchschnittlichen August mit der Tendenz leicht zu warm auszufallen. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich von Mai bis August eine normale Niederschlagsentwicklung, welche im Trend auch leicht negativ (zu trocken) ausfallen kann - lediglich der August könnte nach diesen Berechnungen auch leicht zu nass ausfallen:
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 19. April 2017

Wie sich das Wetter Anfang Mai, insbesondere um das verlängerte Wochenende zum 1. Mai entwickeln kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem Wettertrend Mai.

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