Auch heute Nachmittag bestätigt sich der Trend von heute Morgen: über die Osterfeiertage liegt Deutschland, Österreich und die Schweiz im Einflussbereich der atlantischen Frontalzone, was mit einer nordwestlichen Grundströmung für kühle Temperaturen und einen unbeständigen Wettercharakter führen kann. Das amerikanische Wettermodell verschärft dabei die Prognosen noch etwas, indem es einen Spielraum für Starkwindereignisse zwischen Ostersonntag und Ostermontag eröffnet. Simuliert werden an beiden Tagen Temperaturen zwischen +7/+10 grad, welche je nach Sonnenscheindauer auch knapp darüber, bzw. darunter liegen können. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen 1.000-1.500 Meter.

Im Zeitraum nach Ostern berechnen beide Wettermodelle die Entwicklung einer meridionalen Zirkulationsstruktur, bei der Deutschland auf die warme Vorderseite oder auf die kalte Seite des Troges gelangen kann. Das amerikanische Wettermodell bestätigt heute Nachmittag eine warme Temperaturentwicklung im Zeitraum vom 17./21. April, wobei man dieser Entwicklung noch skeptisch gegenüberstehen sollte. Warum? Die Kontrollläufe bestätigen, dass die Simulation des amerikanischen Wettermodells einen "warmen Ausreiser" darstellt und dieser sich in den kommenden Stunden und auch Tagen erst noch verifizieren muss. Wahrscheinlicher sind zum heutigen Stand für die Jahreszeit zu kalte Temperaturen.

Aber auch darüber hinaus zeigen die aktuellen Simulationen wenig erfreuliches für alle, die sich eine stabile und frühlingshaft warme Wetterlage wünschen. Zu stark sind die Störungen entlang der Polarfront, was entlang dieser zu Wellenbewegungen führt und eine meridionale Grundstruktur wahrscheinlicher als andere Strömungsmuster macht. Schaut man sich die Berechnungen genauer an, so zeigt sich eine höhere Wahrscheinlichkeiten für Trogwetterlagen direkt über Mitteleuropa, was das Temperaturniveau bis zum 26. April auf ein für die Jahreszeit normales bis zu kaltes Niveau belassen kann. Deutlicher zeigt sich das im Verhältnis der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm im folgenden Diagramm:
Diagramm der Temperaturentwicklung für das zweite April-Drittel vom 11. April 2017
Man kann es aber auch anders bewerten und sagen, dass der Temperaturtrend im zweiten April-Drittel positiver verlaufen kann.

Langfristmodell mit weiteren Korrekturen für den Frühling und Sommer

Frühling: Die Aussichten auf deutlich zu kalte Temperaturen im April, spiegeln sich auch in den Wetterprognosen des Langfristmodells wieder. So beträgt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert zwischenzeitlich -1/+0,5 Grad und weist somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für zu kalte Temperaturen im April aus. Im Mai liegt die Abweichung mit -0,5/+1 Grad im normalen Bereich mit der Tendenz leicht zu warm auszufallen. Anders formuliert: ein Ausgleichsverhalten wird im April und Mai zunehmend wahrscheinlicher. Das wird aber nichts daran ändern, dass der Frühling mit der rekordwärme vom März am Ende wohl doch zu warm ausfallen wird.

Im Mai läuft die Natur auf Hochtouren - zum Leidwesen mancher Allergiker

Sommer: Für das Wetter im Sommer bleibt das Langfristmodell seinem Wettertrend der letzten Tage treu und berechnet durchweg eine Abweichung der Temperaturen von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich im Juni, Juli und August keine sonderlichen Auffälligkeiten und sind im Trend eher leicht negativ (zu trocken) zu bewerten. Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 11. April 2017

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