Die Struktur der Großwetterlage der kommenden Tage hat eine meridionale Strömung zur Folge, bei der die Luftmassen nicht wie üblich von West nach Ost sondern von Nord nach Süd und von Süd nach Nord transportiert werden. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen im Zeitraum bis kurz vor Ostern im Zentrum der meridionalen Zirkulation, was relativ kaltes Wetter und Schnee- und Graupelschauer teils bis in tiefere Lagen zur Folge haben kann. Das wurde auch in den Simulationen von heute Nachmittag nochmals bestätigt.

Für das Osterwetter vom 16./17. April zeigt sich noch gewisse Unsicherheiten hinsichtlich eines Hochdrucksystems auf dem Atlantik, welches sich von den Azoren in Richtung Grönland ausweiten kann. Liegt das Hoch zu weit westlich, so gelangt Deutschland in eine relativ warme Süd-Nord Strömung und das passend zu Ostern. Allerdings wurde heute Nachmittag eher das Gegenteil simuliert: Deutschland liegt im Trogzentrum, was Tageshöchstwerte am Ostersonntag und Ostermontag von +6/+12 Grad zur Folge haben kann. Das entspräche dann Temperaturen, welche gegenüber dem langjährigen Mittelwert um 3 bis 5 Grad zu kalt ausfallen würden. Zudem ist auch mit einer entsprechenden Schauerneigung zu rechnen, was - je nach Intensität - nochmals Schnee- und Graupelschauer bis auf mittlere Lagen herab nicht ausschließt.

Nun zeigte sich aber heute Vormittag in den Kontrollläufen ein leicht positiver Temperaturtrend über Ostern und den Zeitraum darüber hinaus - hat dieser sich denn heute Nachmittag bestätigt? Nur bedingt und wenn man es subjektiv interpretiert, dann durchaus. Die Temperaturen kommen von einem zu kalten Bereich und passen sich um, bzw. nach Ostern dem Jahreszeit-typischen Werten an, was zu Temperaturen zwischen +12/+14 Grad führen kann. Das ist nicht sonderlich warm, aber wärmer wie die Temperaturen der kommenden Woche. Zu stark ist der Störeinfluss der atlantischen Frontalzone, welche sich im zweiten April-Drittel regelrecht über Skandinavien festsetzen kann. Gleichzeitig fehlt aber über Mitteleuropa ein Hochdrucksystem, was die Tiefdrucksysteme davon abhält, nach Süden abzutropfen. In Folge rauschen von Nordwesten (Island) weitere Tiefdrucksysteme heran und führen Schubweise immer wieder Kaltluftmassen über Deutschland hinweg.

April und Mai Tendenz leicht zu kalt- Frühling zu warm

Die meridionale Grundstruktur hat einen Einfluss auf die normalerweise vorherrschende West-Ost Zirkulation. Hält die Störung entsprechend lange an und festigt sich in ihrer Struktur (Wiederholungsneigung), so spricht man auch von einer gestörten Zirkulation, was das Wetter über Tage, teils aber auch über Wochen beeinflussen kann. In der Theorie spricht man dann auch vom Ausgleichsverhalten. Dass diese Theorie gar nicht so abwegig sein kann, zeigt das Langfristmodell mit seinem Berechnungen, welches den April von zunächst deutlich zu warm auf nun mehr leicht zu warm mit der Tendenz normal auszufallen berechnet. Der Mai wird mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad normal simuliert mit der Tendenz leicht zu kalt auszufallen. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich über dem Westen eine leicht zu trockene und über dem Osten eine normale Entwicklung. Unterm Strich ergibt das zusammen mit dem deutlich zu warmen Wetter im März einen zu warmen Frühling 2017

Sommer normal - leicht zu warm mit Tendenz zu wechselhaften Wetter

Der Sommer wird vom Langfristmodell in Summe mit einer Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert mit +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich simuliert. Bezogen auf die einzelnen Sommermonate zeigt sich im Juni und August eine Abweichung der Temperaturen von +0,5/+1 Grad und im Juli von +0,5/+2 Grad. Im Niederschlagsverhalten gibt es kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert, wobei der Juli Phasenweise zu nass, der Juni und August örtlich auch zu trocken ausfallen können.
Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 8. April 2017

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