Mit Hilfe eines Kaltluftausbruchs zum Beginn der Osterferien am 10. April könnte die Wetterdynamik auf dem Atlantik weiter zulegen und den Wettercharakter kurz vor Ostern unter bestimmten Voraussetzungen auch turbulenter gestalten. Dabei bestätigte sich heute Morgen ein sich zunehmend meridionalisierendes Zirkulationsmuster, was eine Aussage über warme oder kalte Temperaturen an Ostern selbst noch schwierig gestaltet, da es bei einem Trog, welcher häufig aus meridionales Wetterlagen entstehen kann, eine warme Vorder- und Rückseite geben kann. Und genauso unterschiedlich sind auch die Berechnungen der Wettermodelle mit einem Temperaturspektrum, welches sich von nasskalt bis hin zu früh sommerlichen Werten am Ostersonntag bewegen kann.

Die Simulationen des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag bestätigen dann noch einmal die Unsicherheiten hinsichtlich des Wetters an Ostern. Kurz zuvor kann es nochmals kalt werden, während über die Osterfeiertage hinweg sich wieder mildere Luftmassen bei einem insgesamt wechselhaften Wettercharakter durchsetzen können. Das zeigt, wie skeptisch man noch Detailprognosen für das Osterwetter gegenüberstehen sollte.

Strömungsmuster Polarwirbel im zweiten April-Drittel
Schaut man sich die Entwicklung im Gesamten an, so zeigt der Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada Wirkung und könnte maßgeblich das gesamte zweite April-Drittel beeinflussen. Da aber nun der Polarwirbel selbst zunehmend seinem winterlichen Finale entgegen strebt zeigt sich in den Simulationen häufiger hoher Luftdruck in den nördlichen Regionen, was ein Indiz auf meridionale Großwetterlagen ist, aus denen durchaus auch das berühmt berüchtigte Aprilwetter entstehen kann. Deutlicher zeigt sich das in der Animation des europäischen Wettermodells, welches kurz vor Ostern auch für einen Polarwirbelsplitt zwischen Sibirien und den Aleuten gut sein kann. Nein, einfach wird die Wetterprognose wohl sicherlich nicht werden.

Klassisches Aprilwetter - Sommer durchwachsen?


Dass der April aber dennoch deutlich zu warm ausfallen könnte, das bestätigt heute erneut das Langfristmodell. Zwar ergibt sich eine Korrektur gegenüber den letzten Tagen und Wochen, die Temperaturabweichung ist aber mit +0,5/+2 Grad weiterhin im zu warmen Bereich und dennoch erscheint - gerade zu den Osterferien - eine kalte Variante gar nicht mehr so abwegig. Für den letzten Frühlingsmonat Mai berechnet das Langfristmodell eine Abweichung von -0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich.

Für das Sommerwetter werden zum heutigen Stand durchweg positive Abweichungen gegenüber dem vieljährigen Mittelwert berechnet, so dass der Sommer zum heutigen Stand insgesamt zu warm bewertet werden kann, was im Übrigen auch für den Frühling gilt, da der März 2017 einen neuen Wärmerekord in Deutschland aufgestellt und damit schon einmal "gut" vorgelegt hat. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich der April und auch der August leicht zu trocken, während die Monate von Mai, Juni und Juli weitgehend unauffällig bleiben und tendenziell eher leicht zu nass ausfallen könnten. Unterm Strich zusammengefasst: ein zu warmer Frühling und Sommer bei einem durchwachsenen Wettercharakter.
Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 3. April 2017

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