Der Wind dreht in den kommenden Tagen auf nördliche Richtungen und treibt immer wieder Wolkenfelder über Deutschland hinweg, was insbesondere über dem Süden für zeitweilige Niederschläge sorgen kann. Mit dem Wind werden auf zunehmend kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt, so dass die Temperaturen zur Wochenmitte auf +7/+12 Grad absinken können, bevor zum Freitag die Sonnenscheindauer von Süden wieder zunehmen kann. Schaut man auf die Niederschlagsprognose bis einschließlich Donnerstag, so sind etwa südlich der Linie Mannheim - Nürnberg - Dresden Niederschlagssummen zwischen 8-20 l/m² und im Stau der Alpen, sowie des Bayerischen Waldes 30-60 l/m² zu erwarten. Weiter nördlich hält sich die Niederschlagsneigung mit 1-7 l/m² in Grenzen.

Kalter Start in die Osterferien?

Dass das Wetter es niemanden Recht machen kann, konnten wir in den letzten Tagen anhand der eingehenden E-Mails ganz gut beobachten. Da gibt es diejenigen, welche über die Osterferien gerne Skifahren möchten und die anderen, die gerne Urlaub in Deutschland machen wollen. Die einen brauchen es kalt, die anderen warm. So wird es also immer wieder welche geben, für die das Wetter schlecht und für die anderen gut ist - "schönes" Wetter kann es also nicht geben - aber das nur am Rande.

Die Wettermodelle berechneten in den letzten Tagen eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für einen kalten Start in die Osterferien zum 10. April. Die Frage die sich also heute stellt: kippt das noch einmal oder festigt sich der kalte Temperaturtrend? Zunächst der Blick auf die Großwetterlage. So baut sich in den kommenden Tagen ein Hochdrucksystem über England auf, während sich zur gleichen Zeit ein Tiefdrucksystem über Skandinavien und der Barentssee positionieren kann. Diese Konstellation ermöglicht den ersten Kaltluftschub zwischen dem 6./7. April. Darüber hinaus folgt vom Atlantik das nächste Tiefdrucksystem und drängt das Hoch weiter nach Osten, so dass dieses sich zum 7./9. April quer über England bis nach Deutschland ausdehnen kann. Das Tief auf dem Atlantik erreicht zum 8. April Island und Skandinavien und geht zum 9. April in das Tiefdruckzentrum zwischen Skandinavien und der Barentssee über. Das verringert die Chancen auf ein stabiles Hochdrucksystem über Mitteleuropa erheblich.

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 10./13. April die Verlagerung des Hochdrucksystems in Richtung Island/Grönland, was zu einer Intensivierung des Kaltluftzustromes über Mitteleuropa führen kann. Simuliert werden bspw. am 13. April in ca. 1.500 Meter Höhe Temperaturen von -8/-12 Grad, was in tieferen Lagen zu Tageshöchstwerten von +1/+7 Grad führen kann. So wäre man nach dieser Berechnung dem Winter näher, als dem Frühling. In der Meteorologie nennt man den Vorgang Austrogung mit anschließender Trogwetterlage Mitteleuropa. So wären nicht nur kalte Temperaturen kurz vor Ostern zu erwarten, sondern auch Schnee- und Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab.
Das europäische Wettermodell stützt die Berechnungen nur bedingt. Zwar verlagert sich das Hoch auch nach diesen Berechnungen weiter nach Westen in Richtung Island und Grönland, allerdings verlagert sich das Hoch zu weit nach Westen, was mit einer entsprechenden Tiefdruckachse über Mitteleuropa in Teilen auch noch mildere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führen könnte. Deutschland würde demnach nicht im Trogzentrum liegen können.

Trend ist klar und bestätigt sich seit mehreren Tagen

Der Wettertrend ist klar gesetzt und geht - wie bereits seit Tagen - mit dem Beginn der Osterferien in die unbeständige und auch kühlere Richtung. Die Kontrollläufe stützen diese Entwicklung mehrheitlich und berechnen im Zeitraum vom 7./10. April noch einen Temperaturüberschuss von 4/6 Grad gegenüber dem Jahreszeit-typischen Wert, sinkt aber darüber hinaus auf den Normwert ab. Zu erwähnen bleibt noch, dass das amerikanische Wettermodell mit seinen sehr kalten Berechnungen weiterhin in den Kontrollläufen als "Ausreißer" zu bezeichnen ist - Veränderungen des Wettertrends sind also weiterhin möglich.

Der Wetterblick auf das Wetter im Frühling und Sommer 2017

Trotz der aktuell zu kalten Berechnungen der Temperaturen im zweiten April-Drittel bleibt das Langfristmodell seinem Wettertrend der letzten Tage treu und simuliert den April mit einer Abweichung von +1/+2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert zu warm (auch über der Schweiz und Österreich). Im Mai zeigt sich dann mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Abschwung und das sog. Ausgleichsverhalten könnte eine Wetterbestimmende Rolle spielen. So liegt die berechnete Abweichung von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich, was subjektiv von vielen als zu kalt empfunden werden könnte. In Summe fällt der Frühling aber trotz alledem zu warm aus.
Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 1. April 2017
Wie wird der Sommer 2017?: Der Juni und August 2017 soll mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad leicht zu warm ausfallen, während der Juli mit +0,5/+2 Grad noch wärmer sein könnte. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich im Sommer kaum Abweichungen gegenüber dem Sollwert - im Wettertrend allenfalls leicht zu nass. Auch hier zusammenfassend ein leicht zu warmer Temperaturtrend für den Sommer 2017. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr mit einer weiteren Wetterprognose Ostern 2017 - dann auch mit der spannenden Frage, ob sich eine kalte Witterung noch intensivieren könnte, oder ob der Frühling doch noch "die Kurve" kriegt.

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