In den kommenden Tagen steht so etwas wie ein kleiner Wetterwechsel bevor. Der Grund hierfür ist ein Tiefdrucksystem, welches sich aktuell noch mit seinem Kern bei England befindet und sich im weiteren Verlauf bis zum Sonntag über den skandinavischen Raum verlagern kann. So werden heute und auch noch am Samstag auf dessen Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Norden transportiert, bevor zum Sonntag der Wind auf nördliche Richtungen dreht und wieder Kühlere Luftmassen heranführen kann. Der Wettercharakter ist insgesamt als wechselhaft zu bezeichnen, wobei am Samstag und auch noch am Sonntag die meisten Niederschläge mit örtlichen Gewittern möglich sein können.

Schnee- und Graupelschauer nach dem amerikanischen Wettermodell

Das amerikanische Wettermodell berechnet zwischen Grönland und Island im Zeitraum vom 3./5. April ein weiteres - recht kräftiges - Tiefdrucksystem, welches das Azorenhoch dazu anregt, sich weiter nach Norden in Richtung England zu entwickeln. Das hindert die sog. atlantische Frontalzone aber nicht daran, sich bis über Skandinavien und der Barentssee durchzusetzen um nachfolgend im Verbund mit dem Hochdrucksystem bei England Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden bis nach Deutschland zu führen. So bestätigt das amerikanische Wettermodell seine Simulationen der letzten Tage von einem nachhaltigeren Wetterumschwung zum Beginn der Osterferien am 10. April. Wie kalt kann es werden? Die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe sinken auf Werte zwischen -6/-10 Grad ab, was über tiefere Lagen zu Tageswerten zwischen +5/+10 Grad führen kann. Zudem wären Schnee- oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab nicht auszuschließen. Kurzum: ein apriltypischer Wettercharakter wäre demnach zu erwarten.

Frühlingshaft mild nach dem europäischen Wettermodell

Anders bleiben die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Zwar ist die Entwicklung der Großwetterlage zunächst sehr ähnlich der Variante des amerikanischen Wettermodells, aber anstatt sich das Tiefdrucksystem über Skandinavien und der Barentssee positioniert, driftet es relativ rasch nach Nordosten ab, was dem Hochdrucksystem über England mehr Spielraum gibt, sich über den skandinavischen Raum und Deutschland auszudehnen. So wäre vom 5./7. April nur mit einer kurzen Abkühlung zu rechnen und im weiteren Verlauf vom 7./10. April mit einem zunehmend sonnigen und auch wärmeren Wettercharakter zu rechnen.

So bleiben die Wettermodelle auch heute konträr zueinander. In den letzten Tagen zeigte sich zudem eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Variante des europäischen Wettermodells, da die Variante des amerikanischen Wettermodells gegenüber den Kontrollläufen als "kalter Ausreißer" zu bezeichnen war. Das hat sich heute geändert und hinsichtlich der Frage welche der Varianten nun wahrscheinlicher wäre, so lässt ich das am besten mit dem Temperaturspektrum der Kontrollläufe erläutern. So liegen die möglichen Werte am 5. April zwischen +6/+16 Grad bei einem Mittelwert von +9/+11 Grad und am 10. April zwischen +2/+22 Grad bei einem Mittelwert von +10/+14 Grad (kühler über dem Norden, milder über dem Süden). Man sieht schon an der sehr breiten Temperaturspanne am 10. April wie sehr es darauf ankommen wird, wo sich das Hochdrucksystem positioniert und auch der Mittelwert bestätigt zum heutigen Stand noch eine unsichere Wetterentwicklung zu den Osterferien. Gegenüber den letzten Tagen ist aber eine kalte Variante durchaus in Betracht zu ziehen, bleibt aber weiterhin zu verifizieren.

Der Wettertrend für den Frühling und Sommer

Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 31. März 2017


Viele E-Mails haben wir in den letzten Tagen mit der gleichen Frage bekommen: "Wie wird der Sommer 2017?". Im Detail lässt sich da noch nichts vorhersagen, der Trend der Langfristmodelle ist relativ eindeutig und gleicht fast dem Verlauf vom Sommer 2016, welcher zu warm und Phasenweise zu nass war. Aber kommen wir zuerst zum Frühling. Nach einem viel zu warmen Wetter im März wird der April mit einer Abweichung der Temperaturen von +1/+2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm berechnet. Der Mai erhält seit Tagen stetige Korrekturen und wird heute mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 überwiegend normal simuliert. In Summe mit einem zu warmen März, einem zu warmen April und einem normalen Mai ein zu warmer Temperaturverlauf im Frühling. Für die Sommermonate berechnet das Langfristmodell kaum Veränderungen. So fällt demnach der Juni, Juli und August mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad tendenziell leicht zu warm aus. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich ein leicht zu trockener April, gefolgt von einem leicht zu nassen Mai und einem durchwachsenen Sommer.

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