In der Wetterentwicklung für Ende März zeichnet sich nach den aktuellen Wettervorhersagen der Wettermodelle eine Hochdruckposition über dem Bereich zwischen England und Skandinavien ab, was den Wettercharakter bis Ende März über Deutschland relativ ruhig und auch trocken verlaufen lassen kann. Da aber - bedingt durch die Hochdruckachse - die Grundströmung aus östlichen Richtungen erfolgen kann, können kühlere Kontinentalluftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen. So wäre demnach - trotz Sonnenschein - nur mit gemäßigt warmen/Milden Temperaturen Ende März zu rechnen. Simuliert werden aktuell bspw. für den 31. März Tageshöchstwerte im Bereich zwischen +10/+15 Grad, wobei die +10 Grad über dem Osten und die +15 Grad über dem Westen und Südwesten wahrscheinlicher wären.

Anfang April - weiterhin alles möglich

Zwar zeigte sich heute in den Berechnungen der Wettermodelle für die ersten April-Tage durchaus eine höhere Wahrscheinlichkeit für Jahreszeit-typische Temperaturentwicklungen, jedoch bleibt die Skepsis hinsichtlich dieser Entwicklung noch hoch. Warum? Das Hochdruckkonstrukt ist insgesamt labil und gerade mit den nun zunehmenden Temperaturgegensätzen zwischen Land- und Meeresoberfläche - aufgrund des steigenden Sonnenstandes - sind Schwankungen in die eine oder andere Richtung durchaus zu erwarten und als Aprilwetter bekannt.

Interessante Berechnung des Polarwirbels

Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Polarwirbel mit seinem aktiven Teilwirbel von Kanada/Grönland binnen kürzester Zeit in Richtung Barentssee/Karasee verlagert. Gleichzeitig schiebt sich von Kanada ein Hochdrucksystem in Richtung Polregion vor, was das Hochdrucksystem England/Skandinavien geradezu anzieht. Sollte es hierbei zu einem "Brückenschlag" zwischen den Hochdrucksystemen kommen, so wäre Aprilwetter mit kühlen Temperaturen und Schauern (Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht ausgeschlossen) eine für Deutschland durchaus plausible Variante. Schauen Sie sich gerne die Animation (klick auf Wetterkarte) zum Polarwirbel an, so etwas sieht man nicht allzu oft und zeigt, wie instabil das Konstrukt eines Frühlings zum heutigen Stand noch ist. Mit anderen Worten - da ist noch viel Spielraum in der Wetterentwicklung gegeben.

Auf sonnig und mild folgt im April oftmals apriltypisches unbeständiges Wetter


Den Frühling ausrufen?

Man liest es derzeit in vielen "Boulevard Schlagzeilen", dass der Frühling sich nun durchsetzen mag. Wir bleiben - nicht nur wegen der Ostanströmung der Luftmassen - sondern auch wegen der labilen Wetterlage noch skeptisch. Denn die Definition von vorfrühlingshaften Temperaturen sind Werte zwischen +10/+14 Grad und frühlingshafte Temperaturen sind im Bereich zwischen +14/+20 Grad zu benennen. Der Mittelwert beträgt nach den Kontrollläufen bspw. am 5. April +11/+13 Grad. Nichtsdestotrotz ist es nur eine Frage der Zeit bis sich eine stabile frühlingshaft milde Wetterlage durchsetzt - vielleicht ja auch schon passend zu den Osterferien, bzw. Ostern?

Langfristmodell mit weiteren Korrekturen zum Wetter Frühling und Sommer

Der Wettertrend des Langfristmodells für den April wird von Tag zu Tag wärmer berechnet. So lag in den letzten Tagen die Abweichung mit +0,5/+2 Grad noch im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich, so wird heute überwiegend eine Abweichung von +1/+2 Grad berechnet. Besonders warm soll demnach der April über Skandinavien und Russland ausfallen, dort wird eine Abweichung von +2/+4 Grad berechnet. In der Niederschlagserwartung berechnet das Langfristmodell eine zu trockene Tendenz entlang eines Streifens zwischen England, Deutschland und dem östlichen Europa. Mit anderen Worten deutet die Simulationen des Langfristmodells auf eine überwiegende Hochdruckdominanz im April hin. Für den Mai wird eine Abweichung von -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich bei einer weitgehend normalen Niederschlagsentwicklung berechnet.

Für das Wetter im Sommer simuliert da Langfristmodell im Juni und August eine Abweichung von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen und im Juli mit +1/+2 Grad im zu warmen Bereich. In Summe mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad eine leicht zu warme Temperaturentwicklung für den Sommer. In der Niederschlagsprognose gibt es für Deutschland, Österreich und der Schweiz kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert. Schaut man aber auf Europa, so fällt auf, dass zum heutigen Stand der Juli über dem Westen von Europa (Portugal, Spanien, Frankreich und England) positiv (zu nass) simuliert wird, während Deutschland, Skandinavien und auch das östliche Europa eine negative Tendenz aufweisen (zu trocken). Möchte man dies interpretieren, so wäre im Juli nach den Berechnungen des Langfristmodells mit einem typischen Sommerhoch zu rechnen.

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