Zum und auch über das Wochenende kann sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien positionieren. Gleichzeitig weicht das bis dahin über Deutschland dominierende Hochdrucksystem nach Süden aus und geht in das Azorenhoch über, welches sich mit einer flachen Achsausrichtung von den Azoren bis über die Mittelmeerregion erstrecken kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen zum Wochenende in ein gradientenstarkes Umfeld, was neben - teils kräftigen und auch länger andauernden - Niederschlägen auch einen zunehmenden Wind zur Folge hat. Stürmische Windböen sind zum heutigen Stand am Samstag und Sonntag nicht auszuschließen (weitere Details s. Wetter März).

Wettermodelle sind sich einig: Wetterwechsel erfolgt mit hoher Wahrscheinlichkeit

Bereits seit einigen Tagen wird der Wetterwechsel von den Wettermodellen in unterschiedlichsten Varianten zum kommenden Wochenende berechnet, nun aber stimmen auch die Details überein, was das den Wetterwechsel wahrscheinlich macht. Die Frage ist aber für wie lange? Das amerikanische Wettermodell berechnet heute den markanten Frontendurchgang zum kommenden Wochenende doch bereits zum Start in die neue Woche macht sich ein Zwischenhoch bemerkbar, was die Niederschlagsneigung - auch im Wochenverlauf - abklingen lässt.

Anders die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Zwar nimmt auch hier in einem zunehmend gradientenschwachen Umfeld die Niederschlagsneigung ab, bleibt aber gegenüber dem amerikanischen Wettermodell höher einzustufen - eine Hochdruckdominanz ist nach diesen Berechnungen weniger wahrscheinlich.

Kommt eine kältere Temperaturphase im letzten März-Drittel?

Die Unsicherheiten über die weitere Wetterentwicklung liegen im Hochdrucksystem über den Azoren begründet und im Detail wird es auf dessen Entwicklung ankommen, ob das letzte März-Drittel zu kalt, normal oder zu warm, bzw. zu nass oder zu trocken ausfallen wird. Strebt das Azorenhoch bspw. nach Norden in Richtung Grönland/Island auf, so können daraus spannende Wetterlagen entstehen. Das Zirkulationsmuster kann in Folge daraus meridionalisieren und über Deutschland für typisches "Aprilwetter" sorgen. Regenschauer, welche bei normalen bis zu kühlen Temperaturen teils bis in tiefere Lagen als Graupelschauer übergehen können wäre im letzten März-Drittel bei solch einer Variante durchaus möglich.

Eine weitere Entwicklungsvariante wäre die Verlagerung des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa, was einen relativ ruhigen, trockenen und auch zunehmend milden Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Folge haben kann.

Eine wäre zudem auch denkbar, dass die Hochdruckachse des Azorenhochs - aufgrund der starken Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland und Island - nach Osten "weg kippt" und von den Azoren über die Mittelmeerregion bis über das östliche Europa verläuft. In Folge solch einer Variante wäre im Zeitraum vom 23./28. März auch eine milde und in Teilen unbeständige Südwestwetterlage möglich.

Tolle Sonnenauf- und Untergänge bietet das Wetter im März


Kontrollläufe uneinheitlich - Trend für das letzte März-Drittel erkennbar

Es kommt also erneut auf die Hochdruckposition, bzw. auf die Entwicklung des Hochdrucksystems an, welches Wetter im letzten März-Drittel zu erwarten ist. Die Unsicherheiten sind zum heutigen Stand groß, doch welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Schaut man sich die Simulation der Temperaturen der Kontrollläufe in ca. 1.500 Meter Höhe an, so fällt auf, dass sich die Temperaturen keine Konstante aufweisen, was für einen wechselhaften Wettercharakter spricht (warme Vorderseite, kühlere Rückseite der Tiefdrucksysteme). Der Mittelwert der Höhentemperaturen bewegt sich mit -2/+2 Grad durchaus im Jahreszeit-typischen Bereich, was in tieferen Lagen Tageshöchstwerte zwischen +7/+9 Grad zur Folge haben kann. Betrachtet man nun noch die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (< +5), normal (+6/+12), zu warm (>+13), so liegen diese am 24. März bei 25/55/20 und am 29. März bei 20/55/25 und vervollständigt den Trend im letzten März-Drittel. Mit anderen Worten leicht unbeständig bei Temperaturen, welche der Jahreszeit entsprechen sind zum heutigen Stand die wahrscheinlichsten Wetterbedingungen im letzten März-Drittel.

Wahrscheinlichkeiten der Temperaturentwicklung im letzten März-Drittel

Frühling zu warm, Sommer durchwachsen

Das Langfristmodell nimmt in seiner heutigen Wettervorhersage für den Frühling und Sommer eine leichte Korrektur vor. So liegt die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert in den Frühlingsmonaten mit +1/+2 Grad im zu warmen Bereich. Auffällig zeigt sich mit einer höheren Temperaturabweichung der März, während der April und Mai mit einer Abweichung von -0,5/+1 Grad normal bis leicht zu mild ausfallen können. Für das Wetter im Sommer berechnet das Langfristmodell zum heutigen Stand eine Temperaturabweichung im Juni, Juli und August von -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden Bereich. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich im April eine leicht negative Tendenz (zu trocken), während von Mai bis August eine normale Niederschlagsentwicklung mit einem positiven Trend berechnet wird (zu nass). Anders formuliert deutet zum heutigen Stand nach den Berechnungen des Langfristmodells wenig auf ein deutlich zu warmes Wetter im Sommer 2017 hin.

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