Hoher Luftdruck bestimmt das Wetter über Deutschland bis einschließlich Donnerstag. Dabei kann es über den Gebieten etwa nördlich der Mittelgebirge stark bis wechselnd bewölkt und am Dienstag und Mittwoch der eine oder andere Regentropfen möglich sein, viel an Niederschlag ist aber nicht zu erwarten. Über Bayern und Baden-Württemberg scheint hingegen des Öfteren die Sonne und die Temperaturen steigen bis zum Donnerstag allmählich auf +12/+17 Grad über dem Westen und Südwesten und +10/+15 Grad über dem Norden und Nordosten an (Wetter März).

Wetterumschwung am Wochenende - Sturm am Samstag?

"Passend zum Wochenende" erfolgt nach den aktuellen Berechnungen beider Wettermodelle der Wetterumschwung, welcher bereits seit ein paar Tagen simuliert und somit zunehmend wahrscheinlicher wird. Die Berechnungen der Wettermodelle sind im Detail noch unterschiedlich, haben aber jeweils einen Temperaturrückgang bei einem unbeständigen Wettercharakter zur Folge. Starkwindereignisse sind nach den Simulationen des amerikanischen Wettermodells am Samstag und auch am Sonntag nicht auszuschließen, während das europäische Wettermodell die Randtiefentwicklung gemäßigter interpretiert. Im Detail sind hier noch Veränderungen zu erwarten.

Wetterumschwung im Frühling - auf Hoch folgt Tief


Atlantische Frontalzone positioniert sich über Skandinavien

Der Grund für den Wetterumschwung ist die Positionierung der atlantischen Frontalzone zum 17./18. März über dem skandinavischen Raum. So wird in Folge das Hochdrucksystem nach Süden weggedrückt und verläuft mit einer flachen Achsausrichtung von den Azoren bis nach Spanien und Frankreich. Entlang der Gradienten zwischen Hoch und Tief können sog. Randtiefdrucksysteme entstehen, welche das Potential für Starkwindereignisse über Deutschland, Österreich und der Schweiz erhöhen können. Hat sich die Frontalzone erst einmal über Skandinavien positionieren können, so ändert sich im weiteren Verlauf zunächst einmal wenig an dem windigen und unbeständigen Wettercharakter. So verwundert es auch nicht weiter, dass beide Wettermodelle im Zeitraum vom 17./23. März eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen unbeständigen Wettercharakter berechnen.

Wettermodelle simulieren reichlich Niederschlag

Sollte sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien positionieren können, so würde die dazugehörige Tiefdruckrinne von Neufundland über Island, England und Deutschland verlaufen können. Anders formuliert wird im Zeitraum vom 18./23. März kein Mangel an Tiefdrucksystemen und Niederschlag zu erwarten sein. Schaut man sich die simulierten Niederschlagsmengen im Zeitraum vom 18./24. März an, so können verbreitet 20-40 l/m² (örtlich bis 60 l/m²) an Niederschlag erwartet werden. Erfahrungsgemäß werden mit dem Wind bis zum Eintreffen aber weniger an Niederschlag berechnet werden, was 10-30 l/m² (örtlich bis 50 l/m²) realistischer macht.

Es kann kälter werden: Niederschläge wieder als Graupel-, oder Schneeschauer?

Bedingt durch die Tiefdruckdynamik gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz zeitweise auf die Rückseite der nach Osten abziehenden Tiefdrucksysteme, was aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen kühlere Luftmassen heranführen kann. Das amerikanische Wettermodell berechnet die Zufuhr kühlerer Luftmassen ab dem 19. März, während das europäische Wettermodell die Zufuhr gemäßigt milder Luftmassen berechnet. So kann das Temperaturspektrum am 24. März im Bereich zwischen +0/+15 Grad bei einem Mittelwert von +6/+8 Grad liegen. Die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe liegen im Bereich zwischen -8/+6 Grad bei einem Mittelwert von -2/-3 Grad. Je nach Intensität der Niederschläge können diese Höhentemperaturen ausreichend für Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf mittlere Lagen herab sein.

Auf den Frühling muss man noch etwas warten - über den Alpen viel Schnee möglich

Die Kontrollläufe stützen die unbeständige und mäßig milde (normale) Temperaturentwicklung im letzten März-Drittel und macht frühlingshaft milde Temperaturen weniger wahrscheinlich. Man sollte mit der Gartenarbeit, der Bepflanzung und dem Räderwechsel noch etwas zuwarten - Nachtfröste wären nach diesen Berechnungen nicht auszuschließen. Staubedingt sind an den Alpen mehr Niederschläge möglich und die Schneefallgrenze schwankt nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zwischen 1.000 bis 1.800 Meter, was oberhalb dieser Höhenlagen vom 18./25. März noch einmal einiges an Neuschnee bringen könnte.

Milder in den letzten März-Tagen

Nach einer Tiefdruckphase folgt oftmals hoher Luftdruck nach. So wird das auch dieses Mal berechnet, meist geschieht das in Form eines Hochdruckkeils des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa. Die Kontrollläufe stützen die hohe Niederschlagserwartung im Zeitraum vom 18./24. März mit einer im weiteren Verlauf nachlassenden Niederschlagsneigung. Das Temperaturniveau bewegt sich im gesamten Zeitraum mit höherer Wahrscheinlichkeit in dem für die Jahreszeit-typischen Bereich, zeigt aber im Trend einen positiven Verlauf. Deutlicher zeigt sich das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (< +5), normal (+6/+12), zu warm (>+13) bestätigt, welche am 23. März bei 25/60/15 und am 28. März bei 5/60/35 liegen können.

Wahrscheinlichkeiten der Temperaturentwicklung im letzten März-Drittel

Langfristmodell: zu warmer Frühling, Sommer noch uneinheitlich

Das Wetter wird im März 2017 mit hoher Wahrscheinlichkeit gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen. Für den April und Mai 2017 berechnet das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose eine Temperaturabweichung von +0,5/+2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Für die Sommermonate Juni, Juli und August zeigt sich zum heutigen Stand eine Temperaturabweichung von -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Im Niederschlagserwartung wird der April gegenüber dem Sollwert normal mit der Tendenz zu trocken berechnet. Der Mai, Juni, Juli und August haben einen leicht positiven Entwicklungstrend (leicht zu nass). Sollte aber tatsächlich ein normaler Sommer bevorstehen, so dürfte dieser von vielen als subjektiv "schlecht und kalt" empfunden werden, denn es ist schon knapp 20 Jahre her, als ein Sommer in Deutschland normal ausfiel. Mit anderen Worten: die Sommer der letzten 20 Jahre waren zu warm.

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