Für die ersten März-Tage simulieren die Wettermodelle noch unterschiedliche Entwicklungen der Großwetterlage, im Grundsatz sind diese sich hinsichtlich der Temperaturentwicklung aber recht ähnlich und zeigen im Zeitraum vom 1./4. März mehrheitlich eine Jahreszeit-typische Übergangsphase von Winter in Richtung Frühling. Damit sind aber nicht frühlingshaft milde Temperaturwerte gemeint, sondern die Zirkulationsstruktur, welche Anfang März mit höherem Sonnenstand nun zunehmend "chaotischer" wird und unterschiedliche Wetterkonstellationen ermöglicht.

Schaut man sich bspw. die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells an, so gibt es hier seit ein paar Tagen eine auffällige Tendenz für ein erneutes Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum. So ein Hochdrucksystem war im übrigen auch für die lange Trockenzeit im Februar 2017 verantwortlich, welche jetzt erst im letzten Februar-Drittel durch eine Westwetterlage abgelöst wird. Interessant sind die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells aber aus einer ganz anderen Betrachtung heraus. Seit Dezember können sich über Mitteleuropa und Skandinavien immer wieder Hochdrucksysteme ausbilden, welche "normalerweise" dort nicht hingehören. Diese Hochdrucksysteme stören die "normale" West-Ost Zirkulation und führten dazu, dass die Tiefdrucksysteme nicht mehr bis Mitteleuropa vorankommen konnten, was letztlich zu dem trockenen Wetter führte.

Hält sich so eine Wetterlage für längere Zeit, so spricht man von einer Erhaltungsneigung. Hält sie sich über Monate hinweg, so spricht man von einer ausgeprägten Erhaltungsneigung. Interessant dabei ist, dass die Strömungsmuster sich allmählich anpassen und das System immer wieder von Neuem erhalten (eingeschwungenes System). Das Gegenteil der Erhaltungsneigung ist das Ausgleichsverhalten. Dabei gelingt es einem "Störimpuls" - wie bspw. die aktuelle Westwetterlage - das gesamte Strömungsmuster so zu verändern, dass ein nachhaltiger Rückfall in die Erhaltungsneigung nicht mehr möglich ist und das Ausgleichsverhalten selbst wieder zur Erhaltungsneigung wird. Mit anderen Worten folgt einer längeren trockenen eine unbeständigere Periode nach.

Wann kommt der Frühling? Das amerikanische Wettermodell simuliert nun nichts anderes als eine ausgeprägte Erhaltungsneigung und sollte es dem Hochdrucksystem tatsächlich gelingen, sich über dem skandinavischen Raum zu positionieren, so könnte der März überwiegend hochdruckdominiert und trocken ausfallen. Nun kippt aber auch irgendwann diese Erhaltungsneigung, die Frage ist nur wann. Blickt man auf die letzten Winter zurück (welche ebenfalls zu warm und zu trocken waren), so zeigte sich eine erhöhte Niederschlagstätigkeit in den Monaten April, Mai und Juni, was nun nicht zwangsläufig für 2017 adaptiert werden kann, aber letzten Endes ganz gut zum Verlauf passen würde.

Ein Indiz für einen durchwachsenen Frühling, bzw. Start in den Sommer liefert das Langfristmodell. Seit geraumer Zeit wird für den März eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad im zu warmen Bereich berechnet. Die Monate von April bis Juni werden hingegen mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich simuliert. In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich tendenziell ein leicht zu trockener März, ein normaler April, ein zu nasser Mai und ein normaler Juni. Das passt ganz gut zu den Entwicklungen auch der letzten Jahre, trockener und milder Winter, gefolgt von einem durchwachsenem Frühling mit längeren Niederschlagsphasen. Und wie wird der Sommer? Der Juni wurde ja schon benannt und nach den Berechnungen des Langfristmodells ist mit einer Abweichung von -0,5/+1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einem normalen Sommer zu rechnen, welcher in der Tendenz auch leicht zu warm ausfallen kann. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert, wobei der Trend - zum heutigen Stand - leicht positiv ausfällt (etwas zu nass).

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