Die sommerlichen Temperaturen kommen zurück. Breits am heutigen Samstag können über dem Süden verbreitet +20/+25 Grad erreicht werden, während es über dem Norden mit +17/+23 Grad noch etwas kühler bleiben kann - erst ab Dienstag zeigt sich ganz Deutschland ein sommerlicher Temperaturtrend (Details s. Wetter August 2016).

Der Grund für die Erwärmung ist ein Hochdruckkeil, welcher sich bis zum 18. August von der Mittelmeerregion bis über den skandinavischen Raum erstrecken kann. Gleichzeitig sorgt ein Tiefdruckwirbel über der Ostsee in der Höhe (1.500 Meter) für den Zustrom etwas kühlerer Luftmassen, so dass die Temperaturen gemäßigt warm und über dem Nordosten generell etwas kühler als über dem Südwesten ausfallen können - die "ganz große Hitze" ist also nicht zu erwarten.

Für den 18. August berechnet das amerikanische Wettermodell eine Großwetterlage, welche auf den ersten Blick einer Omegawetterlage gleich kommt. So liegt zwischen Grönland und Island ein kräftig strukturiertes Tiefdrucksystem mit dem Bestreben nach Osten weiter voranzukommen, wird jedoch von dem Hochdrucksystem zwischen der Mittelmeerregion und Skandinavien daran gehindert, so dass das Tief nach Süden "austrogt". Östlich des Hochdrucksystems liegt ein weiteres Tief zwischen Finnland und der Ostsee, was eben die Zufuhr etwas kühlerer Luftmassen nach Deutschland ermöglicht. Eine Omegawetterlage wird insgesamt als stabiles Konstrukt, wenn nicht als eines der stabilsten Wetterlagen überhaupt bezeichnet, da sich die Systeme zueinander erhalten, bzw. ausgleichen. Das dies nach diesen Berechnungen nur auf den ersten Blick so ist, zeigt der weitere Verlauf. So nimmt das Hochdrucksystem über Skandinavien Kontakt mit dem Kontinentalhoch über dem westlichen Russland auf. In Folge dessen kann die Hochdruckachse in Richtung Mittelmeer nicht aufrecht erhalten werden und da sich Hochdrucksysteme im und Tiefdrucksysteme gegen "Uhrzeigersinn" drehen, kann sich das Tief über der Ostsee/östliches Europa langsam nach Westen verlagern. So liegt zum 20. August ein mehr oder minder kräftiges Hochdrucksystem zwischen Skandinavien und dem westlichen Russland und eine Tiefdruckrinne, welche sich von Neufundland über Island/England sich bis nach Deutschland erstrecken kann. Mit anderen Worten wird der Wettercharakter zu Beginn des letzten August-Drittels wechselhafter und unbeständiger bei leicht zurückgehenden Temperaturen. Insgesamt ist diese Wetterentwicklung als Komplex zu bezeichnen, so dass geringe Positionsverschiebungen der Wettersysteme zueinander zu Veränderungen führen können.

Das europäische Wettermodell hat einen ähnlichen Ansatz, jedoch liegt das Hochdrucksystem mehr über Skandinavien und kann an seiner Westseite Phasenweise einen Hochdruckkeil in Richtung Azorenhoch aufbauen. Somit ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zunächst als schwächer zu bezeichnen, doch zeigt sich auch hier eine zunehmende Unbeständigkeit der Wetterentwicklung ab dem 19./20. August.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Niederschlagsneigung nimmt mit Beginn des letzten August-Drittels und damit der letzten Sommer-Tage etwas zu, erhöht sich aber nicht signifikant (kein Dauerregen), so dass sich die Neigung zu Schauern und Gewittern wohl erhöhen wird. Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt am 20. August +20/+30 Grad (Mittelwert: +26 Grad über dem Süden und Osten und +24/+25 Grad über dem Norden und Westen) und am 27. August zwischen +15/+28 Grad (Mittelwert: +23/+24 Grad). Somit bewegen sich die Mittelwerte meist im Bereich der für die Jahreszeit-typischen Werte.

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