Ab Dienstag wird es spürbar kühler und über dem Süden und Südosten sind erneut kräftige und länger andauernde Niederschläge mit örtlichem Unwetterpotential nicht auszuschließen. Nachfolgend setzten sich die kühlen Luftmassen durch und das Wetter beruhigt sich bei einer leichten Schaueraktivität wieder (Details s. Wettervorhersage August 2016).

Mit anderen Worten gelangt die Kaltluft allmählich unter Hochdruckeinfluss, was die Temperaturen langsam wieder erwärmen und Niederschlagsneigung zurückgehen lassen kann. Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 12./13. August die Verlagerung des Hochdruckkeils von den Azoren über England, Frankreich und Deutschland bis zum 15. August zwischen der Mittelmeerregion, Deutschland und England, so dass es den über Skandinavien befindlichen Tiefdrucksystemen schwer fallen wird, das Wetter über Deutschland von Norden her zu beeinflussen. Eher das Gegenteil könnte der Fall sein. Warum? Nach den aktuellen Berechnungen ist es gar nicht so abwegig, als dass sich das Hochdrucksystem mit seinem Kerngebiet nach Skandinavien verlagern kann. Das wäre eine ernstzunehmende Option für einen länger andauernden und stabilen Wettercharakter. Eine andere Option wäre ein Skandinavienhoch, welches seine Hochdruckachse von Ost nach West ausrichtet und dabei auf seinen südlichen Gradienten von Tiefdrucksystemen "unterwandert" werden kann. Der Wettercharakter wäre in dieser Variante weniger stabil, dafür weitgehend sommerlich warm.

Eine heiße Variante berechnet das europäische Wettermodell. Nach diesen Berechnungen strebt das Hochdrucksystem von der Mittelmeerregion über Mitteleuropa in Richtung Skandinavien auf und blockiert dabei die atlantische Frontalzone frühzeitig auf dem Atlantik, so dass diese zwischen Island, Irland und den Azoren nach Süden "abtropft". Somit kommt es zu einem meridionalen Strömungsmuster, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz in der heißen Süd-Nord Strömung liegen kann. Wie heiß kann es werden? Simuliert werden im Zeitraum 14./17. August Tageswerte, welche von +20/+25 Grad auf +25/+30 Grad und über dem Süden örtlich auch darüber hinaus ansteigen können.

Zusammenfassend berechnen die Wettermodelle noch unterschiedliche Varianten, welche jedoch zunehmend das gleiche Ergebnis zur Folge haben können - sommerlich warme, teils auch heiße Temperaturen. Ob es dabei zu schwül-warmen und zu Schauern und Gewittern neigendem Wetter kommt, oder ob trocken-warme Luftmassen das Wettergeschehen beeinflussen können, ist zum heutigen Stand noch nicht feststellbar.

Dass man mit dem Ausruf von einem "Hitze-Sommer" gemäß europäischen Wettermodell noch vorsichtig sein sollte, zeigen die Berechnungen der Kontrollläufe. Zwar ist auch hier nach der Kältephase vom 8./12. August ein positiver Temperaturtrend auszumachen, welcher zum 13. August weitgehend Jahreszeit-typische Werte erreicht und darüber hinaus mit seinem Mittelwert leicht darüber liegt, von Hitze ist aber nichts zu erkennen. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum vom 15./21. August über dem Westen und Süden meist zwischen +23/+24 Grad und über dem Norden und Osten zwischen +22/+23 Grad.

Das Langfristmodell berechnet in seinem heutigen Wetterbericht August eine erhöhte Niederschlagstätigkeit über dem Südosten von Deutschland, was angesichts der Dauerregenphasen vom 5. und voraussichtlich vom 9. August nicht weiter verwundert. Sonst liegt die Niederschlagserwartung im Sollwert - alles normal. Die Temperaturen könnten im August über dem Norden mit einer Abweichung von -1/-0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert leicht zu kühl ausfallen, sonst liegt die Abweichung mit -0,5/+0,5 Grad im Jahreszeit-typischen Bereich.

Sowohl die Kontrollläufe, als auch das Langfristmodell zeigen nur geringe Wahrscheinlichkeiten für eine Hitzeperiode, wie es das europäische Wettermodell simuliert - vielmehr wahrscheinlicher ist eine Jahreszeit-typische Wetterentwicklung im Zeitraum 15./21. August.

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