Ein leicht unbeständiger Wettercharakter dominiert das Wetter bis zum Mittwoch, bevor es zum Donnerstag rasch wärmer werden kann und zum Freitag die nächste Gewitterfront Deutschland erfasst und die Temperaturen wieder etwas abkühlen lässt. Zum Wochenende lassen die Niederschläge wider nach und auch die Temperaturen steigen bis zum Sonntag allgemein wieder an (s. Wetter August).

Im Zeitraum vom 7./10. August baut sich nach beiden Wettermodellen eine Hochdruckbrücke über Deutschland auf, so dass die Temperaturen verbreitet wieder in den sommerlichen, teils auch hoch-sommerlichen Bereich ansteigen können (+24/+28 Grad, örtlich bis +30 Grad). Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist nach beiden Simulationen als hoch einzustufen, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der nächste Tiefdruckausläufer Deutschland erreichen wird. Bleibt es also beim Auf und Ab, oder kann sich das Hochdrucksystem behaupten?

Das europäische Wettermodell, welches gestern noch ein autarkes Hochdrucksystem im Bereich zwischen England, Deutschland und Skandinavien simuliert hatte, berechnet heute eine ganz neue Variante und bestätigt damit die Variabilität der Wetterentwicklung. So wölbt sich das Azorenhoch zum 8./9. August nach Norden in Richtung Grönland auf und blockiert die bis dahin aktive Tiefdruckrinne auf dem Atlantik. In Folge daraus kann das Tiefdrucksystem zwischen England und Skandinavien nach Süden hin austrogen, so dass im Verbund beider Systeme die Grundströmung meridionalisieren kann (Nord-Süd, Süd-Nord). In Folge daraus wird das Wetter im Zeitraum vom 10./12. August unbeständiger und von Westen her auch langsam kühler.

Das amerikanische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Wetterentwicklung vom 9./11. August, allerdings strebt das Azorenhoch nicht nach Norden auf, zieht sich mit seinem Hochdruckkern jedoch auf die Azoren zurück, so dass der bis dahin Wetter-dominierende Hochdruckkeil nicht aufrecht erhalten werden kann. So entstehen zwei Hochdrucksysteme: das eine über den Azoren und das zweite über dem östlichen Europa. Zwischen den Hochdrucksystemen entsteht eine Lücke, in welche die atlantische Frontalzone vordringen kann. Das Ergebnis aus dieser Wetterentwicklung ist kühles und unbeständiges Wetter im Zeitraum vom 10./14. August. Erst im Zeitraum darüber hinaus zeigt sich vom 14./18. August eine Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems über dem östlichen Europa in Richtung Skandinavien, was die Tiefdruckaktivität deutlich abschwächt und einen Temperaturanstieg ermöglichen könnte.

Zusammenfassend bleibt der Wettercharakter unbeständig und ein stabiles Hochdrucksystem ist weiterhin nicht in Sicht. Das bestätigen auch heute die Kontrollläufe mit einem Auf und Ab der Temperaturen vom 5./10. August und einer darauf folgenden Normalisierung der Temperaturwerte, welche mancherorts gegenüber dem langjährigen Mittelwert im leicht zu kühlen Bereich liegen können. So liegt das Temperaturspektrum am 8. August zwischen +16/+31 Grad (Mittelwert: +24 Grad über dem Norden, sonst zwischen +25/+26 Grad) und am 15. August zwischen +15/+26 Grad (Mittelwert: +20/+21 Grad). Zum Vergleich: der langjährige Mittelwert liegt bei etwa +22/+24 Grad.

Das Langfristmodell reagiert noch nicht auf die von den Wettermodellen berechneten zu kühlen Wetteraussichten im zweiten August-Drittel und berechnet in seiner heutigen Wetterprognose Sommer 2016 - sowohl bei den Temperaturen, als auch beim Niederschlag - kaum Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Ist damit eine zu kühle Temperaturphase im zweiten August-Drittel gesichert? Nein - keinesfalls - die Simulationen schwanken derzeit und noch hat sich keine der Varianten festigen können. Gut möglich, dass morgen bereits eine andere Variante die Berechnungen der Wettermodelle dominiert. Sollte sich jedoch die heutige Simulation bestätigen, so wird die Eintreffwahrscheinlichkeit größer.

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