Das Auf und Ab beim Wetter bleibt auch in der kommenden Woche erhalten. So beginnt die Woche über dem Norden unbeständig mit meist mäßig warmen Temperaturen, während es nach Süden hin sonniger und etwas wärmer werden kann. Zum Mittwoch und Donnerstag nimmt die Niederschlagsneigung generell ab und von Süden kann es spürbar wärmer werden, bevor am Freitag das nächste Gewitterband Deutschland überqueren kann (s. Wettervorhersage August).

Bleibt es bei diesem Auf und Ab oder ist auch beständigeres Wetter zu erwarten? Diese Frage bestimmt derzeit die Wetterprognose schon seit mehreren Tagen, da in den letzten Tagen nicht klar war, ob das Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz von einer Tiefdruckrinne oder einer Hochdruckbrücke dominiert werden, oder gar zwischen den Wetterfronten liegen kann.

In der gestrigen Wetterprognose ergab sich eine strukturelle Entwicklungswahrscheinlichkeit, welche sich heute erneut bestätig. So simuliert das amerikanische Wettermodell den Aufbau einer lebhaften Tiefdruckrinne, welche sich vom östlichen Kanada/Neufundland bis zu den Azoren hinunter und England und Schweden erstrecken kann. Die südliche Zugbahn von teils kräftigen Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik ermöglicht über Deutschland, Österreich und der Schweiz den Aufbau eines Hochdruckkeils, welcher sich von den Azoren, Spanien, Frankreich Deutschland, das östliche Europa bis über das westliche Russland erstrecken kann. In Folge dieser Konstellation der Wettersysteme ergibt sich eine Südwestwetterlage, welche das Wetter über Deutschland vom 6./10. August mit einer geringen Niederschlagswahrscheinlichkeit und sommerlichen Temperaturen dominieren kann. Darüber hinaus zeigt sich im Zeitraum 10./15. August die Möglichkeit zum Aufbau einer anderen Großwetterlage, bei der ein Tiefdrucksystem zwischen England und Skandinavien das Wetter über Deutschland vermehrt mit Niederschlägen und kühleren Temperaturen beeinflussen kann. Insofern ändert sich nach diesen Berechnungen nur wenig am Auf und Ab beim Wetter.

Deutlich anders ist die Berechnung des europäischen Wettermodells, welches aus der Hochdruckbrücke zum 6./7. August ein autarkes Hochdrucksystem im Bereich zwischen Frankreich, Deutschland, England und Skandinavien entstehen lassen kann. In dieser Konstellation der Wettersysteme würde die Tiefdruckrinne der atlantischen Frontalzone frühzeitig blockiert werden können, was die Tiefdrucksysteme dazu "zwingt", nach Süden hin "auszutrogen". In Folge einer solchen Wetterlage könnte man über Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum vom 6./11. August von einer stabilen und durchaus sommerlichen Wetterlage sprechen, bei der die Temperaturen mit einer südlichen Anströmung der Luftmassen in den hoch-sommerlichen Bereich ansteigen könnten.

Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe stützen heute das Auf und Ab, bei dem die Temperaturspitzen jeweils am 5. und am 9. August erreicht werden können und nachfolgend sich das Temperaturniveau wieder normalisieren kann. So liegt das Temperaturspektrum am 9. August bei +17/+30 Grad (Mittelwert: +21 Grad über dem Norden, +22 Grad über dem Westen und +25/+26 Grad über dem Süden und Osten) und am 15. August zwischen +15/+30 Grad (Mittelwert: +23 Grad). Interessant ist noch die Luftdruckverteilung im Zeitraum vom 5./15. August. War diese in den vergangenen Tagen und Wochen meist konstant um die 1020 hPa, so zeigt sich nun ein Anstieg des Mittelwertes auf 1025 hPa über dem Norden und 1030 hPa über dem Süden. Das macht die Südwestwetterlage des amerikanischen Wettermodells wahrscheinlicher, schließt aber die stabile Hochdruckentwicklung des europäischen Wettermodells nicht aus.

Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25) liegen am 11. August bei 45/30/25 und am 16. August bei 30/45/25 und stützen im zweiten August-Drittel mehrheitlich die Variante des amerikanischen Wettermodells, bei der ein Skandinavientief mit kühleren, bzw. mäßig warmen Temperaturen das Wetter über Deutschland beeinflussen könnte. Das Langfristmodell, welches bereits seit Monaten den August gegenüber dem langjährigen Mittelwert als "normal" berechnet, weicht auch heute nicht davon ab - sowohl im Temperatur- als auch im Niederschlagsverhalten zeigen sich keine sonderlichen Abweichungen gegenüber dem Sollwert. Zusammenfassend spricht heute wenig für die hoch sommerliche Variante des europäischen Wettermodells.

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