Zum Beginn der Woche zeigt sich das Wetter leicht unbeständig mit einem Wechselspiel aus Sonne, Wolken und geringfügigem Niederschlag. Sind die Temperaturen zunächst noch mäßig warm, so steigen diese bis zum Mittwoch / Donnerstag auf erneut sommerliche Werte an, bevor am Freitag die nächste Gewitterfront Deutschland von West nach Ost überqueren und frischere Luftmassen heranführen kann (s. Wetter August).

War die Wetterentwicklung nach den Wettermodellen in den letzten Tagen noch unklar, so kommt nun etwas mehr Struktur in den Ablauf, wenngleich es eine Wetterprognose über dem 4./5. August hinaus nicht leichter macht.

Das amerikanische Wettermodell berechnet im gesamten Zeitraum vom 4./13. August eine sehr imposante Konstellation der Wettersysteme, wie sie häufiger im Herbst vorkommt. So strömt auf dem Atlantik zwischen Grönland und Island kühle Luft nach Süden was die Tiefdruckproduktion in diesem Bereich dynamisch gestaltet. Teilweise sind die Tiefdrucksysteme recht kräftig ausgeprägt und reichen mit ihrer dazugehörigen Tiefdruckrinne weit nach Süden (6./7. August). Somit entsteht eine Tiefdruckachse, welche von Südwest nach Nordost verläuft und der "Gegenpart" der Tiefdruckrinne ist eine Hochdruckbrücke, welche sich von den Azoren über Spanien, Frankreich und Deutschland bis über das westliche Russland erstrecken kann. Sowohl die Tiefdrucksysteme, als auch die Hochdruckbrücke "kämpfen" um die Vorherrschaft über das Wetter über Mitteleuropa. Das "Anrennen" der Tiefdrucksysteme ist als Imposant zu bezeichnen - z.T. werden auch sog. Schnellläufersysteme berechnet, welche neben unbeständigem Wetter auch für eine Sturmwetterlage sorgen könnten. Solche Schnellläufersysteme kommen jedoch häufiger im Herbst und Frühling vor und sind im Sommer nicht allzu häufig anzutreffen. Entscheidend wird also sein, auf welcher Seite der Wettersysteme Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen wird. Nach der aktuellen Simulation spricht vieles für eine anhaltende Dominanz der Hochdruckbrücke, wenngleich Tiefdruckausläufer immer wieder auf Deutschland übergreifen können.

Das europäische Wettermodell berechnet ebenfalls die starke Tiefdruckentwicklung auf dem Atlantik, welche sich bis zum 10. August über Skandinavien positionieren kann.

Welche Wetterentwicklungen können sich hieraus ergeben? Setzt sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien fest, so ist mit einem wechselhaften und durchaus auch kühleren Wettercharakter über Deutschland zu rechnen. Hält das Hochdrucksystem dagegen, so könnte sich im Zeitraum zwischen dem 7./13. August auch ein stärkeres Hochdrucksystem über Deutschland festigen. Mit anderen Worten, es bleibt beim Hop oder Top der letzten Tage.

Wie unsicher die Wetterprognose im ersten August-Drittel ist, zeigen die Differenz der Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe, welche am 4. August bei rund 4/6 Grad und am 8. August zwischen 12/15 Grad betragen. Zum Vergleich: für eine gesicherte Wettervorhersage sollte die Differenz 2/4 Grad und bei einer Wetterprognose 4/6 Grad betragen. Und was für eine Wetterprognose lässt sich heute daraus ableiten? Im Grunde die gleiche, wie in den letzten Tagen auch - eine Südwestwetterlage, bei der über dem Nordwesten und Norden der Wettercharakter generell unbeständiger und auch kühler als über dem Südosten sein kann.

Bestätigt wird dies durch das Temperaturspektrum der Kontrollläufe, welche am 7. August zwischen +15/+31 Grad (Mittelwert: +21/+22 Grad über dem Norden und Westen und +23/+24 Grad über dem Süden und Osten) und am 15. August zwischen +17/+28 Grad (Mittelwert: +24 Grad über dem Süden und +22 Grad über dem restlichen Deutschland) liegen können. Die Niederschlagsneigung ist im Zeitraum vom 7./15. August insgesamt als schwach zu bezeichnen, was für die Hochdruckdominanz spricht.

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