Anfang August zeigt sich nach den jüngsten Simulationen der Wettermodelle eine höhere Wahrscheinlichkeit für Abkühlung der Temperaturwerte. So können nach der aktuellen Wetterprognose August bis zum 3. August vielfach nur noch Werte zwischen +17/+23 Grad erreicht werden. Der Sommer "schwächelt" etwas.

Der Grund hierfür ist ein Tiefdruckkomplex über Skandinavien und ein nach Norden aufstrebender Hochdruckkeil zwischen den Azoren, Island und dem europäischen Nordmeer. In Folge daraus kommt es zu einer kurzweiligen Meridionalisierung der Zirkulationsmusters, so dass aus nördlichen Richtungen kühlere, aber auch trockenere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können.

Würde es dem Hochdruckkeil nun gelingen, sich im darauf folgenden Zeitraum über dem Atlantik zu festigen, so könnte das Nord-Süd Strömungskonstrukt für einen längeren Zeitraum wetterbestimmend bleiben. Nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells ist das aber nicht der Fall. Die dazugehörige Tiefdruckrinne baut mit einem weitern Tiefdrucksystem zum 4. August über Island den Hochdruckkeil ab, bzw. drückt ihn nach Südosten weg, so dass dieser sich über Deutschland, Österreich und die Schweiz legen kann. In Folge daraus hat das Temperaturniveau im Zeitraum 4./6. August mit einer südwestlichen Grundströmung wieder eine ansteigende Tendenz.

Darüber hinaus kommt es ganz darauf an, wie stark das Tiefdrucksystem über Island sein wird. Je nachdem ergeben sich daraus zwei Varianten. In der ersten Variante ist das Tiefdrucksystem stark ausgeprägt und regt auf seiner Vorderseite ein Hochdrucksystem dazu an, sich von der Mittelmeerregion nach Norden zu erstrecken und sich bis zum 10. August in Form eines autarken Hochdrucksystems über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu positionieren. Das Tiefdrucksystem selbst wird relativ rasch über das nördliche Skandinavien abgelenkt, so dass in dieser Variante der Grundcharakter vom 4./10. August durchaus als sommerlich bis hoch-sommerlich bezeichnet werden könnte.

In der zweiten Variante schlägt das Tiefdrucksystem eine südlicherer Bahn ein und "tropft" über Mitteleuropa nach Süden hin ab. In Folge daraus wäre mit einer relativ kühlen und unbeständigen Nordwestwetterlage zu rechnen.

Nun war in den letzten Tagen noch so gut wie jede Wetterentwicklung im ersten August-Drittel möglich - hat sich daran etwas geändert und wenn ja, welcher Trend ist auszumachen? Die Kontrollläufe stützen keine signifikant ausgeprägte Hochdruckwetterlage im ersten August-Drittel (Luftdruckmittelwert liegt bei ca. 1020 hPa). Der Mittelwert des Temperaturspektrums schwankt vom 4. bis 10. August zwischen +23/+24 Grad und kann sich zum 7. August auch in Richtung der +25 Grad bewegen. Somit ist der Mittelwert durchaus als sommerlich zu bezeichnen und bestätigt mit höherer Wahrscheinlichkeit die nur kurze kühle Temperaturphase Anfang August.

Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25) gegenüber gestern, so liegen diese am 4. August bei 20/60/20 (gestern: 35/30/5) und am 9. August bei 25/30/45 (gestern: 45/15/40). Möchte man dies Interpretieren, so sind mit den heutigen Berechnungen der Wettermodelle die Chancen auf wärmeres Wetter im ersten August-Drittel wahrscheinlicher geworden.

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