Die heißen Temperaturwerte erreichen voraussichtlich am Donnerstag ihren Höhepunkt und gehen mit einer nachfolgend höheren Neigung zu Schauern und Gewittern am Freitag und Samstag etwas zurück und steigen zum Sonntag wieder etwas an. Die Schauer und Gewitter können insbesondere am Donnerstag und Freitag auch örtliche Unwetterpotential erreichen und lassen am Samstag und Sonntag - sowohl in ihrer Intensität, als auch Anzahl - weiter nach (siehe Wettervorhersage Juli 2016).

Das amerikanische Wettermodell simuliert den Aufbau einer Hochdruckbrücke im Bereich zwischen den Azoren, der Mittelmeerregion, Österreich, Schweiz und Deutschland, bis nach Skandinavien und über die Karasee reichend. Ein imposantes und weitreichendes Gebilde, jedoch mit einem instabilen Konstrukt. So gelingt es den Tiefdruckausläufern mit Schauern und Gewittern zeitweilig mehr Einfluss auf das Wetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu nehmen. Die Frage stellt sich also - wie lange hält die Hochdruckbrücke, bzw. könnte diese sich auch noch verstärken und für längere Zeit eine stabile sommerliche Wetterlage herbeiführen? Betrachtet man die aktuelle Simulation, so liegt zum 25. Juli ein Tiefdrucksystem zwischen Island und England und eines über dem westlichen Russland/östlichem Europa - dazwischen liegt das Hochdrucksystem und kann zum 25. Juli ein Kern über dem skandinavischen Raum ausbilden. In Ansätzen gleicht das einer Omegawetterlage - somit sind nach diesen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells im Zeitraum vom 25./31. Juli zwei Wetterentwicklungen möglich. In der ersten Variante verstärkt sich das Hochdruckgebilde und entwickelt sich zu einer Omegawetterlage. In Folge dessen wäre mit einer stabilen und sommerlichen Wetterlage zu rechnen. In der zweiten Variante schwächt sich das stützende Tiefdrucksystem über dem westlichen Russland ab und das Hochdrucksystem kippt nach Osten weg, so dass Tiefdruckausläufer der atlantischen Frontalzone mehr und mehr das Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz beeinflussen können.

Das europäische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 20./27. Juli eine schwachgradientige Großwetterlage über Deutschland. Mit anderen Worten ist hoher Luftdruck dominierend, jedoch mit Zufuhr feucht-warmer Luftmassen steigt die Neigung zu Schauern und Gewittern an. Eine Ausbildung einer Omegastruktur ist nach dieser Simulation weniger wahrscheinlich. Vielmehr wird die zweite Variante des amerikanischen Wettermodells gestützt, bei der das Hochdrucksystem langsam aber stetig zum Ende des Julis nach Osten abgedrängt werden und die Frontalzone vermehrt Einfluss nehmen kann.

Was ist nun wahrscheinlicher? Diese Hochdruckbrücke wurde vor einigen Tagen in den Simulationen der Wettermodelle noch als kurzes "Intermezzo" berechnet, welches sich in den vergangenen Tagen mehr und mehr über einen längeren Zeitraum dominant erwies. Mit anderen Worten wurde die Entwicklung des Hochdrucksystems "unterschätzt" und es ist weiterhin nicht auszuschließen, dass die erste Variante des amerikanischen Wettermodells mit einer Omegastruktur sich durchsetzen könnte.

Soweit die Theorie - die Kontrollläufe stützen jedoch mehrheitlich eine sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert normalisierende Temperaturentwicklung. So liegt das Temperaturspektrum am 26. Juli zwischen +22/+31 Grad (Mittelwert: +24/+26 Grad) und am 31. Juli zwischen +15/+28 Grad (Mittelwert: +21/+22 Grad über dem Norden und Westen und +23/+24 Grad über dem Süden und Osten). In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich eine über dem Norden im Zeitraum vom 25./31. Juli langsam ansteigende Tendenz, während diese über dem Süden schwach ausgeprägt bleibt. Was sich Anfang August alles für Wetterlagen entwickeln können, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend August 2016.

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