Kühl wird es im Wochenverlauf. So können bis zum Donnertag und Freitag kaum mehr die +20 Grad erreicht werden und mit zahlreichen, teils länger andauernden Niederschlägen ist zu rechnen (s. Wetter Juli 2016). Als "kritisch "- hinsichtlich Unwetterpotential - ist die Nacht auf Dienstag und auch der Dienstag etwa südlich einer Linie Bodensee - Regensburg zu betrachten, denn dort werden in den aktuellen Simulationen der Wettermodelle Niederschlagssummen binnen 24 Stunden von 30-100 l/m² berechnet.

Der Grund für den kühlen und unbeständigen Wettercharakter ist ein Tiefdrucksystem, welches sich in den kommenden Stunden über Skandinavien positionieren und nachfolgend kühlere und feuchtere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Dieses Tiefdrucksystem bleibt nicht stationär und nachfolgend sorgt ein weiteres Tiefdrucksystem bei Island auf seiner Vorderseite für die Möglichkeit eines Hochdruckkeils, welcher zum 16./17. Juli sich auch über Deutschland, Österreich und die Schweiz erstrecken kann. In Folge daraus kann die Niederschlagsneigung abnehmen und die Sonne wieder des Öfteren zum Vorschein kommen. Die Temperaturen haben demnach ebenfalls einen ansteigenden Trend, so dass zum kommenden Wochenende wieder +17/+23 Grad, örtlich bis +25 Grad erreicht werden können.

Nun hat das ja mit klassischen Sommerwetter, blauem Himmel einer stabilen Wetterlage und Temperaturen jenseits der +25 Grad Marke weniger was zu tun und diese sommerlichen Phasen waren Rückblickend im Juni und Juli bisweilen auf ein paar wenige Tage beschränkt. Ist der Sommer 2016 denn im letzten Jul-Drittel in Sicht? Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so kann mit einem klaren Nein geantwortet werden. Die atlantische Frontalzone liegt mit ihrer dazugehörigen Tiefdruckrinne nach den aktuellen Berechnungen im Zeitraum vom 19./25. Juli zwischen Neufundland, Island, England und dem nördlichen Deutschland, bzw. südlichen Skandinavien und beeinflusst immer wieder das Wetter über Deutschland, so dass der wechselhafte, unbeständige und mäßig warme Wettercharakter wohl weit bis in das letzte Juli-Drittel anhaltend sein kann.

Das europäische Wettermodell simuliert eine andere Wetterentwicklung. Demnach kann sich zum 15./16. Juli ein kräftiges Hochdrucksystem direkt über Deutschland aufbauen und sich bis zum 20. Juli weiter nach Skandinavien positionieren. Somit gelingt der "Störimpuls" und den "Westdrift" zu unterbinden und - je nach Stärke des Hochdrucksystems - auch zu blockieren. Sollte sich solch ein Hochdrucksystem durchsetzen können, stünden die Wahrscheinlichkeiten für sommerliche Temperaturen nicht schlecht - ob es aber für eine stabile Hochdruckwetterlage reicht, hängt von der Position und die Ausprägung des Hochdrucksystem ab.

Sommer oder Frühherbst - was ist wahrscheinlicher? Der Temperaturtrend der Kontrollläufe ist nach der kühlen Phase bis zum 17. Juli im Zeitraum 18./24. Juli als leicht positiv zu bewerten. So liegt das Temperaturspektrum mit seinem jeweiligen Mittelwert am 15. Juli über dem Norden und Osten zwischen +15/+16 Grad, sonst zwischen +17/+18 Grad, am 20. Juli zwischen +23/+24 Grad und am 24. Juli zwischen +20/+21 Grad über dem Norden und Osten und +22/+23 Grad über dem Süden und Westen. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25) und vergleicht diese mit gestern, so liegen diese am 19. Juli bei 10/65/25 (gestern: 30/50/20) und am 24. Juli bei 45/25/20 (gestern: 55/30/15). Auf ein stabiles Sommerhoch mit einer länger andauernden Warmphase deutet das aber alles nicht hin und es bleibt spannend, wie sich die Variante des europäischen Wettermodells in den kommenden Stunden und Tagen weiter entwickeln kann. Passt es sich der des amerikanischen Wettermodells an, oder ist es eher umgekehrt? Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Gedankenspiel zum Wettertrend Wetter August 2016.

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