Der Wetterablauf wiederholt sich in stetigen Abständen seit Mai - meist mit einem ähnlichen Ablauf: warmes bis heißes Vorderseitenwetter, turbulente Übergangsphase, kühles Rückseitenwetter. Und genau dieser Wetterablauf steht Deutschland, Österreich und der Schweiz nun in den kommenden Tagen erneut bevor. Zuerst "Hitze", dann Schauer und Gewitter (So./Mo.), bevor es zum Dienstag & Mittwoch unbeständiger und kühler werden kann (s. Wetter Juli 2016).

Der Sommer 2016 ist bisweilen geprägt von leicht zu warmen Temperaturen (wenngleich die ersten Juli-Tage leicht zu kühl waren), zu viel Niederschlag und eine etwas zu geringe Sonnenscheindauer. Anders formuliert war der Sommer 2016 bislang als unbeständig zu bezeichnen. Ein kräftiges Hochdrucksystem fehlte bisweilen gänzlich, welches über mehrere Tage hinweg für eine stabile Wetterlage hätte sorgen können.

Bald ist Halbzeit beim Sommer 2016 - kann doch nur noch besser werden? Das wird sich noch herausstellen, denn die Temperaturen, welche bisher erreicht wurden, entsprechen weitgehend dem Durchschnitt und sind somit als normal zu bewerten und schaut man auf das Langfristmodell und dessen Wetterprognose Sommer 2016, so erkennt man, dass der Juli und auch August bei den Temperaturen sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Normbereich bewegen. Der Juli hat nach den Berechnungen des Langfristmodells über dem Norden sogar einen leicht zu kühlen Temperaturtrend. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich der Juli 2016 nach dieser Wetterprognose deutlich negativ (zu trocken) und der August 2016 neutral (normal). Von einer durchgehenden Besserung ist also in der Wettervorhersage des Langfristmodells für den Sommer nichts zu erkennen.

Dennoch, der Juli wird als zu trocken berechnet - kommt also noch ein Hochdrucksystem im Juli? Die Simulation des amerikanischen Wettermodells berechnet die kühle und unbeständige Wetterphase noch bis zum 17. Juli. Erst im darauf folgenden Zeitraum gibt es wieder vermehrt Signale für den Aufbau von hohem Luftdruck. Allerdings zeigt sich die Konstellation der Hochdrucksysteme bspw. zum 23. Juli mit einem Hochdrucksystem über dem nördlichen Skandinavien und dem Azorenhoch für Deutschland, Österreich und die Schweiz äußerst ungünstig. Warum? Die Hochdrucksysteme liegen zu weit auseinander, als dass in irgendeiner Art und Weise eine Hochdruckbrücke, bzw. ein Hochdruckkeil aufgebaut werden könnte. Stattdessen "klafft" zwischen beiden Hochdrucksystemen eine große Lücke, in welche Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone nach Mitteleuropa aus nordwestlichen Richtungen vorstoßen können. Anders formuliert geht das Auf und Ab bis zum 23. Juli nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells wohl weiter.

Das europäische Wettermodell bestätigt die doch deutliche Abkühlung vom 13./16. Juli. Im weiteren Verlauf kann sich aber zwischen dem Azorenhoch und dem Hoch über dem nördlichen Skandinavien eine schwache Hochdruckverbindung aufbauen, so dass es im Zeitraum 16./18. Juli mit einer südwestlichen Strömung wieder wärmer werden kann. Ob daraus ein Wiederholungsmuster des Auf und Ab der Temperaturen entsteht, bleibt abzuwarten.

Die Kontrollläufe stützen die Abkühlung bis zum 17. Juli mehrheitlich, ebenso wie einen positiven Temperaturverlauf im Zeitraum vom 17./20. Juli mit einer anschließenden Normalisierung der Temperaturwerte. Insofern kann die Simulation des amerikanischen Wettermodells noch als "Extrem" in die kühle Richtung betrachtet werden und wird sich sicherlich in den kommenden Tagen noch verändern. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), so liegen diese am 18. Juli bei 5/55/40 und am 23. Juli bei 25/45/30 und bestätigen nach der kühlen Phase den positiven Temperaturtrend mit einer anschließenden Normalisierung. Wann kommt der Sommer 2016 - schließlich beginnen in vielen Bundesländern demnächst die Sommerferien und damit auch der Urlaub? Der Sommer ist schon da, nur eben anders als gewünscht oder erhofft und zeigt sich bisweilen "typisch" Deutsch. Und die letzten Sommer waren deutlich zu warm, so dass man Subjektiv dazu neigt, einen normalen Sommer als zu kalt einstuft - wie warm die letzten Sommer waren, zeigt sich anhand der Temperaturreihe recht deutlich.

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