Am Wochenende kann es mancherorts mit bis +30 Grad und darüber richtig heiß werden, jedoch zeigt sich mit dem Zustrom der feucht-warmen Luftmassen auch eine ansteigende Neigung zu Schauern und Gewittern, welche sich am Sonntag bereits über dem Nordwesten bemerkbar machen und sich zum Start in die neue Woche über ganz Deutschland ausweiten können. Örtliches Unwetterpotential ist dabei nicht auszuschließen (s. Wetter Juli 2016).

Die Großwetterlage besteht aus einem kräftigen Tiefdrucksystem zwischen Island, England und Skandinavien und einem Hochdrucksystem über den Azoren, dessen Hochdruckkeil über Spanien, Frankreich, Süddeutschland bis über das östliche Europa reichen kann. Somit wird die Zirkulationsstruktur südwestlich ausgerichtet, was zu der Zufuhr warmer und feuchter Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Anders formuliert handelt es sich dabei um klassisches "Vorderseitenwetter".

Wo es eine Vorderseite gibt, gibt es auch eine Übergangsphase und eine Rückseite. Und genau dies wird sich wohl im Verlauf der kommenden Woche so abspielen. Die Wettermodelle berechnen die Übergangsphase von Montag bis Mittwoch und anschließend setzt sich mit einer westlichen Strömung ein unbeständiger und teils kühlerer Wettercharakter durch. Wie kühl kann es werden? Nach den aktuellen Berechnungen könnten sich die Temperaturen zum Mittwoch/Donnerstag - je nach Niederschlagssituation - auf +13/+22 Grad abkühlen. Das Auf und Ab bleibt also zunächst einmal mit hoher Wahrscheinlichkeit bestehen.

Im Zeitraum danach berechnet das amerikanische Wettermodell vom 13./22. Juli eine weiterhin starke Tiefdruckrinne, welche sich im zeitlichen Verlauf langsam von Neufundland - Island - England - Skandinavien weiter nach Norden zwischen Neufundland - Island - nördliches Skandinavien / europ. Nordmeer verlagern kann. Weiter nördlich bedeutet für den Süden mehr Spielraum für die Entwicklung eines Hochdruckkeils, bzw. Hochdrucksystems, was sich ja bereits in den letzten Tagen immer wieder einmal in den Simulationen zeigte. So simuliert das amerikanische Wettermodell eine labile, aber dennoch für Deutschland, Österreich und die Schweiz eine weitgehend wetterbestimmende Hochdruckbrücke, bei der das Zirkulationsmuster überwiegend südwestlich ausgeprägt sein kann. Anders formuliert kann die Temperaturtendenz nach der kühlen Phase vom 13./16. Juli im Zeitraum vom 17./22. Juli wieder ansteigend sein, wenngleich der Wettercharakter selbst leicht unbeständig bleiben kann.

Das europäische Wettermodell berechnet zum 15./16. Juli ebenfalls den Aufbau von hohem Luftdruck über Mitteleuropa, jedoch in einer noch schwach ausgeprägten Struktur. Die Tiefdruckrinne verlagert sich demnach nicht weiter nach Norden, so dass eine kühle bis mäßig warme Witterung demnach noch bis zum 16./17. Juli anhaltend sein könnte.

Die Chancen auf ein stabiles Hochdrucksystem im letzten Juli-Drittel bleiben also in den Simulationen der Wettermodelle erhalten - doch wie wahrscheinlich ist das? Die Kontrollläufe bestätigen das Auf und Ab der Temperaturen. So liegt der jeweilige Mittelwert des Temperaturspektrums am 11. Juli zwischen +26/+27 Grad über dem Süden und Osten und +21/+23 Grad über dem Norden und Westen, am 15. Juli zwischen +17/+19 Grad und am 21. Juli zwischen +22/+23 Grad. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich im Zeitraum vom 12./13. Juli eine erhöhte Niederschlagswertung (Übergangsphase), welche sich darüber hinaus abschwächt und im leichten Bereich verbleiben kann (zunehmender Hochdruckeinfluss). Die Luftdruckentwicklung zeigt sich zum letzten Juli-Drittel hin leicht positiv, bleibt aber mit einem Mittelwert von rund 1020 hPa noch weit von einer stabilen Hochdruckwetterlage entfernt.

Etwas deutlicher zeigt sich der vorsichtig positive Temperaturtrend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), welcher am 17. Juli bei 30/35/35 und am 22. Juli bei 20/55/25 liegt.

Das Langfristmodell berechnet für den Juli 2016 gegenüber dem langjährigen Sollwert eine deutlich negative Niederschlagsentwicklung (zu trocken), was für eine überwiegende Hochdruckdominanz spricht. Für August sind gegenüber dem Sollwert keine sonderlichen Abweichungen zu erkennen und ist im Trend eher leicht positiv (leicht zu nass). Bei dem Temperaturen könnte der Juli demnach mit einer Abweichung von -1/-0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert über dem Norden leicht zu kühl ausfallen, während sonst die Abweichung mit -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich liegen kann. Für August liegt die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert weiterhin mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Nach dem zu warmen Wetter Juni 2016, könnte der Sommer 2016 nach der Wetterprognose des Langfristmodells in Deutschland, Österreich und der Schweiz weitgehend normal ausfallen - jedenfalls deutet beim Langfristmodell nichts auf eine längere Hitzeperiode hin.

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