Die Temperaturen steigen bis zum kommende Sonntag / Montag verbreitet auf sommerliche, mancherorts mit über +30 Grad auch auf hoch sommerliche Werte an. Allerdings bleibt der Wettercharakter nicht stabil, so dass die Schauer- und Gewitterneigung von Sonntag bis Montag von West nach Ost zunehmen kann (S. Wetter Juli 2016).

Der Warmluftschub ist einem Tiefdrucksystem zwischen Island, England und Skandinavien zu verdanken, auf dessen Vorderseite warme, aber eben auch zunehmend feuchte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportiert werden, was wiederum die Neigung zu Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann - örtliches Unwetterpotential wäre zum heutigen Stand bspw. am Montag nicht auszuschließen.

Das amerikanische Wettermodell simuliert bereits zum 12. Juli eine Übergangswetterlage, so dass die Neigung zu teils unwetterartigen Schauern und Gewittern am Dienstag noch ansteigen könnte, bevor zum Mittwoch Rückseitenwetter mit einem unbeständigen Wettercharakter und kühleren Luftmassen das Wettergeschehen über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen kann. Dieses Tiefdrucksystem verlagert sich bis zum 17. Juli weiter nach Skandinavien und kann mit seinen südlichen Gradienten und einer westlichen Strömung das Wetter über Deutschland weiter beeinflussen, so dass der kühle und unbeständige Wettercharakter im Zeitraum vom 13./17. Juli anhalten kann. Erst im darauf folgenden Zeitraum zeigt sich wieder die Möglichkeit einer Ausbildung eines Hochdruckkeils, welches wieder für wärmere Temperaturen sorgen kann. Allerdings "dreht" sich das Tiefdrucksystem über Skandinavien ein und kann sich zu einen steuernden Zentraltief entwickeln. Somit ergibt sich eine komplett andere Konstellation als dies gestern noch der Fall war. Anstatt das Tiefdrucksystem über die Mittelmeerregion abtropft und eine Meridionalisierung des Zirkulationsmusters auslöst, bleibt es nun über Skandinavien und verhindert somit dem Aufbau von hohem Luftdruck. Statt stabiles Sommerwetter mit angenehm warmen Temperaturen zeigt sich heute eine Fortdauer des unbeständigen Wettercharakters mit einem erneuten Auf und Ab der Temperaturen bis zum 21. Juli.

Das europäische Wettermodell bestätig die Variante des amerikanischen Wettermodells nicht, aber auch nicht die eines stabilen Hochdrucksystem im Bereich Skandinavien/Mitteleuropa. Stattdessen verläuft die Tiefdruckrinne von Neufundland über Island bis nach Skandinavien auf einer etwas nördlichen Bahn, wobei das "steuernde" Element über Skandinavien liegt. So bleibt über Mitteleuropa im Zeitraum 12./15. Juli mehr Spielraum für die Entwicklung eines Hochdruckkeils über Deutschland, Österreich und der Schweiz, was die Niederschlagsneigung gegenüber der Berechnung des amerikanischen Wettermodells abschwächt und die Temperaturen durchaus in den warmen Bereich ansteigen lassen kann.

Fraglich war bereits gestern schon, ob sich ein möglicherweise autarkes Hochdrucksystem im Bereich zwischen Skandinavien und Deutschland ausbilden könnte - das wäre aber eine Möglichkeit gewesen, um für halbwegs stabile Wetterverhältnisse zu sorgen, denn andernfalls würde das Auf und Ab der Temperaturen bei einen unbeständigen Wettercharakter wohl auch noch im letzten Juli-Drittel anhalten können. Blickt man auf die Simulationen der Kontrollläufe, so wird die Abkühlung der Temperaturwerte im Zeitraum 13./17. Juli mehrheitlich bestätigt. Gleichfalls bestätigt sich aber auch das erhöhte Potential für Unwetter im Zeitraum vom 12./14. Juli. Erst im weiteren Verlauf zwischen dem 17./21. Juli zeigt sich wieder ein gegenüber dem langjährigen Mittelwert positiver Temperaturtrend und auch die Hochdruckvariante ist noch nicht "vom Tisch". Deutlicher zeigt sich das anhand der Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter, welche am 18. Juli eine Differenz von 14/20 Grad aufweisen. Vergleichsweise seriöse Wettervorhersagen sind mit einer Differenz von 2/4 Grad und Wetterprognosen von 4/6 Grad möglich. Insofern zeigt sich hier noch ein gewisser Entwicklungsspielraum. Betrachtet man die Luftdruckentwicklung zum 20. Juli, so liegt der Mittelwert bei rund 1020 hPa und das Spektrum liegt zwischen 1000 - 1030 hPa. Das deutet nicht gerade auf eine höhere Wahrscheinlichkeit eines sommerlich stabilen Hochdrucksystems hin. Das Temperaturspektrum liegt mit seinem jeweiligen Mittelwert am 11. Juli zwischen +22/+24 Grad über dem Norden und Westen und +27/+28 Grad über dem Süden und Osten, am 14. Juli zwischen +17/+18 Grad und am 21. Juli zwischen +21/+23 Grad. Und was bedeutet das nun alles? Zusammenfassend zeigt sich im zweiten Juli-Drittel mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Fortbestand des Auf und Ab beim Wetter.

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